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Nach Eintracht-Urteil: Unterhaching prüft Gang vors Gericht

"Mauschelei wird Tür und Tor geöffnet"

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Der Absatz von Eintracht-Fahnen dürfte wieder ansteigen - für die Spvgg Unterhaching sieht es nun jedoch schlecht aus.

Unterhaching - Entsetzen, Wut und vielleicht sogar der Gang vor ein Zivilgericht: Die SpVgg Unterhaching wehrt sich mit aller Macht gegen die Verbannung in die Drittklassigkeit. Mit heftigen Vorwürfen reagierten die Vereinsverantwortlichen auf die Entscheidung des DFL-Schiedsgerichts, Eintracht Frankfurt nun doch die Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga zu erteilen.

"Das verstößt gegen die Gleichheit der Vereine. Mauscheleien werden Tür und Tor geöffnet", sagte Manager Norbert Hartmann. Nach ewigem Hin- und Her scheint der Abstieg in die Regionalliga Süd nun bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen besiegelt. Jedoch will die SpVgg gut drei Wochen vor dem Saisonstart der Regionalliga zivilrechtliche Schritte gegen das Urteil prüfen.

"Urteilsspruch geht am Sachverhalt vorbei"

"Wir werden den Antrag stellen, die zweite Liga in der kommenden Saison mit 19 Vereinen zu spielen", erklärte Präsident Engelbert Kupka. Sollte dieses Unterfangen scheitern, erwägt der Klub rechtliche Schritte. "Wir überlegen, vor ein ordentliches Gericht zu gehen, und das werden wir auch machen", sagte Kupka. Allerdings besagen die DFL-Statuten, dass nur 36 Teams in den beiden Profiligen antreten dürfen. Doch selbst der Vorsitzende des Schiedsgerichts, Wolfgang Grunsky, hat sich für eine Aufstockung ausgesprochen.

"Im Verein und in der Mannschaft ist jeder enttäuscht und geknickt", beschrieb SpVgg-Sprecher Markus Sieger die Stimmung nach dem Urteil des DFL-Schiedsgerichts. "Das ist ein echter Nackenschlag, wir sind jetzt die Deppen."

Planungen für 2. Liga sind jetzt hinfällig

Nach momentanem Stand der Dinge muss sich der Münchner Vorstadt- Verein nun bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen mit dem Absturz arrangieren. Bereits nach dem Ende der vergangenen Spielzeit in der 2. Liga schien der Abstieg sportlich besiegelt. Doch dann wurde dem SSV Reutlingen die Lizenz verweigert - Unterhaching hatte wieder Hoffnung auf den Klassenverbleib. Aber Reutlingen erhielt doch die Lizenz. Als schließlich die DFL dem Lizenzantrag von Eintracht Frankfurt eine Absage erteilte, schien die SpVgg Unterhaching wieder vor dem Abstieg gerettet und plante für die 2. Liga. Diese Planungen sind nun nach dem Urteil vom Mittwoch wieder hinfällig. Stattdessen beginnt bereits am 27. Juli die Regionalliga-Saison.

Trainer Frank will auch in der Regionalliga bleiben

Für die dritte Liga müssen die Hachinger ihren letztjährigen Etat von 8,5 Millionen Euro drastisch kürzen - wahrscheinlich auf rund zwei Millionen Euro. Der Vertrag von Neu-Trainer Wolfgang Frank gilt jedoch sowohl für die 2. Liga als auch für die Regionalliga. "Und auch ein Großteil der Spieler wird bereit sein, in der Regionalliga zu spielen", sagte Hartmann.

Von Kathrin Zeilmann, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 4. Juli 2002 14:19 von sab

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