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Container sollen Wasserfluss eindämmen

Anklicken zum Vergrößern Dank Deich-Sprengungen und Wehröffnung: Wittenberge scheint vor der absoluten Katastrophe bewahrt zu werden

Vier Tage nach dem Deichbruch bei Seegrehna südlich der Lutherstadt Wittenberg wollten Bundeswehreinheiten 40 Container aus der Luft versenken und den Wasserfluss in Richtung Wörlitz eindämmen. In der Nacht konnte mit Pumpen verhindert werden, dass das verschmutzte Flutwasser die Autobahn A 9 Berlin-München und das UNESCO-Welterbe Wörlitzer Park erreicht. Allerdings drückt steigendes Grundwasser in Park und Gebäudeteile.

In den anderen gefährdeten Gebieten Sachsen-Anhalts löste sich die Anspannung allmählich. In Magdeburg fiel Pegel am Vormittag auf 6,09 Meter und somit auf etwa 4 Meter über Normal. Am Abend sollte über eine mögliche Aufhebung des Katastrophenalarms entschieden werden. Bei Bitterfeld gelang es den Einsatzkräften, den zweiten Zufluss des Flusses Mulde in den Tagebausee Goitzsche zu schließen. "Die Region Bitterfeld kann aufatmen", sagte ein Sprecher. Alleine in Sachsen- Anhalt verursachte die Flut 40 Millionen Euro Schäden an den Deichen. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) lobte das Krisenmanagement von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Kontrolle mit Wärmebildkameras aus der Luft

Bei Dannenberg in Niedersachsen sickerte Wasser der Elb- Nebenflüsse Jeetzel und Seege durch die Deiche. Dort überprüfte die Bundeswehr die Schutzwälle regelmäßig aus der Luft mit Wärmebildkameras. Die Behörden warnten Bewohner in sechs Dörfern vor möglichen Deichbrüchen. 270 kranke und alte Menschen sollten in Sicherheit gebracht werden. Im Amt Neuhaus sickerte das Wasser durch alte DDR-Dämme. Der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) sagte im Radiosender NDR-Info: "Wir haben nicht ansatzweise derartige Schäden und Probleme wie die Menschen in Sachsen-Anhalt, in Teilen von Brandenburg oder gar in Sachsen."

Anwohnern blieb nur banges Warten

Anklicken zum Vergrößern Mit dem Nötigsten und der Katze ins Ausweichquartier: Eine Familie aus dem überschwemmten Dorf Klein-Gübs bei Magdeburg

In Nordbrandenburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein gefährdete die Flut die Deiche, auch wenn die Höchststände niedriger ausfielen als erwartet. Der plateauförmige Scheitel zog teilweise auf der Höhe der hinter Millionen von Sandsäcken liegenden Dachfirste vorbei. Dort wo die Sicherungsarbeiten abgeschlossen waren, blieb den Anwohnern nur banges Warten. In der brandenburgischen Prignitz wurden die Evakuierung von 37 Ortschaften abgeschlossen. 500 Menschen weigerten sich aber, ihre gefährdeten Häuser zu verlassen.

"Noch eine Woche Hochwasser-Gefahr"

"Wir werden sicher noch eine Woche mit der Hochwasser-Gefahr leben müssen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) in Schwerin. Nach der Evakuierung bedrohter Gebiete mit 1300 Menschen in Mecklenburg wurde die Räumung weiterer Orte zunächst für 24 Stunden ausgesetzt. In Dömitz und Boizenburg blieb der Elbpegel wegen der Flutung von Havel-Poldern in Brandenburg hinter den Befürchtungen zurück. Auch im schleswig-holsteinischen Lauenburg wird der für das Wochenende erwartete Scheitel nach Aussage von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) niedriger ausfallen als zunächst erwartet. Der Deich gilt stellenweise als marode.

Neue Gefahr vom Himmel

In Sachsen, wo die Flut in der vergangenen Woche Schäden bis zu 15 Milliarden Euro angerichtet hatte, fließt das Hochwasser in hohem Tempo ab. Den aufgeweichten Deichen drohte jedoch neue Gefahr vom Himmel. "In Westsachsen - eventuell bis hin zur Elbe - wird es in den Mittags- und Nachmittagstunden zum Teil starke Schauer und Gewitter mit örtlichen Niederschlägen von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter geben", sagte Corina Schube vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. In Dresden soll der Pegel wohl leicht von 4,17 Meter am Donnerstag auf bis zu 4,30 Meter am Freitag steigen.

Große Hilfsbereitschaft: 92 Millionen Euro gespendet weiterblättern
 
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Zuletzt geändert am 22. August 2002 16:07 von aj

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