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Mord an Tristan (13): Polizei überprüft 14.442 Männer in Frankfurt

Massentest mit Fingerabdrücken

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Einen Fingerabdruck betrachtet ein Kriminaltechniker im Polizeipräsidium von Frankfurt am Main. Mit der in der deutschen Kriminalgeschichte bislang umfangreichsten Vergleichsanalyse dieser Art wollen die Fahnder jetzt den Mörder von Tristan Brübach finden.

Frankfurt/Main - Mit einem bisher ungekannten Werbeaufwand will die Frankfurter Polizei per Fingerabdruck den Mörder des 13-Jährigen Schülers Tristan Brübach aus 14 442 Männern des Frankfurter Westens finden. Der Schüler war am 26. März 1998 in Frankfurt-Höchst ermordet und zerstückelt worden.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag erläuterten, sollen mit Aufrufen in allen Medien, persönlichen Anschreiben, 6000 Handzetteln und Plakaten in fünf Sprachen alle Männer zwischen 18 bis 49 Jahren zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke motiviert werden. Selbst auf Bierdeckeln wollen die Kriminalisten für die Abgabe werben.

Einmalig in der deutschen Kriminalgeschichte

Generalstaatsanwalt Job Tilmann erklärte, mit der "in Deutschland in dieser Größe bisher nie da gewesenen daktyloskopischen Reihenuntersuchung" solle nach vier Jahren Ermittlungsarbeit "ein neuer Versuch" unternommen werden. Das hessische Justizministerium habe die Belohnung für Hinweise von 10 000 auf 15 000 Euro erhöht. Vergeblich sei bisher 13 000 Spuren nachgegangen worden. Auch Ermittlungen in Frankreich und Aufrufe in der Tschechien verliefen im Sande. 9500 Fingerabdrücke seien kontrolliert verglichen worden, Vergleiche in 72 Ländern hätten zu keinem Ergebnis geführt.

Die Polizei hat am Freitag zunächst die 4631 männlichen Bürger der Altersgruppe in den Stadtteilen Höchst und Unterliederbach schriftlich aufgefordert, sich ab Freitag, 10. Mai, Abdrücke aller zehn Finger abnehmen zu lassen. Mit einem Großaufgebot von 53 Polizeibeamten sollen in den Wochen bis zum Mittwoch, 29. Mai, alle Freiwilligen "erkennungsdienstlich behandelt" werden.

Blutiger Fingerabdruck an einem Schreibheft

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Die Polizei verichert, die Daten würden im Landeskriminalamt ausschließlich für diesen Mordfall verwandt und anschließend gelöscht.

Später sollen die fraglichen 9811 Männer aus den Stadtteilen Nied, Sindlingen, Zeilsheim und Sossenheim an die Reihe kommen. Das Täterprofil hatte auf einen Ortsansässigen gewiesen. Die Aufrufe sind auf arabisch, berberisch, türkisch, serbo-kroatisch und deutsch verfasst.

Die Ermittlungen hatten nach Angaben der Staatsanwältin Annette von Schmiedeberg einen blutigen Fingerabdruck an einem Schreibheft des Schülers ergeben, das der Täter offenbar berührt hat. Es gebe zudem eine gentechnisch bedingt auswertbare Spur in Form von Hautpartikeln mit nur drei DNA-Systemmerkmalen. Für einen genetischen Reihentest seien aber mindestens acht erforderlich.

Erhebung "auf freiwilliger Basis

Schmiedeberg versicherte, die Daten würden im Landeskriminalamt ausschließlich für diesen Mordfall verwandt und anschließend gelöscht. Die Erhebung geschehe "auf freiwilliger Basis und mit Einverständnis" der Befragten. Wer nur verdächtigt, aber nicht beschuldigt werde, könne nach der Strafprozessordnung aber nicht zur Untersuchung gezwungen werden. Von den seit 1998 Weggezogenen seien 869 Personen erreicht worden. Nur neun hätten ihre Fingerabdrücke nicht abgegeben.

Schmiedeberg sagte, erst in einem zweiten Anlauf würden die "Verweigerer" erneut angeschrieben oder aufgesucht, je nach ihrer Gesamtzahl. So würden aus Unverdächtigen Verdächtige, aus Verdächtigen schließlich Beschuldigte. "Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass spätestens in diesem zweiten Anlauf alle Bürger erfasst werden."

dpa - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 3. Mai 2002 16:26 von aj

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