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Mi 31.07.2002
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Liga-Start in Frankreich: Pleite-Verein Nizza erzwingt TeilnahmePremiere Division heißt nun Ligue uneParis - Frankreichs Fußball-Liga wollte im Schatten eines eingeplanten WM-Erfolges klammheimlich ein paar Änderungen vornehmen. Das ging wegen der Pleite von Zinedine Zidane und Co. bei der WM in Asien gründlich daneben. Und so rückt jetzt die Liga, die am Freitag in die neue Saison startet, im Land des Ex-Weltmeisters in den Mittelpunkt.
Die erste Änderung: Die "Premiere Division" (D1) heißt nun "L1" - Ligue une. Wie vor einem Jahr in Deutschland, als aus dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwuchs, wurde aus der "Ligue Nationale du Football" (LNF) die "Ligue du Football Professionelle" (LFP). Die erste Maßnahme war, sehr zum Unwillen der Europäischen Fußball-Union (Uefa), die Liga von 18 auf 20 Vereine aufzustocken. 30 Prozent Gehaltsverzicht Wie Eintracht Frankfurt gegen die SpVgg Unterhaching erstritt OGC Nizza mit dem Ex-Frankfurt-Trainer Gernot Rohr eine eigentlich verweigerte Daseinsberechtigung in der ersten Liga auf Kosten des FC Metz. Dieses Thema beherrschte in Ermangelung großer Transfers in der Sommerpause die Schlagzeilen. Nizza geht finanziell dermaßen am Krückstock, dass der Argentinier Pablo Rodriguez - teuerster Spieler - auf 30 Prozent seines Gehalts verzichtete, nur um seine Künste weiter in der ersten statt in der dritten Liga zeigen zu dürfen. Favoriten auf den Titel bleiben die üblichen Verdächtigen: Paris St. Germain, obwohl 90 Prozent der Aktien des Vereins für rund 150 Millionen Euro zum Verkauf stehen, nachdem Eigentümer Canal plus sich wieder auf das Fernsehgeschäft konzentrieren will und Hauptsponsor Opel sich, wie bei Bayern München auch, Hals über Kopf verabschiedet hat. Immerhin hat PSG in Ronaldinho den einzigen Weltmeister in der "L1". Paul Le Guen traniert jetzt Meister Lyon Zudem Olympique Lyon, obgleich seit 1992 (Olympique Marseille unter Bernard Tapie) kein Verein mehr seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte. Lyon wird jetzt von Ex-Nationalspieler Paul Le Guen trainiert, nachdem Meistertrainer Jacques Santini sich durch seine drakonische Art mit dem Team überworfen hatte und freiwillig auf den Posten des Sportdirektors gewechselt war, ehe er jetzt beim Verband als neuer Nationaltrainer untergebracht wurde. Trotzdem hat Lyon mit 100 Millionen Euro noch den höchsten Etat der französischen Erstligisten, gefolgt von Paris Saint Germain (90 Millionen) und AS Monaco (75 Mio). Dort aber ist Weltmeister Didier Deschamps nach einem Lehrjahr als Trainer-Novize um Konsolidierung bemüht, so dass dem Klub aus dem Operetten-Staat keine ernsthaften Titelchancen eingeräumt werden. AJ Auxerre gilt als Geheimfavorit Olympique Marseille steht unter Kuratel der inzwischen nach deutschem Muster funktionierenden Lizenzvergabe-Behörde und durfte keine nennenswerten Einkäufe tätigen. Der Verkauf von Andre Luiz an PSG für acht Millionen Euro war der teuerste Transfer in Frankreich. Girondins Bordeaux, das über diverse Verschachtelungen zum Bertelsmann-Konzern gehört, hat zwar für 1,5 Millionen Euro das Trainingsgelände saniert, war bei den Investitionen aber froh, den portugiesischen Stürmer Pedro Pauleta zu einer Vertragsverlängerung bewegen zu können. Geheimfavorit ist wieder einmal AJ Auxerre. Der Dorfverein um den "Druiden" Guy Roux hat es verstanden, vier "U21"-Spieler an sich zu binden. Wenn sie sofort einschlagen, spielt der Verein aus der Provinz um den Titel mit - sonst eben erst in ein, zwei Jahren. An der Yonne hat man Zeit. Von Rainer Kalb, sid - Foto: Archiv |
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Zuletzt geändert am 31. Juli 2002 14:35 von sab |
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