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Di 17.09.2002
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Bryan Ferry: Deutschlandtour startet als ZeitreiseEtwas leichte Bewegung am Abend...
Drei Jahrzehnte umspannt die Karriere des Bryan Ferry, und viele seiner Fans von heute waren längst im Besitz eines Plattenspielers, als Roxy Music die biedere Szene der 70er Jahre aufmischte. So werden die Konzerte seiner Deutschlandtournee nicht nur für Ferry zeitweise eine Reise in die eigene Geschichte, aufgepeppt mit neuen Stücken aus dem aktuellen Album "Frantic" - laue Abende mit Stil und Klasse, unaufgeregt - und zu spät nach Hause kommt auch niemand. Grenze zwischen Kunst und Kitsch Am Anfang sieht es aus, als wolle Ferry, der "Händler starker Gefühle", zu einer Parodie seiner selbst ansetzen. Mit sanften Geigenstrichen und süßen Harfenklänge ist die Grenze zwischen Kunst und Kitsch, auf der er wie kein zweiter balancieren kann, eindeutig überschritten. Mit der neuen Cover-Version von Bob Dylans "Don't think twice" zeigt der 56-Jährige, dass er zwar besser singen kann als der Altmeister, aber nicht so gut die Blues Harp blasen. Im glänzend schwarzen Outfit elegant wie eh und je, irgendwie vornehm, scheint er nur ein paar bekannte Posen zu zelebrieren. Ab geht die Post - "Love is the drug"
Doch bevor die Wunderkerzenschwenker in Aktion treten können, wird die Harfe weggeräumt, die blonde Schöne, die zuvor die Saiten gezupft hat, wechselt zu den Percussions und ab geht die Post. "Love is the drug", "Do the strand" und andere Klassiker kommen frischer daher, als man sie in Erinnerung hat. Perfekter Sound und eine feine Lightshow tun das ihre, um Bewegung in das etwas müde Publikum in der nicht ganz ausverkauften Freilichtarena zu bringen. "Für mich sind Cover-Versionen viel mehr als nur eine andere Gesangsstimme" In diesen Momenten blitzt die Klasse dieser Musik, und wir erinnern uns, dass Ferry seit "Virgina Plain" 1972 Popgeschichte geschrieben hat. Dieses Kind armer Leute aus dem englischen Norden ist mehr als ein "Großmeister des Stils", mehr als der "Große Gatsby der Musikszene". Wie kaum ein zweiter haucht er, so bei "Let's stick together", gerade Songs aus der Feder anderer neues Leben ein. "Für mich sind Cover-Versionen viel mehr als nur eine andere Gesangsstimme. Das sind neue Songs", sagte er einmal. Sound der Gitarren schneidet durch den Abendhimmel Endlich zucken ein paar Tanzbeine, der Rhythmus wird schneller, und der messerscharfe Sound der Gitarren schneidet durch den Abendhimmel. Aber dann nimmt Ferry schon wieder das Tempo raus, beim wunderschönen "Jealous Guy" wird allen warm ums Herz, doch der berühmte Funke will so richtig nicht mehr springen. Nach exakt 90 Minuten einschließlich Zugabe ist dann alles vorbei - ob man's glauben will oder nicht. Thomas Lanig, dpa [?] |
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Zuletzt geändert am 17. September 2002 11:02 von to |
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