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Jubel im Operationssaal - 50 Ärzte beteiligt

Siamesische Zwillinge erfolgreich getrennt

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Vater Wenceslao Quiej mit seinen Töchtern Maria Teresa and Maria de Jesus vor der OP.

Los Angeles - In einer spektakulären 20-stündigen Operation ist es Ärzten in Kalifornien gelungen, ein siamesisches Zwillingspaar aus Guatemala zu trennen.

Einer der insgesamt 50 beteiligten Ärzte, Dr. Houman Hemmati, beschrieb anschließend die Szene im Operationssaal der Kinderklinik der Universität von Kalifornien in Los Angeles: "Alle jubelten, klatschten, und manche weinten. Zum Schluss waren wir mehr als optimistisch, enthusiastisch..., und nun können wir es kaum abwarten, die beiden wie normale Babys spielen, lachen und schreien hören zu können"

"Kleine Marias" hatten sich noch nie in die Augen gesehen

Maria Teresa und Maria de Jesus Quiej-Alvarez, "die kleinen Marias", hatten seit ihrer Geburt im Juli 2001 einen gemeinsamen Schädelknochen und eine gemeinsame größere Arterie im Kopf. Doch sie waren zum Glück mit unabhängig arbeitenden Gehirnen auf die Welt gekommen. Obwohl sie sich an die Hände fassen und miteinander unterhalten konnten, hatten sich die beiden Mädchen noch nie in die Augen gesehen. Eine Kopfverwachsung wie ihre kommt nur ein Mal unter einer Million Geburten vor und war nur fünf Mal in den letzten zehn Jahren behoben worden - mit unterschiedlichem Erfolg.

1,5 Millionen Dollar teure Operation

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Die kleinen Patienten auf dem Weg zum OP: "Die Mädchen waren quietschvergnügt", als sich ihre Eltern von ihnen verabschiedeten, berichtete eine Kliniksprecherin.

"Die Mädchen waren quietschvergnügt", als sich ihre Eltern von ihnen verabschiedeten, berichtete eine Kliniksprecherin. Wenceslao Quiej Lopez and Alba Leticia Alvarez hatten das Geld für den Flug von einer gemeinnützigen Organisation in Guatemala bekommen. Die 1,5 Millionen Dollar für die Operation und die Kosten für die Nachbehandlung werden ihnen von der Universität erlassen.

Das Ärzteteam übte den riskanten Eingriff an Modellen, bevor es am Montag um 13.49 Ortszeit den ersten Schnitt setzte. Vier Stunden später waren zwei große Löcher in die Schädeldecken der Mädchen gebohrt. Der schwierigste Teil der Operation kam, als die Ärzte versuchten, die größeren Blutgefäße zu entwirren und abzuklemmen, die sich kreuz und quer durch das Gehirn der Zwillinge zogen. Eine der beiden Marias verlor "eine Menge Blut", sagte Hemmati, konnte aber mit Transfusionen versorgt werden. Es habe kein Problem gegeben, auf das das Team nicht vorbereitet gewesen wäre.

Kopfhaut schon vorab gedehnt

Eine der Herausforderungen war, genügend Kopfhaut zum Bedecken der offenen Schädelpartie zu bekommen. Um das Gewebe soweit wie möglich zu dehnen, hatten die Ärzte den beiden Mädchen schon im Juni einen mit Silikon gefüllten Ballon unter die Haut gepflanzt und ihn regelmäßig mit zusätzlichen Injektionen aufgefüllt. "Es ist riskant, aber wir sind ziemlich zuversichtlich", sagte der auf Schädeloperationen spezialisierte Chirurg Henry Kawamoto der "Los Angeles Times".

Weiterer Fall wesentlich komplizierter

Derweil wartet in Dallas (US-Bundesstaat Texas) ein weiteres siamesisches Zwillingspärchen auf eine Operation. Die einjährigen Jungen Ahmed und Mohamed Ibrahim stammen aus Ägypten und sind an der Oberseite des Kopfes zusammengewachsen. Der das Operationsteam leitende Arzt Dr. Kenneth Salyer sagte in der Nacht zum Dienstag im texanischen Fernsehen, der Fall der ägyptischen Zwillinge sei wesentlich komplizierter als der der Zwillinge in Los Angeles.

Untersuchungen hätten leider ergeben, dass die Blutgefäße der Gehirne der beiden stärker untereinander verbunden seien als erhofft. Das größte Problem sei daher, diese Blutversorgung behutsam zu trennen. Nach dem Bericht haben die ägyptischen Zwillinge inzwischen die Klinik "North Texas Hospital for Children" in Dallas wieder verlassen und halten sich in einem Appartement auf. Die Chancen auf eine erfolgreiche Trennung der beiden werden von den behandelnden Ärzten als "gering" bezeichnet.

  • Infos im Internet: http://www.healthcare.ucla.edu/conjoined_twins/index.asp

    dpa, AP - Fotos: dpa


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    Zuletzt geändert am 6. August 2002 15:30 von aj

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