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Di 17.09.2002

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Roboter findet kein Licht am Ende des Pyramiden-Tunnels:

Fachwelt fühlt sich "verarscht"

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Der Generalsekretär des Internationalen Ägyptologenverbandes (IAE), Günter Burkhard sagte, die Öffnung des Sarkophags offensichtlich nicht live zu sehen gewesen. Denn Hawwas sei "ein verantwortungsvoller Ausgräber", der einen 4500 Jahre alten Sarkophag nicht "innerhalb von Minuten" vor Kameras zum ersten Mal öffnen würde.

Kairo - Die erhoffte Sensation ist ausgeblieben: Die groß angekündigte Erkundung der ägyptischen Cheops-Pyramide brachte statt Schätzen nur Steinwände und Hohlräume zum Vorschein.

Was am Dienstagmorgen als großes Medienspektakel mit weltweiten Live-Übertragungen zelebriert wurde, führte in der Fachwelt zu einem Aufschrei der Enttäuschung. "Verarscht" fühlte sich beispielsweise der Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin, Dietrich Wildung.

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit rollte ein kleiner Roboter durch einen engen Gang, seine Kamera starr nach vorn gerichtet. Am Ende des Ganges bohrte der elektronische Hilfs-Archäologe ein Loch durch so genannte Gantenbrink-Tür, benannt nach ihrem deutschen Entdecker. Die Kamera lugte hindurch - doch statt der erwarteten Schätze offenbarte sich ein Hohlraum und eine weitere Steintür.

Ägyptischer Chefarchäologe zufrieden

Trotzdem zeigte sich der ägyptische Chefarchäologe Sahi Hawwas zufrieden. "Ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben", sagte er dem Fernsehsender National Geographic, der die Inszenierung zusammen mit dem TV-Sender Fox finanzierte. Die Wissenschaftler öffneten zudem vor laufender Kamera den nach ihren Angaben ältesten bei seiner Entdeckung intakten ägyptischen Sarkophag, der im Juni nahe der Pyramiden von Gizeh gefunden wurde. Darin befand sich ein vermutlich 4500 Jahre altes männliches Skelett. Laut Hawwas gehörten die Überreste zu einem Aufseher im Wohnviertel der Pyramiden-Arbeiter.

Enttäuschtes Murren im Luxushotel

Aber das allein konnte die Zuschauer nicht beeindrucken. In einem Luxushotel bei Kairo, wo ägyptische und ausländische Journalisten das Ereignis auf einer Großleinwand verfolgten, war beim Blick in den leeren Schacht ein enttäuschtes Murren zu hören. Und auch die deutschen Fernsehzuschauer, die sich die Nacht um die Ohren schlugen, um das Spektakel im ZDF zu verfolgen, dürften enttäuscht gewesen sein. Zwar hatten die Wissenschaftler vorher gewarnt, dass möglicherweise nichts gefunden werde. Aber ihre Hoffnung, doch einen Schatz oder einen Papyrus mit Hinweisen auf die Erbauung der Pyramide zu finden, hatte große Erwartungen geweckt.

Ein "stinknormaler Kalksteinblock"

Die Erkundung des Inneren der größten ägyptischen Pyramide mit der Minikamera sei genau so gelaufen, wie die Fachleute vermutet hätten, sagte Wildung im Inforadio Berlin-Brandenburg. Aufgetaucht sei ein "stinknormaler Kalksteinblock, der den Rest des sicher unvollendeten Ganges blockiert". Dahinter komme mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein weiterer Hohlraum. "Entschuldigen Sie diesen vulgären Ausdruck - wir sind alle verarscht worden", sagte Wildung. Bei der angeblichen ersten Tür handelt es sich laut Wildung zudem um eine fest eingepasste Steinplatte; der Begriff "Tür" sei irreführend.

"All die großen Ankündigungen"

Der Generalsekretär des Internationalen Ägyptologenverbandes (IAE), Günter Burkhard, kritisierte ebenfalls die enttäuschten Erwartungen: "All die großen Ankündigungen und die Inszenierung standen in keinem Verhältnis zum letztendlichen Ergebnis". Zudem sei die Öffnung des Sarkophags offensichtlich nicht live zu sehen gewesen, sondern bereits vorher vorgenommen worden. Denn Hawwas sei "ein verantwortungsvoller Ausgräber", der einen 4500 Jahre alten Sarkophag nicht "innerhalb von Minuten" vor Kameras zum ersten Mal öffnen würde. Nach Angaben von ägyptischen Archäologen erfolgte auch die Bohrung durch den Stein nicht live. Sie sei bereits am Samstag vorgenommen worden.

Mit der Kamera konnte erstmals ein Blick hinter die Tür eines von der so genannten Königinnenkammer abgehenden Schachts geworfen werden. Dieser war erst 1993 von dem deutschen Ingenieur Rudolf Gantenbrink entdeckt worden. In der Cheops-Pyramide befinden sich mehrere Schächte, die nach Angaben von Archäologen der entweichenden Seele des verstorbenen Königs dienten. Die größte Pyramide Ägyptens in Giseh bei Kairo war in der Herrschaftszeit des Pharaos Cheops (um 2638 bis 2613 vor Christus) erbaut worden. Sie gilt als eines der Sieben Weltwunder des Altertums.

AFP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 17. September 2002 15:11 von aj

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