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Jonglieren mit Nuklearwaffen: Thriller "K-19" mit Harrison Ford

Menschlichkeit, Mut und Wahnsinn der Mächte

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Eiskalter Befehls-Vollstrecker: Harrison Ford (li) als russischer U-Boot-Kommandant mit Liam Neeson in "K-19"

Wer bisher dachte, dass der Kalte Krieg vorbei ist, der wird nach dem Film "K-19 Showdown in der Tiefe" zumindest ins Grübeln kommen. Harrison Ford spielt hier einen grimmigen, linientreuen Offizier namens Vostrikov auf einem sowjetischen Unterseeboot, randvoll mit explosivem Nuklearmaterial.

Für Ford selbst ist der Bruch in seiner filmischen Biografie jedoch nicht so stark zu spüren: "Ich fühlte mich zu der Rolle hingezogen, weil sie dramatisch und komplex war. Genauso wie ich mich auch für alle anderen Rollen davor entschieden habe", sagte Harrison Ford.

Lernstoff: Geschichte aus der Sicht der anderen

"Ich fand es ein äußerst ungewöhnliches Projekt für eine amerikanische Filmemacherin, die Geschichte einer anderen Kultur komplett aus deren Sicht zu erzählen. Normalerweise werden Amerikaner nur mit anderen Kulturen konfrontiert."

Nach wahrer Begebenheit aus dem Jahr 1961

Der Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1961, dem Höhepunkt des Kalten Krieges, als beide Supermächte genug Nuklearwaffen hatten, die Welt gleich mehrere Male in die Luft zu jagen. Die USA hatten im Winter 1960 mit Erfolg ein hoch entwickeltes Unterseeboot, die USS "George Washington", vor der sowjetischen Küste postiert, das in der Lage gewesen wäre, 16 Nuklear-Raketen auf den Gegner abzufeuern.

Unerfahrene Mannschaft in einem Boot voller Nuklearwaffen

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An der nuklearen Katastrophe haarscharf vorbei: "K-19" erzählt eine wahre Begebenheit aus der Zeit des Kalten Krieges

Die Sowjetunion wollte nachziehen und schickte im Juli 1961 ein noch nicht ausgereiftes U-Boot auf eine Testfahrt, die K-19. An Bord drei Raketengeschosse, ein Nuklearreaktor und eine unerfahrene Mannschaft. Nukleartechniker Vadim (Peter Sarsgaard) kam gerade frisch von der Universität. Die Crew hatte das U-Boot schon wegen einiger Unglücksfälle vor der ersten Ausfahrt den "Witwenmacher" getauft.

Unerträgliche Spannung

Das Kühlsystem des Reaktors bricht während der Fahrt zusammen - ausgerechnet in fast unmittelbarer Nähe zu einem Nato-Stützpunkt. Die steigenden Temperaturen würden eine Explosion und damit unweigerlich den Ausbruch des Dritten Weltkrieges nach sich ziehen. Der nervenaufreibende Kampf gegen die unbekannten radioaktiven Strahlen beginnt an Bord des Boots.

Zu der bereits unerträglichen Spannung trägt auch noch die Beziehung der beiden obersten Offiziere an Bord bei. Polenin (Liam Neeson), der seine Mannschaft als Familie ansieht, muss sich Vostrikov unterordnen, der sich ohne Rücksicht nur als kalter Vollstrecker oberster Befehle sieht. Unter dem immensen Druck ist eine Meuterei fast programmiert. Vor allem als sie vor der Wahl stehen, sich den Amerikanern zu ergeben.

Hinter dem Testosteron-Streifen steckt eine Frau

"K-19 Showdown in der Tiefe" strotzt vor Testosteron. Außer dem kurzen Auftritt einer jungen Braut gibt es nur harte Männer, die sich mit "Kamerad" anreden, Wodka trinken und sich für das Vaterland beziehungsweise den Weltfrieden opfern. Umso erstaunlicher, dass mit Kathryn Bigelow als Regisseurin und Produzentin eine Frau hinter dem Projekt steht.

Nach fünf Jahren konnte gedreht werden

Bigelow, die auch schon andere "guy movies" wie "Gefährliche Brandung" über Surfer oder den Thriller "Weight Of Water" drehte, will sich jedoch nicht festlegen lassen: "Die Geschichte ist überhaupt nicht geschlechtsspezifisch. Als Filmemacherin interessieren mich an der Story vor allem Themen wie Menschlichkeit, Mut und Heldentum. Das hat nichts mit Geschlecht, Rasse oder Kultur zu tun. Jeder von uns kann in der Gefahr über sich hinauswachsen." Für die Verfilmung von "K-19 Showdown in der Tiefe" hatte sich Bigelow fünf Jahre lang eingesetzt, bis das Projekt endlich realisiert werden konnte.

Gegen die Vertuschung

Am Ende des Films ist klar, dass nicht alle überleben können. Aber die Wendung des Kalten Krieges in einen offenen Vernichtungskrieg wurde in letzter Minute von Männern abgewendet, die mit offenen Augen ihr Leben opferten. Dass die damalige Sowjetunion die militärisch peinliche Angelegenheit lieber in den Archiven verschwinden ließ, ist klar. Umso wichtiger, dass diesem Stück Grusel-Historie zumindest in Hollywood ein Denkmal gesetzt wurde.

Carla S. Reissman, dpa


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Zuletzt geändert am 3. September 2002 09:52 von to

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