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Kühle Reaktionen auf Friedenspläne des "Nahost-Quartetts"

Toter und Verletzte bei Selbstmordanschlag

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Ein Experte sichert Spuren an einem Polizeiwagen, der bei dem Anschlag zerstört wurde: Der Attentäter starb, drei weitere Menschen wurden verletzt.

Jerusalem/Ramallah - Bei dem ersten palästinensischen Selbstmordanschlag seit mehr als sechs Wochen sind am Mittwoch in Nord-Israel mindestens ein Mensch getötet und drei weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt worden.

Der Täter detonierte die Bombe an einer Busstation nahe der arabischen Ortschaft Umm el Fahem in unmittelbarer Nähe von mehreren Polizisten. Bei dem Toten handelt es sich nach Medienberichten wahrscheinlich um den Attentäter. Bei gewaltsamen Zwischenfällen im Westjordanland waren im Verlauf des Tages bereits zwei Israelis und zwei Palästinenser getötet worden.

Scharon fordert "Ende von Terror und Gewalt"

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Die Pläne des so genannten Nahost- Quartetts für die Beendigung des Nahostkonflikts und die Gründung eines Palästinenserstaats bis 2005 riefen unterdessen bei den Beteiligten eher kühle Reaktionen hervor. Während Palästinenserpräsident Jassir Arafat den Plan noch als "positiven Schritt" bezeichnete, meinte sein Berater Nabil Abu Rudeineh, der Vorschlag der USA, UN, EU und Russlands erfülle nicht die Erwartungen der Palästinenser. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon sagte, vor jeder diplomatischen Lösung des Konflikts müsse "das vollständige Ende von Terror und Gewalt stehen". Dennoch hoffe Israel auf eine diplomatische Lösung.

Freie, faire und glaubwürdige Wahlen als Voraussetzung

Vertreter der UN, der EU, USA und Russlands hatten sich in der Nacht zum Mittwoch in New York auf einen Friedensplan verständigt, nach dem im Jahr 2005 Israel und Palästina als zwei souveräne Staaten nebeneinander bestehen würden. In der ersten Phase des Plans müssten die Palästinenser vor allem entschlossen gegen Terroristen vorgehen und freie, faire und glaubwürdige Wahlen abhalten. Die israelische Armee soll sich außerdem auf die Positionen vor dem Ausbruch der Intifada vor zwei Jahren zurückziehen. In der zweiten Phase würde dann im Jahr 2003 ein palästinensischer Staat in provisorischen Grenzen ausgerufen. Erst 2005 würden die endgültigen Staatsgrenzen durch Verhandlungen festgelegt.

Arafat: "Positiver Schritt"

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Ein palästinensischer Junge wirft in Ramallah Steine auf einen israelischen Panzer: Die Pläne des so genannten Nahost- Quartetts für die Beendigung des Nahostkonflikts und die Gründung eines Palästinenserstaats bis 2005 riefen unterdessen bei den Beteiligten eher kühle Reaktionen hervor.

Arafat nannte den Plan des Quartetts einen "positiven Schritt". Die Palästinenser hofften, dass die Beschlüsse auch in die Tat umgesetzt würden. Arafats Berater Nabil Abu Rudeineh meinte dagegen: "Das Quartett hätte einen Mechanismus vorlegen sollen, wie die israelische Besatzung beendet und ein unabhängiger palästinensischer Staat mit Jerusalem als Hauptstadt geschaffen wird." Dies sei der einzige Weg zu Frieden und Stabilität in der Region.

Die Bundesregierung begrüßte hingegen den "Fahrplan" für die Gründung eines palästinensischen Staates. Bei dem Treffen in New York seien wichtige Voraussetzungen für eine wesentlich bessere mittelfristige Perspektive zur Beilegung des Konflikts von Israel und Palästinensern geschaffen worden, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Andreas Michaelis.

Gewaltsame Zwischenfälle mit vier Todesopfern

Im Westjordanland kam es erneut zu gewaltsamen Zwischenfällen mit vier Todesopfern. Bei einem Anschlag mutmaßlicher palästinensischer Extremisten wurde im nördlichen Westjordanland ein Israeli getötet. Nach israelischen Angaben schossen die Täter nahe der palästinensischen Stadt Dschenin auf ein israelisches Fahrzeug und trafen einen der Insassen tödlich.

Auf einer Müllhalde des arabischen Dorfes El Asaria bei Jerusalem wurde die verbrannte Leiche eines 67-jährigen Israelis aus der Siedlung Maale Adumim gefunden. Nach Angaben israelischer Sicherheitskräfte war der Mann am Dienstagmorgen zum Einkaufen in das Dorf gefahren und dort offenbar ermordet worden.

Israelische Soldaten erschossen im nördlichen Westjordanland einen palästinensischen Autofahrer. Die Soldaten wollten nach Armeeangaben das Auto mit zwei offensichtlich bewaffneten Insassen stoppen. Der Fahrer habe daraufhin versucht, die Soldaten zu überfahren. Nördlich von Nablus töteten bewaffnete Palästinenser einen mutmaßlichen Kollaborateur mit Israel.

dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 18. September 2002 17:06 von aj

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