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Mi 07.08.2002

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Unerwarteter Auftakt der Leichtathletik-EM: Bronze im Kugelstoßen

Ralf Bartels überrascht sich selbst

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Mit voller Konzentration zum dritten Platz: Kugelstoßer Raf Bartels.

München - Kugelstoßer Ralf Bartels hat den deutschen Leichtathleten zum Auftakt der Europameisterschaften in München überraschend Bronze beschert, doch das Glanzlicht des ersten Abends setzte die Britin Paula Radcliffe.

Die 28-Jährige spulte die 25 Runden in 30:01,09 Minuten herunter und blieb nur 13 Sekunden unter der 16 Jahre alten Bestmarke der Norwegerin Ingrid Kristiansen. Bartels wurde mit 20,58 m strahlender Dritter hinter dem Ukrainer Juri Bilonog (21,37) und dem Dänen Joachim Olsen (21,16).

"Das hatte ich mir nie erträumt, dass es so gekommen ist. Wenn mir das einer vorher gesagt hätte, hätte ich gesagt: Unmöglich. Dass es mit einer Medaille geklappt hat, ist super", sprudelte es aus dem Sportsoldaten heraus.

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Eine Klasse für sich: Paula Radcliffe.

Schultz über 400 Meter locker weiter

Für einen weiteren Lichtblick aus Sicht der Gastgeber sorgte 400- m-Vize-Weltmeister Ingo Schultz mit der drittschnellsten Vorlaufzeit, für die kalte Dusche das kläglich gescheiterte Hammerwerfer-Trio. Vor der "Wasserschlacht" der Geher hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die sechstägige Leistungsschau der europäischen Leichtathleten offiziell eröffnet.

Die 29 000 Zuschauer im Olympiastadion feierten den spanischen Auftaktsieger Francisco Fernandez, der über 20 km Gehen nach 1:18:37 Stunden regelrecht ins Ziel stürmte und trotz der widrigen Bedingungen seine Weltbestzeit nur um 1:15 Minuten verfehlte. Silber ging an den Russen Wladimir Andrejew (1:19:56) vor dem Spanier Juan Molina (1:20:36). Bester Deutscher wurde Andre Höhne (Berlin) als 11.

Fehlstart sorgte für Schrecksekunde

Viertelmeiler Schultz gewann seinen Vorlauf trotz eines Fehlstarts locker in 45,79 Sekunden und steht im Halbfinale. Der Dortmunder erlebte bei seiner EM-Premiere aber eine Schrecksekunde: Ihm wurde ein Fehlstart angelastet. "Ich war mir nicht bewusst, dass ich einen gemacht habe", meinte der Dortmunder verwundert. Unter Beobachtung seiner Freundin Antje Buschschulte, die jüngst bei der Schwimm-EM Gold mit der Lagenstaffel geholt hatte, lief er trotzdem ein souveränes Rennen.

Einen gelungenes Comeback nach langer Durststrecke hat Dreispringer Charles Friedek aus Leverkusen gefeiert. Der Weltmeister von 1999 greift nach seinen 16,77 m in der Qualifikation am Donnerstag erstmals seit drei Jahren wieder nach einer internationalen Medaille. "Ich will einfach zeigen, dass ich wieder da bin - und vorne mitspringen", meinte der deutsche Meister.

Drechsler zitterte sich ins Finale

Bei herbstlicher Kühle zitterte sich die viermalige Weitsprung- Europameisterin Heike Drechsler (Karlsruhe) mit nur einem gültigen Versuch (6,41 m) ebenso in den Endkampf wie Sofia Schulte (Leverkusen/6,42). "Für technische Disziplinen war heute ein ziemlich blödes Wetter. Aber ich bin Form", meinte die 37-jährige Drechsler. Im Endkampf stehen auch Hochsprung-Weltmeister Martin Buß (2,20 m) und Speerwerferin Steffi Nerius (beide Leverkusen/60,27 m). Jeweils als Vorlauf-Dritte sprinteten Melanie Paschke aus Wattenscheid (11,36) und die Dortmunderin Sina Schielke (11,53) ins 100-m- Halbfinale. Marc Blume (Wattenscheid) stürmte mit 10,29 in die Vorschlussrunde.

Debakel für deutsche Hammerwerfer

Ein Debakel erlebten dagegen die Hammerwerfer: Karsten Kobs (Dortmund) mit 77,44 m, Holger Klose (Frankfurt/Main) mit 76,98 m und Markus Esser (Leverkusen) mit 70,15 m scheiterten bereits in der Qualifikation. 1500-m-Meister Franek Haschke (Pirna) schied als 9. seines Vorlaufs mit indiskutablen 3:48,56 Minuten aus.

Von Ralf Jarkowski und Ulrike John, dpa - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 7. August 2002 09:52 von sab

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