[an error occurred while processing this directive]
IVWPixel Zählpixel

  Ticker    Wetter    Foto des Tages    Archiv    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

Di 17.09.2002

 Nachrichten

   vom 17.09.02

Irak will UN-Inspektoren ins Land lassen
Hohlraum in Cheops- Pyramide entdeckt
Hubble entdeckt kleinere Black Holes
Billigflieger werden
immer beliebter

Serbische Kriegsopfer verklagen Deutschland
Aufruf zur Wahl:
"Wer nicht handelt..."

Infineon: "Intelligentes"
Auto-Kennzeichen

Zitterpartie um Mobilcom geht weiter
Deutschlands
"klügster Ortschef"

Wetter: Bis Freitag
bleibt's freundlich

Foto des Tages


 Sport



 Magazin



 Internet

[?]

Früh buchen lohnt - Nicht alle sind gleich günstig

Immer mehr Billigflieger in Deutschland

Anklicken zum Vergrößern
Die Flughafen-Leitung in Frankfurt-Hahn rechnet für 2002 insgesamt mit 1,2 bis 1,3 Millionen Fluggästen. 95 Prozent der Passagiere in Hahn stiegen in eine Ryanair-Maschine.

Die Preise sind verlockend: Für 29 Euro mal eben nach Rom jetten oder für 39 Euro nach London. Angebote wie diese dürften den Verbrauchern jetzt immer öfter zu Ohren kommen, denn die Zahl der Billigfluggesellschaften wächst mit großem Tempo.

Nachdem sich die irische Ryanair am Himmel über Deutschland bereits etabliert hat und die Deutsche BA zu einer "Günstig-Gesellschaft" geworden ist, ziehen mit Germanwings und Hapag-Lloyd-Express noch dieses Jahr zwei neue deutsche Airlines nach. Air Berlin startet einen "City Shuttle". Doch nicht jeder reist mit den Billigfliegern zu den supergünstigen Tarifen aus der Werbung - viele Plätze werden teurer verkauft. Verbraucherschützer sprechen daher zum Teil von "Lockvogelangeboten".

Wer zu spät kommt, zahlt mehr

Anklicken zum Vergrößern
Auffälliges Design: Hapag- Lloyd- Express wird als Billigflieger des TUI- Konzerns ausschließlich Maschinen des Typs Boeing 737-700 einsetzen.

Entscheidend dafür, den preiswertesten Tarif zu bekommen, ist meist ein früher Buchungszeitpunkt. So hält die Germanwings, die vom 27. Oktober an von Köln aus nach Berlin und zu neun Europa-Zielen startet, in ihren 144-sitzigen Airbus-Maschinen jeweils nur 20 Plätze zum Preis von 29 Euro für die einfache Strecke bereit. Sind diese vergeben, kostet der Platz 59 Euro. Wer noch später bucht, zahlt bis zu 190 Euro. Auch damit erreiche Germanwings aber nur 50 bis 60 Prozent der Preise bei etablierten Fluggesellschaften wie Lufthansa oder British Airways, so Firmensprecher Matthias Burkard.

Ryanair arbeitet ähnlich: In den Maschinen werden zwar bis zu 70 Prozent der Plätze den drei günstigsten Preiskategorien zugeordnet - die anderen Passagiere aber zahlen mehr. Da kann es dann vorkommen, dass der Hinflug von Deutschland nach London zwar sehr günstig ist, der Rückflug aber einiges mehr kostet - je nachdem, wie viele Plätze im Flugzeug noch frei sind. Wie die TUI-Tochter Hapag-Lloyd-Express, die Anfang Dezember auch von Köln aus den Flugbetrieb aufnimmt, ihre Tarifstruktur gestaltet, ist noch unklar. Details sollen erst Ende Oktober bekannt werden, sagt TUI-Sprecher Herbert Euler in Hannover.

"Präzise nachfragen, wenn man einen Preis hört"

Für die Kunden ergibt sich neben der Unsicherheit darüber, ob er für den günstigsten Flugtarif noch rechtzeitig anfragt oder nicht, unter Umständen ein zweites Problem: Zum Teil enthalten die in der Werbung genannten Preise keine Steuern und Gebühren. "Da muss man ganz präzise nachfragen, wenn man einen Preis hört", rät Karl Born, Ex-TUI-Vorstand und Touristik-Professor an der Hochschule Harz in Wernigerode. Bei Germanwings und dem "City-Shuttle" von Air Berlin sind Steuern und Gebühren bereits enthalten. Bei Hapag-Lloyd-Express, die innerdeutsche Flüge ab 10 Euro und Europa-Flüge ab 25 Flüge pro Strecke angekündigt hat, kommen die Nebenkosten dagegen dazu. Ryanair nennt Preise mal mit und mal ohne Steuern und Gebühren.

"In der Regel One-Way-Tarife"

Anklicken zum Vergrößern
Die Eurowings- Tochter Germanwings wird von Köln/Bonn aus nach Berlin und zu neun weiteren Zielen in Europa fliegen - hier ein Modell der dabei eingesetzten Airbus- Maschinen.

