|
|
|||||||||||||||||||||||||||||
Mi 03.07.2002
|
[?]
"Wir waren Helden": Mel Gibson in hintergründigem Vietnam-FilmFür die Opfer und das Leid
Kriege sind brutal und sinnlos. Diese banale und gleichzeitig immer wieder erschreckende Wahrheit zeigt der Film "Wir waren Helden" mit Mel Gibson in der Hauptrolle, der am Donnerstag (4.Juli) in die deutschen Kinos kommt. Kugeln zerschmettern Gesichter, und Granaten reißen Bäuche auf - ein Vietnam-Film mit Kampfszenen in epischer Breite. Mit großen Vorgängern wie "Full Metal Jacket", "Platoon" oder "Apocalypse Now" lässt sich "Wir waren Helden" kaum vergleichen. Regisseur Randall Wallace zeigt vor allem, wie das Leben von Ehemännern, Söhnen, Brüdern zerstört wird. Und das Leben ihrer Familien daheim. "Dieser Film ... erkennt die Opfer und das Leid an" "Vietnam-Veteranen haben in den Händen von Hollywood bisher immer nur gelitten. Sie wurden zynisch dargestellt, auf sie wurde mit dem Finger gezeigt", sagte Gibson von Journalisten in New York. "Dieser Film soll die Wahrheit erzählen. Er erkennt die Opfer und das Leid an und wird eine Art Heilung für diejenigen bringen, die sich immer noch draußen im Regen fühlen." Es geht nur ums nackte Überleben Gibson spielt Lieutenant Harold Moore, einen erfahrenen Militär- Strategen und liebevollen Vater von fünf Kindern. Er fühlt sich in hohem Maße verantwortlich für seine ihm anvertrauten 400 Männer: "Tod oder lebendig, wir kommen alle zusammen zurück", sagt er bei einer Abschiedszeremonie im Hollywood-Stil. Sein Bataillon muss er im November 1965 in die Schlacht im Tal von La Drang führen. Es ist der erste wirkliche Zusammenstoß mit der vietnamesischen Volksarmee; die Amerikaner hatten nicht mit einer Übermacht von 2000 Gegnern gerechnet. Sie sitzen in dem Tal in der Falle. Munitionsnachschub kann nur von Hubschraubern aus unter schwierigsten Umständen geliefert werden. Ein erbitterter drei Tage dauernder Kampf entbrennt. Sehr schnell geht es nicht mehr um den Sieg, nur noch um das nackte Überleben. Drehbuch basiert auf Bestseller von Moore und Kriegsberichterstatter
Das Drehbuch von Randall Wallace basiert auf dem Bestseller "We Were Soldiers Once... And Young", geschrieben von Moore und Kriegsberichterstatter Joe Galloway. Galloway (gespielt von Barry Pepper) war als einziger Journalist bei dem Inferno dabei. Er musste am Ende seine Position als Zivilist aufgeben und die Kamera gegen eine Waffe eintauschen. Auch der Gegner hat ein Gesicht "Als Soldaten haben wir nicht für Flagge, Muttern und Apfelkuchen gekämpft, sondern hauptsächlich füreinander", so Moore, der heute 80- jährig mit seiner Frau Julie in Alabama und Colorado lebt. Für die Recherche zu dem Buch war Moore nach Vietnam zurückgekehrt und hatte sich mit seinem damaligen Kriegsgegner Nguyen Huu An, dem Befehlshaber der Volksarmee, getroffen und angefreundet. In "Wir waren Helden" hat folgerichtig auch der Gegner ein Gesicht. Die unabwendbare Logik der Geschichte wird dadurch noch deutlicher: Keiner der Soldaten will diesen Krieg, aber geführt werden muss er. Gibson schaut besorgt in die Ferne... Die Nähe zu Moore, der während der Dreharbeiten oft dabei war, half Gibson rein schauspielerisch. "Ich war vorher nicht wirklich in der Lage zu verstehen, wie man sich in einer Kampfsituation verhält. Aber seine Erlebnisse waren kommunizierbar und er machte sie zu meinen", sagte Gibson. Im Grunde ist Gibsons Darstellung jedoch "business as ususal" für ihn als erfahrenen Helden-Darsteller. Mit dreckverschmiertem Gesicht schaut er besorgt in die Ferne, trifft lebensrettende Entscheidungen für seine Männer und hält deren Hand beim Sterben. Etwas blass bleibt dagegen die Beziehung zu Moores Ehefrau Julie (Madeleine Stowe), die zu Hause die Kinder groß zieht und die Tapfere spielen muss. Carla S. Reissman |
|
|||||||||||||||||||||||||||
|
Zuletzt geändert am 3. Juli 2002 15:04 von to |
» Artikel drucken |
||||||||||||||||||||||||||||