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Schön verschroben: "Neues von Pettersson und Findus"

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Da lachen ja die Hühner

Nichts schätzt Pettersson mehr als seine Ruhe, und als dem Eigenbrötler jemand eine Schachtel mit einer herausragenden Pfote schenkt, ist er zunächst gar nicht erfreut.

Drin ist ein kleines Wesen, das von der ersten Sekunde an für Umtrieb sorgt im ikea-roten Bauernhaus des alten Zausels, der fortan sein Leben mit einer sprechenden Katze verbringt. Und das ist sowohl für die beiden wie auch für die Zuschauer ein großes Glück, wie auch ihr zweiter Zeichentrickfilm "Neues von Pettersson und Findus" zeigt.

Allein in Deutschland verkauften sich Pettersson-und-Findus-CDs und -Kinderbücher bis jetzt über vier Millionen Mal, und der erste Zeichentrickfilm über das seltsame Paar wurde von einer Million Zuschauer gesehen, darunter bestimmt etliche Erwachsene, die keine Kinder als Vorwand brauchen, um sich die beiden anzuschauen. Und es sieht gottlob nicht so aus, als ob ihrem Schöpfer, dem schwedischen Grafiker Sven Nordqvist, der sich seit bald 20 Jahren die Abenteuer des alten Mannes und der Katze ausdenkt, allmählich die Ideen ausgingen.

Selbstgenügsames schwedisches "Savoir vivre"

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In mehreren Episoden, von einer Rahmenhandlung locker verknüpft, führen P&F erneut ihr selbstgenügsames schwedisches "Savoir vivre" vor. Weil das selbst gebastelte Türschloss klemmt, kann Pettersson nicht mehr aus seinem Klohäuschen heraus. Der auf der Wiese faulenzende Findus, von Henne Prillan zu Hilfe gerufen, lässt sich Zeit, bevor er den alten Kauz befreit.

Als der erboste Pettersson dann noch über Findus' Unordnung mosert, reicht es der kleinen Miezekatze: Sie will spielen, nicht aufräumen. Per Brief an den König, den höchsten "Bestimmer", soll geklärt werden, ob Katzen aufräumen müssen.

Und weil dies ein Kinderfilm ist, bekommt Findus auch eine Antwort. Als der eilige Briefträger jedoch mit dem Fahrrad in die Hecke stürzt, wird der Brief von den Muklas aufgefangen, die daraus erst einmal ein Häuschen bauen. Muklas sind winzige gestreifte und nur für den Zuschauer sichtbare Gnome, die in den Bilderbüchern am Bildrand herumwuseln, im Film aber teilweise wie Heinzelmännchen in die Handlung eingreifen.

Beim Angeln wimmert der Wurm

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Die drolligen Wesen erfinden ihre eigenen Spiele und kreieren Mini-Episoden, die als augenzwinkernder Kommentar die Abenteuer von Pettersson und Findus begleiten. In der Welt von P&F schnarchen im Teich die Hechte, und beim Angeln wimmert der Wurm an der selbst gebastelten Flitzebogenangel; Elche fressen Salamibrote und tarnen sich vor Jägern als Elch-Trophäe.

Vielfach verwendbar sind Petterssons stets lachende Hühner: Mal vertreiben sie mittels um den Kopf gebundener Indianerfedern als "Wilde Hühner" Petterssons nervigen Bruder, mal foppen sie, als Außerirdische verkleidet, Petterssons grummeligen Nachbar Gustavsson.

Prima Alternative zu den lauten Computeranimationen aus Hollywood

Die Zeichnungen des Trickfilms sind exakt den detailreichen Bilderbüchern empfunden - die Geschichten sind dagegen noch ein bisschen mehr um die Ecke gedacht. Aber die leicht skurrilen Episoden scheinen den kindlichen Erfahrungshorizont nicht zu überfordern, wie die Reaktion der Kinder bei einer Vorab-Filmvorführung zeigte.

Diesmal gibt's auch auch ein paar Anspielungen nur für Erwachsene, wie etwa Findus' geträumter Flug auf den Mond, wobei der einst von den Russen in den Weltraum geschickte Hund Laika in der Raumkapsel vorbeifliegt. Im zeitlosen Paradies von P&F haben all diese Spinnereien nie schlimme Folgen, und mit ihrer Ruhe und Verträumtheit ist diese skandinavische Zeichentrickidylle eine prima Alternative zu den lauten und aufgeregten Computeranimationen Hollywood'scher Provenienz.

Birgit Roschy. AP


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Zuletzt geändert am 1. Oktober 2002 11:00 von tea

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