"Ganz wichtig ist auch, daran zu denken, dass die genannten Preise in der Regel One-Way-Tarife sind", sagt Sabine Fischer, Reiseexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. "Der Flugpreis ist nicht alles", warnt Fischer. Zum Teil müssten An- und Abreisekosten einkalkuliert werden, um die Flughäfen der Billigflieger überhaupt zu erreichen. So fliegt Ryanair schwerpunktmäßig von Hahn im Hunsrück aus. Und die Entscheidung von Hapag-Lloyd-Express und Germanwings für Köln als Abflughafen ist zwar für Passagiere aus Nordrhein-Westfalen günstig. Alle anderen müssen aber erstmal dorthin kommen. Vorerst plant Hapag-Lloyd-Express Zubringerflüge von Berlin, München und Dresden aus. Bei Germanwings gibt es nur die Berlin-Strecke.

Ein Ticketkauf im Reisebüro werde zudem eine Gebühr kosten, so Fischer. "Dass eine solche Gebühr kommt, weil wir keine Provisionen erhalten, ist inzwischen unstrittig", sagt Frank Michael Scheele, Vorsitzender des Ausschusses Linienluftverkehr im Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Berlin. Germanwings und Ryanair verkaufen ihre Tickets ohnehin nur über Call-Center oder per Internet. "Aber wer da bei der Buchung lange in der Warteschleife hängt, zahlt natürlich auch Geld", gibt Scheele zu bedenken.

"Sonnenziele" gefragt

Die Akzeptanz und damit die Zukunft der neuen Billigflieger wird nach Ansicht von Professor Born stark davon abhängen, ob es ihnen gelingt, auch "Sonnenziele" ins Programm zu nehmen und die günstigsten Flüge nicht nur für Menschen anzubieten, die in Köln/Bonn einchecken. Hapag-Lloyd-Express und Germanwings bräuchten in Deutschland mindestens zwei weitere so genannte Hubs für Europa-Flüge, so Born. "Und es wird nicht funktionieren, dass ich heute als Geschäftsmann für 29 Euro nach Barcelona fliege, morgen auf dem Weg in den Urlaub nach Malaga aber deutlich mehr bezahlen muss - das versteht keiner."

Air Berlin - ein Unternehmen, das sich nicht als Billigflieger sieht und anders als die anderen auch beim geplanten "City-Shuttle" nicht auf den Bordservice verzichten will - hat Born zufolge deshalb richtig reagiert: Flüge sowohl zu Urlaubszielen als auch zu wichtigen Großstädten werden von verschiedenen Flughäfen aus angeboten.

Mehr Gepäck kostet Zeit und Geld

Ob es den Billigfliegern an den "Sonnenzielen" dann auch gelingt, die Maschinen nur kurz am Boden zu haben, was das Geschäft für sie erst rentabel macht, sei eine weitere offene Frage, so Born. Urlauber haben in der Regel mehr Gepäck als Geschäftsreisende, die nur mit einem Aktenkoffer zum Gate kommen. Die Abfertigung könne dann länger dauern - und für die Billigfluggesellschaft entsprechend teurer sein.

Letztlich hängt vieles an den Preisen, die in der Werbung genannt werden. "Wenn man den Passagieren tatsächlich vermitteln kann: "Je später Du buchst, desto teurer wird es", dann kann das mit den Billigfliegern funktionieren", so Professor Born. "Doch das glaube ich erst, wenn ich es sehe." Bislang seien solche Konzepte noch immer daran gescheitert, dass die Auslastung nicht stimmte - und Restplätze kurzfristig doch wieder zu günstigen Preisen abgegeben wurden.

Piloten bangen um Sicherheit bei Billigfliegern

Die Europäische Pilotenvereinigung ECA (European Cockpit Association) befürchtet, dass der Boom der Billigfluggesellschaften Sicherheitsrisiken birgt. "Bei Fluggesellschaften eines neuen Typs, die Basen auch außerhalb ihres Stammlandes haben, müssen wir sicher gehen können, dass ausreichende Kontrolle der Fluggeräte, der Arbeitsbedingungen der Piloten und Besatzung sowie deren Ausbildung gewährleistet ist", sagte Giancarlo Crivellaro, Präsident der ECA dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag). Die Vereinigung warnte davor, dass in mehreren Ländern operierende Newcomer im Markt Kontrolllücken nutzen könnten.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair zum Beispiel stehe unter der Kontrolle der irischen Flugaufsicht Irish Aviation Authority. Ryanair hat aber auch Basen in Frankfurt Hahn und im belgischen Charleroi, mit Flugzeugen, die nicht regelmäßig nach Irland zurückkehren. Der ECA zufolge ist deswegen nicht gewährleistet, dass ausreichend kontrolliert wird. Die ECA ist der Dachverband der Pilotenverbände und organisiert traditionell vor allem die ehemaligen Staatsunternehmen, die heute noch von einer einzige Basis aus operieren.

gms, dpa - Fotos: gms

[?]
Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

 Suche in RZ-Online

 RZ

Web


[an error occurred while processing this directive]

Bundestagswahl


Fußball-Bundesliga
Bundesliga-Special
mit Gewinnspiel »



Zuletzt geändert am 17. September 2002 14:36 von aj

» Artikel druckenDruckversion
» Artikel empfehlen
» Schriftgröße einstellen
» Impressum