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Fr 10.05.2002
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DFB-Pokal: "Meister der Herzen" gegen "Meister der Schmerzen"Bayer will "Pott" als Trostpreis
Berlin - Schalke 04 hofft als "Meister der Herzen" auf die Wiederholung des Cup-Triumphes, Bayer Leverkusen will als "Meister der Schmerzen" den zweiten "Matchball" verwandeln. Im 59. Endspiel um den Vereinspokal des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Samstag (19.45 Uhr/live im ZDF) greifen die beiden Finalisten nach dem ersten Titel in dieser Saison. Eine Woche nach dem tränenreichen Bundesliga-Finale mit der erneut verpassten Meisterschaft will der "ewige Zweite" aus Leverkusen dem Schalker Beispiel von 2001 folgen und den "Pott" als Trostpreis gewinnen. "Die Tränen sind getrocknet, die Vergangenheit ist abgehakt. Angst vor dem totalen Versagen gibt es nicht", sagt Torhüter Jörg Butt: "Ich bin sicher, dass wir einen Titel holen." Im letzten Saisonpflichtspiel hat der Uefa-Cup-Sieger von 1988 am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/live in RTL und Premiere) in Glasgow im Champions-League-Finale gegen Real Madrid die Chance auf einen weiteren Titel. "Wer von einem Mega-GAU spricht, wenn wir keinen Titel holen, der hat keine Ahnung"
Doch selbst für den Fall, dass der "Meister der Schmerzen" am Ende ganz leer ausgeht, baut Reiner Calmund vor. "Wer von einem Mega-GAU spricht, wenn wir keinen Titel holen, der hat keine Ahnung", sagt der Manager: "Wir haben eine Riesensaison gespielt und weltweit Werbung betrieben. Aber in Deutschland zählen ja nur Titel." Und auf die wartet Leverkusen nun schon seit neun Jahren. Der DFB-Pokalgewinn 1993 ist die letzte Eintragung auf dem Bayer-Briefkopf. Ulf Kirsten, der damals das Siegtor zum 1:0 gegen die Amateure von Hertha BSC Berlin erzielte, will "den Pokal noch einmal anfassen", bevor er Abschied nimmt und künftig nur noch als "Stand-by"-Profi zur Verfügung steht. "Mit ins Bett nehmen würde ich ihn diesmal nicht, unser verletzter Kapitän hätte den Pott auf dem Zimmer verdient." Jens Nowotny wird nach seinem Kreuzbandriss als Zuschauer auf der Tribüne mitzittern, bevor er am Sonntag zur Operation nach Vail/Colorado zum Kniespezialisten Dr. Richard Steadman fliegt. Schalke: Abschiedsgeschenk für Stevens Noch einmal den Pokal anfassen will auch Huub Stevens, der am Samstag seine sechsjährige erfolgreiche Dienstzeit auf Schalke offiziell beendet und zum 238. und letzten Mal auf der Bank der "Königsblauen" sitzt. "Wenn wir gewinnen, wäre es für mich der dritte Titel in sechs Jahren auf Schalke und ein sehr schöner Abschied", sagt der 48-Jährige, der in der kommenden Saison Hertha BSC Berlin betreut und schon jetzt auf ein Heimspiel hofft: "Vielleicht drücken mir die Berliner ja jetzt schon die Daumen." Der Unterstützung von rund 30.000 Schalker Fans dürfen sich Stevens und Co. sicher sein, denn wie beim 2:0-Triumph im Vorjahr gegen den damaligen Regionalligisten 1. FC Union Berlin setzte sich eine königsblaue Karawane nach Berlin in Bewegung. Ihnen verspricht WM-Teilnehmer Gerald Asamoah eine neue Jubelfeier: "Die können kommen, die hauen wir weg." Torhüter Oliver Reck - Garant für den vierten Pokaltriumph
Garant für den vierten Pokaltriumph der Gelsenkirchener nach 1937, 1972 und 2001 ist eigentlich Torhüter Oliver Reck. Seit der Ex-Bremer das Schalker Gehäuse hütet, hat der Altmeister noch kein Pokalspiel verloren. Für den 36-Jährigen, der in der kommenden Saison seinen Platz für Nationaltorwart Frank Rost räumt, ist es bereits das sechste Cup-Finale: 1989 und 1990 verlor er noch mit Werder, danach stemmte er dreimal den Pott in Höhe (1991, 1994 und 2001). Die unvergleichliche Atmosphäre im Olympiastadion will der Oldie noch einmal genießen: "Richtig Spaß macht Berlin nur bei einem Sieg." Traumsturm Ebbe Sand und Emile Mpenza Die Tore dazu soll der Traumsturm Ebbe Sand und Emile Mpenza schießen. Der Belgier kam am Mittwoch aus seiner Heimat zurück, wo er seit Sonntag seine langwierige Muskelentzündung behandeln ließ, und nahm am Donnerstag das Training wieder auf. "Ja, ich kann spielen", verkündete der 23-Jährige, der wegen seiner Belgien-Trips die Schalker Verantwortlichen schon wiederholt verärgert hatte. Enormen Respekt vor dem Traumduo, das in dieser Saison wegen diverser Verletzungsprobleme nur zehn Spiele gemeinsam bestritt, hat Bayer-Coach Klaus Toppmöller. "Es ist das gefährlichste Sturmduo in der Bundesliga. Danach lecken sich alle Vereine die Finger", schwärmt "Toppi". Der Leverkusener Trainer muss im 58. Pflichtspiel der Saison lediglich auf Nowotny verzichten, für den verletzten Kapitän rückt der Kroate Boris Zivkovic in die Abwehrkette.
Personell aus dem Vollen schöpfen kann auch Toppmöllers Kollege Stevens. Sand und Victor Agali, die beim Bundesliga-Abschluss gegen den VfL Wolfsburg (1:2) fehlten, sind ebenso wieder fit wie Sven Kmetsch, der seinen Trainingsrückstand aufgeholt hat. Von den scheidenden "Euro-Fightern" sind Olaf Thon, Yves Eigenrauch und Youri Mulder nur Zuschauer, Mike Büskens und Jiri Nemec können zum Ende ihrer Schalker Dienstzeit noch auf einen Kurzeinsatz hoffen. Die voraussichtlichen Mannschaftaufstellungen: Schalke: Reck - Waldoch, van Hoogdalem, van Kerckhoven - Wilmots, Oude Kamphuis - Asamoah, Möller, Böhme - Mpenza, Sand Leverkusen: Butt - Schneider, Lucio, Zivkovic, Placente - Ramelow, Ballack, Bastürk, Ze Roberto - Berbatow, Neuville Schiedsrichter: Franz-Xaver Wack (Biberbach) Von Joachim Neußer und Thomas Lipinski, sid |
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Zuletzt geändert am 10. Mai 2002 13:51 von tea |
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