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Kampf gegen die Fluten in China:

Mehr als eine Million Menschen bedroht

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Peking - Mehr als eine Million Menschen sind in Zentralchina wegen der drohenden Überschwemmungen am Dongting-See zum Kampf gegen das Wasser mobilisiert worden.

Nach mehr als zwei Monaten Hochwasser sind die Deiche des zweitgrößten Süßwassersees in China so aufgeweicht, dass an 46 Stellen bereits Wasser austritt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag weiter berichtete, sind bei Evakuierungen bereits 3200 Menschen in Sicherheit gebracht worden. 15.000 Soldaten und 100.000 Mitglieder der Miliz seien im Einsatz. Auch mehr als 900 000 Arbeiter wurden etwa für die Bewachung der Deiche freigestellt.

Die Behörden fürchten, dass der Wasserstand des Sees ähnlich hoch steigen wird wie bei der Flutkatastrophe vor vier Jahren, als mehr als 4000 Menschen ums Leben kamen. Am Vortag war der Notstand in der Provinz Hunan ausgerufen worden. Auf einer Länge von 3105 Kilometer des Deiches hat der Wasserpegel des Sees die Warnschwelle überschritten, berichtete die Provinzregierung. 209 tief liegende Gebiete sind von Überschwemmungen bedroht.

"Die Leute bewachen die Deiche rund um die Uhr"

Der See dient als Überlaufbecken für den Jangtse-Strom, der am Mittellauf über 2420 Kilometer die Hochwassermarke überschritten hat. "Am gefährlichsten ist es am Dongting-See und an den Flüssen Xiangjiang und Zishui", sagte ein Provinzbeamter in Hunan. Die Volksbefreiungsarmee wurde mobilisiert, um im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen. Das staatliche Fernsehen zeigte Soldaten, die Sandsäcke an Deichen stapeln, Menschen vor den Fluten in Sicherheit bringen und in Dörfern helfen, Trümmer beiseite zu räumen.

Die aufgeweichten Deiche, aus denen bereits Wasser austritt, müssen nach Angaben des Sprechers der Provinzregierung umgehend repariert werden. "Wenn die Stellen nicht rechtzeitig gefunden werden, kann eine Situation wie vor vier Jahren nicht ausgeschlossen werden", sagte der Sprecher. "Die Leute bewachen die Deiche rund um die Uhr in drei Schichten." Vorsichtshalber seien auch 800.000 neue Sandsäcke bestellt worden.

Neue Regenfälle am Wochenende erwartet

Neue Regenfälle wurden am Wochenende erwartet, so dass keine Besserung in Sicht war. Bei den sommerlichen Überschwemmungen in Hunan sind nach offiziellen Angaben bereits 153 Menschen ums Leben gekommen. 696.000 Menschen mussten vor Fluten in Sicherheit gebracht werden. 38 Millionen Menschen waren betroffen. Der wirtschaftliche Schaden wurde auf 18,4 Milliarden Yuan (2,2 Milliarden Euro) geschätzt. Die Schäden an der Infrastruktur sind enorm. Die Unwetter, Überschwemmungen und Erdrutsche haben diesen Sommer landesweit in China bereits mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet.

dpa - Foto: dpas

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Zuletzt geändert am 22. August 2002 14:46 von aj

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