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Fußball-Oberligist bleibt Insolvenzverfahren erspart - "Aufbruch 2002"

Gauggel: Die TuS ist schuldenfrei

Koblenz - Fußball- Oberligist TuS Koblenz bleibt von einem Insolvenzverfahren verschont und wird in der Saison 2002/2003 den Spielbetrieb in der Amateur- Oberliga Südwest fortsetzen - das jedenfalls verkündete der Vorsitzende Bruno Gauggel.

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"Aufbruch 2002 - Ich bin dabei" - sagt auch Riegel- Rudi Gutendorf. Bei der Aufkleber- Kampagne der TuS gibt es u.a. Wochenend- Touren mit diversen Autos zu gewinnen, Eintrittskarten für Heimspiele des 1. FC Kaiserslautern und Mainz 05, Restaurant- Gutscheine usw.

Unter Dach und Fach ist die Sache juristisch noch nicht, dennoch war Bruno Gauggel die Erleichterung anzusehen. "Ich werde dem vorläufigen Insolvenzverwalter in Kürze mitteilen, dass die TuS schuldenfrei ist und das Insolvenzverfahren abgewendet wurde", verkündete der Vorsitzende des Fußball- Oberligisten TuS Koblenz in der Zentrale von Lotto Rheinland- Pfalz in die große Runde. Oberbürgermeister Eberhard Schulte- Wissermann saß am Podium, neben sich Hermann Höfer, den Präsidenten des Sportbundes Rheinland, Hans- Peter Schössler, den Geschäftsführer des Wettspielunternehmens, Riegel- Rudi Gutendorf, daneben wiederum Niederlassungsleiter Ralf John von der BMW-Hanko- Group. Unter den Zuhörern Matthias Heid, Direktor des Hotel Mercure, Birgit Schneider von der Löhr Gruppe, Wiesenwirte, und, und, und.

Auch der letzte Gläubiger hat verzichtet

Sie alle nahmen es - wie auch der designierte Trainer Milan Sasic oder Torhüter Peter Auer - mit Genugtuung zur Kenntnis, als Gauggel, ohne konkrete Namen, zu nennen wissen ließ, dass am Morgen "der letzte der Gläubiger" ihm gegenüber den Verzicht auf seine Forderungen erklärt habe. "Wir können verkünden, dass es mit der TuS weitergeht", sagte der Vereinsvorsitzende - im sicheren Vertrauen darauf, dass der vorläufige Insolvenzverwalter Carl Christian Binneberg nach entsprechender Prüfung dem Amtsgericht die so genannte Aufhebung des Verfahrens nahelegen wird. Es ist wohlgemerkt keine Abweisung mangels Masse, vielmehr hätte das Verfahren, überspitzt formuliert, im Falle der letztinstanzlichen Aufhebung durch Insolvenzrichterin Gabriele Kröll überhaupt nicht existiert.

"Für einen Zwangsabstieg gibt es keine Grundlage"

Demzufolge steht auch der Fortsetzung des Spielbetriebs nichts mehr im Wege; das war das zweite Damoklesschwert, unter dem sich Gauggel & Co. in den zurückliegenden Wochen befunden hatten. "Wir werden in der nächsten Saison in der Oberliga antreten. Für einen Zwangsabstieg gibt es keine Grundlage", sagte der Vorsitzende, der nur eine Einschränkung machte: Mit den Spielern, denen im Falle der Aufhebung des Verfahrens auch das Insolvenzausfallgeld entgeht, steht noch eine abschließende Einigung aus. Dafür sei aber von "speziellen Sponsoren" ein Sondertopf eingerichtet worden.

Aufkleber-Aktion soll 50.000 Euro bringen

Blieben - wenn denn die schlimmste Krise in der Vereinsgeschichte der Turn- und Spielvereinigung Koblenz 1911 e.V. in den nächsten Tagen wirklich der Vergangenheit angehört - die Zukunftsperspektiven. Denn, daran ließ der Vorsitzende keinen Zweifel: "Mit der Schuldenfreiheit ist der Spielbetrieb für die nächste Saison noch nicht gesichert." Diesbezüglich ruhen die Hoffnungen der TuS- Verantwortlichen auf einem kleinen Aufkleber von sechs mal zehn Zentimetern. "TuS Koblenz - Aufbruch 2002 - Ich bin dabei" steht darauf, gedruckt in einer Auflage von 5000 Exemplaren, erhältlich für zehn Euro in ausgewählten Lotto- Annahmestellen oder Sparkassen- Filialen, verquickt als zusätzlicher Anreiz mit einem Gewinnspiel, für das diverse Sponsoren insgesamt 100 Preise stifteten. "Die Kampagne soll sich an das Herz unserer Mitbürger in der Region richten", sagte Gauggel am Dienstag. Und natürlich ans Portemonnaie. 50 000 Euro Verkaufserlös aus dieser Aktion wären ein nicht zu verachtender Baustein, neben den mehr als 20 000 Euro, die der Spendenaufruf des Fördervereins bislang eingebracht hat.

OB Schulte-Wissermann als Förderer

"Die Stabilisierung muss jetzt gelingen", klärte Lotto- Geschäftsführer Hans- Peter Schössler, offenkundig eine der zentralen Figuren der Hilfsaktion, über das übergeordnete Ziel auf. Nach anfänglicher Skepsis, ob man helfen kann und soll, seien die Rettungsvisionen und - szenarien nach dem beherzten Auftritt der Mannschaft beim Pokalfinale in Darscheid von Euphorie beflügelt worden - und die machte auch vereinzelt nicht Halt. Demonstrativ erstand der OB die ersten zehn "Ich bin dabei"- Aufkleber, sollten die Schildchen schnell vergriffen sein, könne man binnen Kürze weitere 5000 nachschieben, sagte Schössler. BMW-Mann John stellte im gleichen Atemzug "mit weiteren Geschäftsfreunden" als Lockmittel zehn Arbeitsplätze in Aussicht für potenzielle TuS-Neuzugänge - "aber keine mit Abzockermentalität".

Gutendorf: "Alten Zwist vergessen"

Wäre da nicht Rudi Gutendorf gewesen, die entspannte Stimmung angesichts der bevorstehenden Rettung wäre leicht in Ausgelassenheit überbordet. "Total kaputt", "total ruiniert", "total kaputt" sei das einstige Markenzeichen des deutschen Fußballs, wiederholte das Ehrenmitglied des Vereins, der einst TuS Neuendorf hieß, gleich mehrfach, "das muss man so deutlich auch mal aussprechen". Gleichwohl gelte es, Geschehenes - seine Wahlniederlage Mitte der neunziger Jahre, seinen Zwist mit Herbert Heidger, das Verprellen von Sponsoren - zu vergessen und zu helfen, sagte der Weltenbummler. Und so fand sich auch Bruno Gauggel zum Abschluss wieder auf dem festen Boden der Tatsachen wieder. "Wir stehen in einem Trümmerhaufen und sind in einer echten Notlage", stellte der TuS-Vorsitzende fest, und das Szenario sei klar vorgegeben: den Verein aus dem Dreck ziehen, Luft holen, dann die Zukunft gestalten. "Natürlich muss auch etwas passieren, damit die Fehler der Vergangenheit nicht wieder gemacht werden", sagte Bruno Gauggel.

Von Dirk Kurz, Rhein-Zeitung - Foto: Thomas Frey


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Zuletzt geändert am 19. Juni 2002 10:52 von sab

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