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Hollywood-Terrordrama "Der Anschlag" nach Bestseller von Tom Clancy

Affleck und Freeman retten die USA

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"Um den Wahrheitsgehalt auch auf politischer Ebene zu garantieren, berieten sich die Filmemacher ausführlich mit Beratern der CIA und des Verteidigungsministeriums."

Das steht im Presseheft zu dem amerikanischen Film "Der Anschlag", der ab dem 8. August in den deutschen Kinos zu sehen ist. Offener und deutlicher wurde noch selten bei einer großen Hollywood-Produktion gesagt, in welchem Geist und welch erbärmlicher Haltung, nämlich der freiwilligen Zensur, sie in die Welt gesetzt wurde.

Nach einem Roman von Tom Clancy, der 1991 über Monate auf der Liste der US-Bestseller stand, wurde "Der Anschlag" von Phil Alden Robinson mit den Stars Ben Affleck und Morgan Freeman in Szene gesetzt. Erzählt wird die Geschichte einer terroristischen Verschwörung, die ein teuflisches Ziel verfolgt: Die USA und Russland sollen in ein vernichtendes atomares Duell getrieben werden. Kopf dieses apokalyptischen Plans ist der Industrielle Richard Dressler, der in der US-Originalfassung Englisch mit hartem deutschen Akzent spricht und - es lebe die Holzhammermethode - sich mit einem verborgenen Hakenkreuz schmückt.

Der Bösewicht spricht mit deutschem Akzent

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Der Böse ist also - das ist von beinah schon anrührender Inaktualität - ein deutscher Revanchist, der ausgerechnet mit einer im Nahostkrieg 1973 verloren gegangenen israelischen Atombombe Amerika in Angst und Schrecken versetzen will. Tatsächlich explodiert die Bombe in den USA. Nur knapp entkommt Präsident Fowler dem Höllenfeuer, das davon ausgelöst wird. Haben die Russen samt ihrem neuen Präsidenten Nemerov die Untat auf dem Gewissen? Der gut aussehende Jack Ryan, Analytiker beim CIA und Russland-Experte, glaubt es besser zu wissen. Das würde nicht viel nutzen, hätte er nicht die Unterstützung von CIA-Direktor William Cabot, der auf den jungen Mann setzt.

Geheimdienst gehört nicht auf den Regiestuhl

Die CIA hat diesen Film also nicht nur unterstützt und geprüft, sondern stellt auch noch die beiden Sympathieträger. Affleck spielt dabei ebenso treuherzig wie ausstrahlungsfrei den Analytiker Ryan, Freeman verkörpert mit gewohnter Souveränität seinen Chef Cabot. Den teutonischen Osama bin Laden namens Dressler mimt der renommierte britische Schauspieler Alan Bates. Es ist eine unwürdige und alberne, aber sicher hoch bezahlte Rolle für einen Künstler diesen Kalibers.

Propagandistische Zumutung mit geringem Unterhaltungswert

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"Der Anschlag" beansprucht hohe Aktualität im Zusammenhang mit den Ereignissen des 11. September 2001. Aber zu sehen ist leider nur ein schlechter, klischeelastiger Film nach einer schlechten, klischeelastigen Vorlage. Hollywood sollte in Zukunft nicht dem Geheimdienst, sondern wieder einem richtigen Regisseur und begabteren Drehbuchautoren das Filmemachen überlassen. Dann würden übrigens auch bessere Filme über die Verteidigung der USA von Pentagon und CIA produziert werden. "Der Anschlag" jedenfalls ist eine propagandistische Zumutung mit geringem Unterhaltungswert.

Wolfgang Hübner, AP


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Zuletzt geändert am 5. August 2002 11:30 von tea

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