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Mi 07.08.2002
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Schlaflos, aber glücklich: Bronze-Bartels fehlt Kraft zum FeiernLanger Tag mit erfreulichem Ende
München - Schlaflos, aber glücklich: Am Tag nach seinem Kugel-Coup war Bronzemedaillengewinner Ralf Bartels mit sich und der Welt zufrieden. "Es ist schon ein schönes Gefühl, dass es so gelaufen ist", sagte der Neubrandenburger. Da störte es ihn wenig, dass er seine hart erkämpfte Medaille bei den Leichtathletik- Europameisterschaften in München erst mit eintägiger Verzögerung am Mittwoch umgehängt bekam. Das ließ ihm die Zeit, Pflichten wie Dopingkontrolle, Pressekonferenzen und Fernsehauftritte zu absolvieren sowie "Glückwünsche am laufenden Band" entgegen zu nehmen. Vom Pech des Konkurrenten profitiert Ruhelos hatte der 24-jährige deutsche Meister die Nacht verbracht. "Geschlafen habe ich wegen der Aufregung eher weniger." Zu viel ging ihm durch den Kopf. Die Erinnerung an seinen medaillenträchtigen fünften Versuch, in dem der 125-Kilo-Mann bei wolkenbruchartigem Regen die Kugel auf 20,58 m wuchtete und damit zeigte, wo der Bartel(s) den Most holt. Oder der Ausrutscher seines Kontrahenten Manuel Martinez (Spanien), der sich nicht im glitschigen Ring halten konnte und mit einem Bauchklatscher auf dem Rasen landete. "Hätte er diesen Versuch gehalten, wäre ich nicht Dritter geworden", bekannte Sportsoldat Bartels, der nur dem Ukrainer Juri Bilonog (21,37) und dem Dänen Joachim Olsen (21,16) den Vortritt lassen musste. Heimtrainer musste zu Hause bleiben Auch Gedanken über sein Umfeld und seine Zukunft ließen den Mecklenburger keinen Schlaf finden. Mit dem dritten Rang sandte der von einem Werbelichthersteller und einem Autohaus finanziell unterstützte Junioren-Weltmeister von 1996 ein Signal an den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Denn sein Trainer Gerald Bergmann wurde vom Verband nicht für die Titelkämpfe als Betreuer nominiert. "Akkreditierungen haben nur die Trainer von potenziellen Medaillenkandidaten bekommen", berichtete Bartels. Sein Coach erlebte den Erfolg am Dienstagabend gemeinsam mit Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss und Diskuswurf- Olympiasiegerin Franka Dietzsch vor dem heimischen Fernseher. "Das Problem, dass der Heimtrainer beim nächsten Mal wieder nicht dabei ist, hat sich mit der Bronzemedaille wohl erledigt", meinte Bartels mit einem Schmunzeln. Fete soll bald nachgeholt werden Erst am Ende des langen Tages hatten den Energie geladenen Muskelprotz die Kräfte verlassen. Die in der ersten Euphorie angekündigte spontane Fete fiel ins Wasser. "Groß gefeiert habe ich nicht, denn es war ein langer, harter Tag. Aber ich hoffe, dass ich das nachholen kann", sagte Bartels. Schon um fünf Uhr in der Frühe war er wegen der Qualifikation aufgestanden - und gegen 1.30 Uhr am Mittwoch ins Bett geplumpst. Von Martin Kloth, dpa - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 7. August 2002 13:52 von sab |
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