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Di 07.05.2002
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Telekom-Star am Tiefpunkt der Karriere - Hartnäckige KnieverletzungJan Ullrich sagt Tour de France ab
Am Tiefpunkt seiner Karriere hat Olympiasieger Jan Ullrich seinen Start bei der diesjährigen Tour de France vom 6. bis 28. Juli abgesagt. "Es hat keinen Sinn, denn wenn ich die Intensität des Trainings erhöhe, sind die Schmerzen im Knie sofort wieder da", begründete der frustrierte Telekom-Kapitän seinen Verzicht: "Es ist für mich sehr, sehr ärgerlich, weil ich in diesem Jahr so gut wie lange nicht durch den Winter gekommen bin." Bereits 1999 musste Ullrich wegen einer Knieverletzung auf die Tour verzichten. Damals war er bei der Deutschland-Tour schwer gestürzt und kam nicht mehr rechtzeitig in Tritt.
Vierwöchige Trainingspause Der 28-Jährige wird nun auf Anraten von Telekom-Arzt Lothar Heinrich eine vierwöchige Trainingspause einlegen und auch auf die geplanten Starts bei der Bayern-Rundfahrt (ab 22. Mai) und der Deutschland-Tour (ab 3. Juni) verzichten. "Wir müssen Jan vorsichtig wieder aufbauen, schließlich darf man nicht durch Übereifer seine ganze Karriere gefährden", sagte Ullrichs Heimtrainer Peter Becker, der gemeinsam mit Leibkoch Walter Grösinger dafür sorgen soll, dass der Tour-Sieger von 1997 körperlich in Schuss bleibt. Nächtliche Zechtour hat Folgen "Ich bin sehr enttäuscht", sagte Walter Godefroot, Mannschaftsleiter des Teams Telekom: "Wenn einer wie Jan Ullrich nicht die Tour fahren kann, ist das schon sehr bitter." Hinzu kommt die "große menschliche Enttäuschung", die Godefroot seit Jan Ullrichs nächtlicher Unfallfahrt unter Alkoholeinfluss in der vergangenen Woche in Freiburg plagt: "Ich werde darüber noch ein internes Gespräch mit Jan führen, aber das ist nichts für die Öffentlichkeit." In jedem Fall will der Belgier seinem gestrauchelten Superstar das Beispiel Michael Schumacher vor Augen halten: "Das ist einer, der Millionen verdient und trotzdem ein echter Sportsmann geblieben ist."
Knie hält Belastung nicht stand Im Februar hatte Jan Ullrich im Trainingslager in Südafrika erstmals Schmerzen im rechten Knie verspürt. Der Olympiasieger kehrte daraufhin nach Deutschland zurück und bekam von Teamarzt Heinrich Anfang März eine dreiwöchige Trainingspause verordnet. Anschließend hatte Ullrich die Trainingsbelastung kontinuierlich wieder erhöht. "Mit Blick auf die Tour de France musste er das tun, aber der Kapsel-Bandapparat im Knie hält diesem Pensum noch nicht stand", erklärte Heinrich: "Und wenn bei 80 bis 90 Prozent der Auslastung die Schmerzen wieder auftreten, ist eine sinnvolle Tour-Vorbereitung nicht möglich. Wir haben uns mit dem Knie immer im Grenzbereich bewegt." Winokurow als möglicher Ersatz Erstmals waren die Schmerzen am vergangenen Dienstag wieder aufgetreten, nachdem Ullrich am Vortag teilweise unter wettkampfähnlichen Belastungen trainiert hatte. In den folgenden Tagen waren aufgrund der anhaltenden Beschwerden lange Trainingseinheiten nicht möglich, so dass auch der eigentlich für den 8. Mai in den Bergen des Schwarzwaldes vorgesehene Leistungstest gestrichen wurde und stattdessen die Absage kam. Zu Ullrichs verbleibenden Saisonzielen wollten weder er selbst noch Teamarzt Heinrich eine Prognose abgeben. "Die Heilung einer solchen Verletzung braucht Zeit, und die wird Jan bekommen", sagte Heinrich: "Er soll ohne Druck wieder aufgebaut werden." Wer die Telekom-Mannschaft anstelle von Ullrich in die Tour führen wird, ist laut Godefroot noch offen: "Alexander Winokurow bietet sich an, er ist sicher einer für die Top Ten, aber er kann die Tour nicht gewinnen." Erst nach Giro, Bayern-Rundfahrt und Deutschland-Tour werden Telekoms sportlicher Leiter Rudy Pevenage und Godefroot die Tour-Equipe nominieren. Von Angela Bern und Martin Haas, sid - Fotos: Archiv |
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Zuletzt geändert am 7. Mai 2002 13:26 von sab |
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