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Der eine protzt mit seiner Ehe - der andere versteckt seine Tochter

Die Familien Schröder und Stoiber im Wahlkampf

Berlin - Bei politischen Themen sind Gerhard Schröder und Edmund Stoiber oft nur noch im Detail anderer Meinung - bei ihren Familien ist der Unterschied dagegen riesengroß. Nicht nur, dass der Bundeskanzler seinen Herausforderer von der Union bei der Zahl der Ehen deutlich übertrifft. Auch beim Einsatz ihrer Liebsten im Wahlkampf fahren die beiden Männer eine gegensätzliche Strategie:

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Famile "an der Front": Edmund Stoiber (CSU), seine Frau Karin (l) und Tochter Veronica (r) stellen sich den Fragen bei einer Talkrunde in Ludwigshafen.

Stoiber lobt und zeigt möglichst oft seine Ehefrau Karin und seine drei Kinder. Schröder dagegen lässt sein Privatleben außen vor, seine angeheiratete Tochter Klara versteckt er sogar regelrecht vor der Öffentlichkeit.

Eine Zeitlang glaubte der Herausforderer von der CSU offenbar, mit seinem "heilen Familienleben" Punkte beim Wähler machen zu können. Schon legendär ist seine Aussage: "Ich will ja niemanden zu nahe treten - aber ich bin stolz darauf, 34 Jahre mit der selben Frau verheiratet zu sein." Damit habe Stoiber nicht nur sein eigenes Familienbild adeln wollen, sagt Manfred Güllner vom Forsa-Institut. Indirekt sollte der mehrfach verheiratete Amtsinhaber auch "als Windhund" dargestellt werden.

Attacke ließ Schröder kalt

Doch diese Attacke ließ Schröder kalt. Schließlich war er vor vier Jahren trotz seines damals deutlich turbulenteren Privatlebens - Trennung von Ehefrau Hillu, Bekenntnis zu Doris, Heirat - zum Kanzler gewählt worden. "Wir haben das damals genau untersucht", sagt Güllner. "Die privaten Verwicklungen hatten überhaupt keinen Einfluss auf die Wahl." Letztlich seien die Familien der Kandidaten egal. "Wenn man sich einen Arzt oder Rechtsanwalt aussucht, guckt man sich ja auch nicht erst die dazu gehörende Frau an."

Das hat inzwischen auch Stoiber erkannt. Angriffe auf das Familienleben des Amtsinhabers hat es seit Wochen nicht mehr gegeben. Dafür schickt der Herausforderer seine Familienmitglieder "an die Front", tritt beispielsweise inklusive Schwiegersöhnen bei der Verleihung des bayerischen Filmpreises auf. Und die Kinder geben zum Wohle von "Papa" selbstlose Interviews. "Er ist ein großartiger Tröster und ein warmherziger Mensch", verrät die 24-jährige Veronica dann schon mal. Ehefrau Karin wiederum ist oft bei Wahlkampfauftritten präsent. Die umgängliche 59-Jährige nimmt ihrem Mann etwas von seiner Sprödigkeit und deckt seine emotionale Flanke ab.

Beraterin des Kanzlers

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Eine ganz andere Rolle wird Doris Schröder-Köpf zugesprochen: Sie soll eine der wichtigsten Berater von Bundeskanzler Schröder sein.

Eine ganz andere Rolle wird Doris Schröder-Köpf zugesprochen: Sie ist eine der wichtigsten Berater des Kanzlers, manchem gilt sie gar als Strippenzieherin hinter den Kulissen. Auch wenn die 39-Jährige dies energisch dementiert, zumindest beim Thema eigene Familie folgt Gerhard den Vorgaben von Doris strikt: Denn während er mit Hillu eines der Glamourpaare der deutschen Medien war, läuft es mit Ehefrau Nummer vier ganz anders: Die Öffentlichkeit wird aus dem Privatleben weitgehend ausgesperrt. Schröder-Köpf selbst zeigt sich nur zu ausgesuchten Terminen, eher sporadisch. "Die Menschen sollen den Kanzler Schröder wählen, nicht seine Familie", argumentiert die Kanzlergattin.

Entsprechend gibt es kaum Privatfotos der beiden, das gemeinsame Heim ist für Fotografen gesperrt. Ein seltener Schnappschuss ist es schon, wenn Gerhard Schröder beim Heckenschneiden im neuen Haus in Hannover erwischt wird. Garantiert chancenlos aber sind die Fotografen bei Schröder-Köpfs Tochter Klara. Die Elfjährige hat in der Öffentlichkeit kein Gesicht, selbst auf den obligatorischen Fotos vom Kanzlerurlaub ist sie nur von hinten beziehungsweise mit tief ins Gesicht gezogener Baseball-Kappe zu sehen. "Meine Tochter ist tabu", sagt Schröder-Köpf - und auch ihr medienverliebter Mann hält sich daran.

Kaum Wirkung auf den Wähler

Die Kandidaten fahren also eine unterschiedliche Linie beim Familieneinsatz, Wirkung auf den Wähler haben nach Ansicht von Güllner beide Strategien nicht. Der Meinungsforscher setzt auf den aufgeklärten Bürger, der letztlich nur danach gehe, wer der bessere Kanzler sei und die bessere Partei hinter sich habe. Alles andere sei nebensächlich. "Jeder liest gern Klatsch und Tratsch. Aber bei der Wahl spielt das keine Rolle."

AFP

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Zuletzt geändert am 7. August 2002 13:53 von aj

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