[an error occurred while processing this directive]
IVWPixel Zählpixel

  Kino    Musik    Lifestyle    Reise    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

[?] [?]

Schmöker-Tipp: Peter-Paul Zahl "Der Domraub. Ein Schelmenroman."

Simplicissimus des 21. Jahrhunderts

Anklicken zum Vergrößern Peter-Paul Zahl "Der Domraub. Ein Schelmenroman." - DTV,15 Euro

Er ist eine Mischung aus einem Agentenstück und den Abenteuern des Simplicissimus Teutsch: Peter-Paul Zahls Roman "Der Domraub". In einer unglaublichen und schillernden Story wird die Geschichte des sexlüsternen Kleinkriminellen Vladimir Heiter erzählt.

Der gebürtige Jugoslawe lebt in Köln und hält sich dort mit Kunstdiebstahl über Wasser. Sein relativ geordnetes Leben gerät durcheinander, als er im Radio hört, dass der Schatz des Kölner Doms geraubt wurde. Kurz darauf bitten ihn zwei "Kollegen" - von denen Heiter nicht viel hält - um Hilfe beim Verkauf der Ware. Heiter gerät immer tiefer in die Geschichte hinein und steht am Ende als Haupttäter da.

Mit lakonischem Unterton: Polizei und Interpol auf die Schippe

Der Autor erzählt die Geschichte amüsiert und amüsant aus der Perspektive des Vladimir Heiter. Mit lakonischem Unterton werden Polizei und Interpol auf die Schippe genommen. Wortspiele und Silbenverdrehungen wie "Morddeutscher Rundfunk" statt "Norddeutscher Rundfunk" verdeutlichen seine Haltung zu Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik in den 60er und 70er Jahren. Diversen amourösen Abenteuern stellt Zahl jedoch Erinnerungen und Traumsequenzen Heiters aus seiner Jugend im Reich Titos gegenüber: Wegen Diebstahls machte er schon als Kind Bekanntschaft mit Gefängnissen und Lagern.

Auch der Autor kennt das Leben hinter Mauern

Das Gefängnis kennt auch der Autor selbst: Peter-Paul Zahl engagierte sich in der Außerparlamentarischen Opposition und saß wegen eines Schusswechsels zehn Jahre im Gefängnis. Aus der Geschichte eines Mitgefangenen entwarf er diesen Roman.

Ermüdend im letzten Drittel

Zahl liebt das Spiel mit den literarischen Genres und experimentiert mit Realität und Fiktion. Der Roman selbst ist inhaltlich und formell ein Schelmenroman wie "Don Quijote" oder Umberto Ecos "Baudolino" Gleichwohl hat Zahl dramatische Szenen und Gedichte eingeflochten, mit denen er den Erzählfluss auflockert. Ermüdend werden die knapp 340 Seiten vor allem im letzten Drittel, wenn sich die Anklagen gegen das politische System schier endlos aneinander reihen.

Anja Heinze, AP


Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

 Suche in RZ-Online

 RZ

Web


 Was läuft im Kino? 

 Was läuft sonst? 


[?]

Zuletzt geändert am 7. August 2002 13:30 von to

» Artikel druckenDruckversion
» Artikel empfehlen
» Schriftgröße einstellen
» Impressum