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Do 22.08.2002
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Erfolgschancen für Klimagipfel von Johannesburg stehen schlechtZehn Tage für die Zukunft der ErdeFast die Hälfte der Menschen muss mit weniger als zwei Euro am Tag auskommen, 11.000 Tierarten sind unmittelbar vom Aussterben bedroht und die Auswirkungen des Klimawandels werden immer offensichtlicher. Vom 26. August bis zum 4. September versuchen rund hundert Staats- und Regierungschefs beim Weltgipfel über nachhaltige Entwicklung in Johannesburg Lösungswege für die drängendsten Probleme der Menschheit zu finden. Doch die Erfolgsaussichten stehen schlecht. Vor zehn Jahren hatten sich Vertreter aus über 170 Ländern auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro schon einmal darangemacht, Strategien für eine so genannte nachhaltige Entwicklung zu entwerfen, die die Zukunft unseres Planeten sichern sollen. Heraus kam dabei das Aktionsprogramm "Agenda 21". Doch die meisten der 2500 Agenda-Vorschläge existieren nach wie vor nur auf dem Papier. Ernüchternde Bilanz
Die Bilanz ist ernüchternd. Statt, wie in Rio vereinbart, die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen, schrumpften die staatlichen Hilfsgelder seit 1992 kontinuierlich. Die reichen Länder der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geben sechsmal soviel Geld für Agrarsubventionen wie für Entwicklungshilfe aus. Auch von den drei großen Konventionen, die in Rio auf den Weg gebracht worden waren, ist nicht viel geblieben. Die Konvention zum Kampf gegen die Wüstenbildung hat keinerlei Fortschritte gebracht. Und die Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt hat nicht verhindern können, dass jedes Jahr ein Prozent des für Mensch und Tier so wichtigen Regenwaldes abgeholzt wird. Am weitesten fortgeschritten ist die Klimaschutzkonvention, aus der 1997 das Protokoll von Kyoto hervorging. Darin verpflichten sich die Industrieländer, bis 2012 den Ausstoß von Treibhausgasen um durchschnittlich 5,2 Prozent zu senken. USA sperren sich gegen Klimaschutz
"Um das Klimasystem zu stabilisieren, müssen die Emissionen weltweit halbiert oder sogar auf ein Drittel reduziert werden", sagt der französische Klimaforscher Hervé Le Treut. Doch das politische Klima scheint für solche drastischen Einschnitte derzeit äußerst ungünstig. Die USA, der weltgrößte Umweltverschmutzer, stiegen im vergangenem Jahr aus dem Kyoto-Protokoll aus. Die US-Regierung unter Präsident George W. Bush sperrt sich gegen alle Initiativen, die über freiwillige Verpflichtungen hinausgehen. Wenige Tage vor Beginn der weltgrößten Konferenz sagte Bush seine Teilnahme endgültig ab. Stattessen fährt sein Außenminister Colin Powell nach Johannesburg. Der Gipfel war eigens vorverlegt worden, damit er nicht mit dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September in den Vereinigten Staaten zusammenfällt. "Verbindliche Aktionspläne festlegen" "Johannesburg muss zum Weltgipfel der Aktion werden und verbindliche Aktionspläne für gemeinsames Handeln festlegen", fordert Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die zusammen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (beide SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) nach Südafrika reist. "Ein Pakt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern für eine gerechtere Welt" müsse geschlossen werden. Nichtregierungsorganisationen, die vom 19. August bis zum 4. September ihr eigenes "Globales Forum" in Johannesburg abhalten, fürchten bereits, außer schöner Reden und privater Initiativen werde der Gipfel nichts zustande bringen. Zwei Wochen vor der Mammut-Konferenz mit bis zu 50.000 Teilnehmern gab es für den Aktionsplan, der in Johannesburg verabschiedet werden soll, noch keinerlei konkrete Zusagen. Marcelo Furtado von der Umweltschutzorganisation Greenpeace fasst seine Erwartungen so zusammen: "Die Entscheidungen (in Johannesburg) müssen uns saubere Luft, sauberes Wasser, erneuerbare Energien und eine gesündere Umwelt bringen - und nicht bloß Phrasen." Informationen im Internet: AFP - Archivfoto: dpa [?] |
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Zuletzt geändert am 22. August 2002 13:51 von aj |
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