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Di 02.07.2002
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Chaotisches Erfolgs-Duo aus dem Hause Disney"Lilo & Stitch" haben den Trick raus
Er könnte der Kinder-Kino-Hit dieses Sommers werden. Das Zeug dazu hat der neue Walt-Disney-Film "Lilo & Stitch", der bereits in den USA auch "große" Konkurrenten aus dem Feld geschlagen hat. Warum auch nicht: Stitch ist wirklich ein bösartiges kleines Monster - das man am Ende doch einfach liebhaben muss. Doch soweit sind wir noch nicht. Das sechsbeinige, hundeähnliche Wesen spuckt, keift, beißt, ist das Ergebnis eines missratenen genetischen Experiments und hat anfangs als Namen nur die Labor-Nummer 626. Außerdem ist es enorm stark, intelligent und lernfähig. Er wurde in einer anderen Galaxie von einem verrückten außerirdischen Wissenschaftler auf Zerstörung programmiert - das bringt nicht nur für ihn jede Menge Ärger mit sich. Aber tief in seinem Inneren schlummert doch etwas Gutes. Und hier kommt die Botschaft des Films: der Traum von einer Familie. Geborgenheit findet das kleine fiese Monster (warum erinnert es nur an Spielbergs Gremlins aus den 80ern?) ausgerechnet auf der Erde - auf der hawaiischen Insel Kauai ("Insel der Blumen") - und ausgerechnet bei den Waisen Lilo und ihrer großen Schwester Nani (No- Angel-Sängerin Vanessa Petruo leiht Nani in der deutschen Version ihre Stimme). Am Ende wärmt eine "kleine kaputte Familie"
Die beiden sind alles andere als perfekt: Lilo hat keine Freunde, weil sie den anderen Kindern gern mal eins auf die knubbelige Nase gibt, wenn ihr etwas nicht passt. Nani scheitert an der Erziehung ihrer kleinen Schwester, verliert ihren Job und bekommt Probleme mit dem Jugendamt. Zu ihnen gesellt sich Stitch. Nach allerlei Turbulenzen sind die drei am Ende eine "kleine kaputte Familie", die gut zu dem Außenseiter passt. Mischung aus "Krieg der Sterne" und "Dumbo" Vom Stil ist "Lilo & Stitch" eine Mischung aus "Krieg der Sterne" und "Dumbo", actionreiche Science Fiction mit witzigen, originellen Alien-Figuren auf der einen Seite und einer durchaus kitschigen Geschichte um Freundschaft, Liebe und Ausgestoßensein auf der anderen. Schon die großen Ohren von Stitch lassen Erinnerungen an den verstoßenen kleinen Elefanten Dumbo aufkommen. Elvis und die Disney-Farben machen nostalgisch Diese Anmutungen kommen nicht von ungefähr. Regisseur Chris Sanders hat allein durch den äußeren "Anstrich" zum Altmeister Walt Disney (Bambi, 1942; Dumbo, 1941) zurück kehren wollen: Wassergefärbte Hintergründe malen eine Insel-Idylle, die Mischung aus handgezeichneten Animationen und digitalen Zeichnungen sollen ein Gefühl von Nostalgie beim Zuschauer hervorrufen. Der Soundtrack mit Elvis-Presley-Songs tut ein übriges. Perfektes Marketing-Konzept: Mitte August ist der 25. Todestag des King. Konkurrenz-"Shrek" hat Disney aufgeweckt Sicher hat auch "Shrek", der Publikumsrenner 2001 aus dem Hause des Walt-Disney-Dissidenten und jetzigen DreamWorks-Chef Jeffrey Katzenberg, die Macher von "Lilo & Stitch" beeinflusst. Immerhin hat der respektlose Film um den grünen Oger, der die ihm auf die Nerven gehenden Walt-Disney-Märchenfiguren aus seinem Reich verbannen will, in diesem Jahr den ersten Oscar für einen Animationsfilm bekommen. Wer wollte an solch einen Erfolg nicht anknüpfen? Für einen Kinderfilm erstaunlich ironisch Deshalb ist "Lilo & Stitch" für einen Kinderfilm erstaunlich ironisch: Die Aliens sehen die Erde als geschütztes Wildreservat für gefährdete Moskitoarten, die primitive Humanoide als Futter nutzen; Lilo fotografiert am liebsten dickleibige, rotgebrannte Touristen; der Herr vom Jugendamt entpuppt sich als ehemaliger Geheimdienstler. Einige subtilere Anspielungen dürften den Produzenten Freude gemacht haben, am Verständnis der kleinen Zuschauer aber vermutlich vorbei gehen. Dem Kino-Spaß für die ganze Familie wird das aber keinen Abbruch tun. Sonja Pohlmann, dpa [?] |
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Zuletzt geändert am 2. Juli 2002 12:43 von to |
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