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Vierter Toursieg in Folge: Gegner demoralisiert

Verlieren ist für Armstrong undenkbar

Paris - Seit seinem Sieg über den Krebs gehört das Wort Niederlage nicht mehr zu Lance Armstrongs Wortschatz. Viermal trat er nach seinem Comeback bei der Tour de France an, viermal in Folge gewann er von 1999 bis 2002 das wichtigste Rennen des Radsports. "Ans Verlieren denke ich nicht, das würde mich nur davon abhalten, alles für den Sieg zu tun", erklärte der US-Amerikaner am Vorabend seines erneuten Triumphs in Paris.

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Überlegener als je zuvor beherrschte Armstrong die Konkurrenz. Der "Mann ohne Schwächen" demoralisierte seine Gegner, die drei Wochen lang vergeblich auf einen Einbruch des US Postal-Kapitäns gehofft hatten. "Meine Gegner haben das Beste aus mir herausgeholt", sagte er. Doch als wäre seine Dominanz nicht schon groß genug, ergänzte er: "Es ist möglich, dass noch weit mehr in mir steckt."

Inzwischen fehlt dem 30-Jährigen nur noch ein Erfolg zum Rekord der "großen Vier" Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain. Für Armstrong sind das allerdings Zahlenspiele: "Es ist gar nicht so wichtig, ob ich ein-, vier- oder fünfmal Toursieger bin. Entscheidender ist, dass ich der erste bin, der das Rennen nach einer Krebs-Erkrankung gewinnen konnte."

"Krebs hat es möglich gemacht"

Die Krankheit, die ihn 1996 ereilte und eineinhalb Jahre von Radrennsport fern hielt, hat den Weltmeister von 1993 gewandelt. "Es war eine einschneidende Erfahrung, die mich als Mensch und Athlet verändert hat. Wenn man so will, hat der Krebs diese Erfolge erst möglich gemacht."

Die menschliche Komponente scheint dabei ebenso wichtig wie die sportliche zu sein. Alle Teamkollegen schildern Armstrong als sympathischen Menschen und umsichtigen Kapitän, geraten beim Reden über ihren "Chef" ins Schwärmen und betonen, für niemand anderen lieber fahren zu wollen. Zu Beginn seiner Karriere galt der Texaner indes als eigensüchtig, unbeherrscht und ungerecht.

Tolle Team-Stimmung: "Richtiger Rock"n Roll aus Texas"

Armstrong lässt keinen Zweifel, dass die Stimmung im Team nicht besser sein könnte: "Wir haben in den letzten Wochen morgens im Bus immer eine CD mit den Hits von ZZ Top gehört, richtiger Rock"n Roll aus Texas, und unsere Jungs aus Spanien und Kolumbien haben entsetzt zugehört und gefragt, was das für ein Zeug ist. Dann hatten wir alle immer einen Riesenspaß - das zeichnet das Team aus."

Dennoch ist er es, der die Richtung vorgibt und Entscheidungen während des Rennens trifft. Entweder die Sache selbst in die Hand zu nehmen wie bei seinen Etappensiegen in den Pyrenäen, oder auf sein Team zu setzen: "Eine gute Mannschaft macht einen Toursieg leichter. Ich hatte das beste Team der Tour. Die erfahrensten, motiviertesten und zielstrebigsten Mitstreiter, die man sich wünschen kann. Ihr Job war härter als meiner."

Angekündigte Angriffe auf den "Dominator" blieben aus

Von seinen Konkurrenten Joseba Beloki aus Spanien, Raimondas Rumsas aus Litauen und Santiago Botero aus Kolumbien sah er sich im Kampf ums Gelbe Trikot nie ernsthaft herausgefordert. Die vor der Tour angekündigten Angriffe auf den "Dominator" blieben aus. "Vielleicht haben sie alle zu viel darüber geredet. Für mich sind solche Worte jedenfalls immer zusätzliche Motivation."

So wie die verbalen Attacken einiger Zuschauer an der Strecke. Mit "Doper"-Rufen sah sich Armstrong vor allem bei der Fahrt auf den Mont Ventoux konfrontiert: "Die Leute, die das rufen, sind eine Minderheit. Dennoch hörst du einen negativen unter zehn positiven Zurufen heraus. Es wird immer Menschen geben, die sagen: Überlegen wie er ist, muss er bis oben voll sein. Aber diese Leute sind krank, denn alle meine Tests beweisen, dass es nicht so ist."

Von Oliver Görz, sid


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Zuletzt geändert am 28. Juli 2002 13:30 von tea

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