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Do 01.08.2002
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Hannover, Bielefeld, Bochum: "Alte Bekannte" zurück in der BundesligaAufsteiger wollen "Fahrstuhl-Image" ablegen
Berlin - Die Aufsteiger Hannover 96, Arminia Bielefeld und VfL Bochum melden sich mit erfolgshungrigen Führungskräften und modernen Vereinsstrukturen in der Bundesliga zurück. Die "Alten Bekannten" der Liga, die gemeinsam seit 1963 auf 52 Jahre Bundesliga-Zugehörigkeit blicken können und insgesamt 13 Abstiege verkraften mussten, wollen das Image der Fahrstuhl-Mannschaft endlich loswerden und aus den vielen Fehlern der Vergangenheit lernen. Zweitliga-Meister Hannover 96 setzt nach 13 Jahren Bundesliga-Abstinenz bei seiner Rückkehr ins Oberhaus auf eine neuformierte Führungs-Troika. Präsident Martin Kind, Manager Ricardo Moar und Trainer Ralf Rangnick wollen langfristig eine Top-Mannschaft aufbauen. "In diesem Jahr zählt nur der Klassenerhalt, doch in drei, vier Jahren müssen wir ins internationale Geschäft", meint Manager Moar, der nach fast achtjähriger Tätigkeit als Manager beim spanischen Spitzenklub Deportivo La Coruna zum Pokalsieger von 1993 wechselte. Fußball-Euphorie in Hannover Die Bedingungen in der niedersaächsischen Hauptstadt sind günstig: Das Stadion wird zur WM-Arena umgebaut, der Finanzdienstleister AWD zahlt für die Namensrechte pro Saison zwei Millionen Euro. Das Umfeld ist fußballverrückt, mit über 12.000 verkauften Dauerkarten gab es einen Vereinsrekord. 4,6 Millionen Euro wurden für neue Spieler ausgegeben. Manager Moar ließ seine guten Kontake noch ungenutzt: "Am liebsten hätte ich einen Zidane. Doch bis wir einen echten Star holen könne, dauert es noch Jahre". Arminia Bielefeld ganz sparsam "Aufstiegs-Rekordmeister" Arminia Bielefeld schaffte sechsmal den Sprung ins Fußball-Oberhaus. Um nicht ein siebtes Mal aufsteigen zu müssen, feilen die Ostwestfalen kontinuierlich an neuen Vereinsstrukturen. Mittlerweile ist der Klub eine Kapitalgesellschaft, neun Aufsichtsratsmitglieder wachen streng über die Finanzen: "Deshalb konnten wir uns nach dem Aufstieg auch keine spektakulären Neuzugänge holen", meint Manager Thomas von Heesen. Der 40 Jahre alte Manager und ehemalige Profi der Arminia steht als Synonym für den Umbruch im Verein. "Wir müssen die Politik der kleinen Schritte verfolgen", fordert von Heesen, der gerade mal 300.000 Euro für Neuzugänge freigab. Nur einmal ließ die Führungsetage die nötige Stränge vermissen. Nach den flapsigen Bemerkungen der Spieler Ansgar Brinkmann und Dirk van der Veen im "Aktuellen Sportstudio" ("Wir wären auch ohne Trainer Möhlmann aufgestiegen") begnügte sich van Hessen mit einer Ermahnung. Den Leistungsträgern Brinkmann und van der Veen dürfte die lasche Reaktion verdeutlicht haben, dass sich der Verein einen Knatsch mit ihnen nicht erlauben kann. Neuer Ärger scheint vorprogrammiert. In Bochum glaubt man fest an den Klassenerhalt Vier Abstiege in den letzten neun Jahren - aber trotz der tränenreichen Vergangenheit gibt sich die sportliche Leitung des VfL Bochum mit Manager Heinz Knüwe und Trainer Peter Neururer, die erst seit wenigen Monaten zusammenarbeitet, optimistisch: "Peter und ich harmonieren bislang, die Dienstwege sind kurz, die Kommunikation stimmt", berichtet Knüwe, der fest an den Klassenerhalt glaubt: "Mit mir als Spieler ist der VfL nie abgestiegen. Deshalb bleiben wir drin", so Knüwe, zu dessen aktiver Zeit von 1979 bis 1986 der VfL noch als "unabsteigbar" galt. Manager Knüwe muss aber vorsichtig wirtschaften. Immer noch fehlt ein Hauptsponsor. Für neue Spieler wurde unter anderem deshalb kein Cent ausgegeben. Selbst WM-Teilnehmer Raymond Kalla (Kamerun) kam ablösefrei. Auch eine kurzfristige Verpflichtung im Falle eines missglückten Saisonstarts kommt für Knüwe nicht in Frage. "Peter Neururer hat mir versprochen, dass er mit diesem Kader die Klasse hält. Auch in diesem Punkt schenke ich ihm vollstes Vertrauen." Von Nikolaj Stobbe, sid - Fotos: dpa, Archiv [?] |
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Zuletzt geändert am 1. August 2002 14:10 von sab |
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