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So 20.10.2002

 Sport

   vom 20.10.02

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Hawaii: "Eisenfrau"
Kraft auf Platz zwei

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Interview mit Triathletin Nina Kraft:

"Mein Freund musste mich bremsen"

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  • "Was überwiegt nach Ihrem zweiten Platz: Die Enttäuschung, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, oder die Freude darüber, das beste Ergebnis einer deutschen Frau im Mekka des Triathlons erreicht zu haben?"

    Nina Kraft: "Ganz klar die Freude. Das war mein schönstes Erlebnis und der größte Triumph in meiner bisherigen Laufbahn. Natascha Badmann hat verdient gewonnen. Sie ist noch einmal eine Klasse für sich."

  • "Trotzdem haben Sie bis über die Hälfte der Radstrecke hinaus geführt. Haben Sie kurzzeitig an den Sieg geglaubt?"

    Kraft: "Mir war klar, dass Natascha von hinten kommt. Und beim Laufen hatte ich eher Angst, dass Lori Bowden mich noch einholt. Mein Freund musste mich sogar bremsen, damit ich nicht zu schnell laufe und schließlich noch einbreche."

  • "Bei Ihrem ersten Start 1998 landeten Sie auf Platz 50. Im vergangenen Jahr waren Sie Dritte, jetzt Zweite. Was kommt im nächsten Jahr?"

    Kraft: "Das ist Zukunftsmusik. Daran denke ich überhaupt noch nicht. Hawaii ist die Hölle. In diesem Jahr war es unglaublich schwül. Jetzt bin ich hundemüde und will einfach nur noch ins Bett."

  • "Sie haben auf dem Rad sogar Lothar Leder überholt, der bei den Männern als einer der Favoriten galt. Was ging Ihnen zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf?"

    Kraft: "Ja, das war bei Kilometer 160. Lothar hat mir leid getan. Er hat sich in diesem Jahr einfach zu viel zugemutet."

  • "Sie hatten vor dem Rennen trotz Ihres Sieges in Roth eher tiefgestapelt. War das reine Taktik?"

    Kraft: "Nein. Die Vorbereitung verlief leider nicht ganz so wie ich wollte. Ich war krank und musste eine Zwangspause einlegen. Aus privaten Gründen musste ich zudem das Trainingslager in Deutschland absolvieren, und im Rennen hatte ich zunächst mit Rückenschmerzen zu kämpfen."

  • "Sie kassieren für den zweiten Platz rund 30.000 Euro. Wie wichtig ist für Sie das Preisgeld?"

    Kraft: "Natürlich steht der sportliche Erfolg an erster Stelle. Aber die Finanzspritze ist nicht zu verachten. Ich lebe ja in erster Linie von den Preisgeldern. Vielleicht kommen jetzt ein paar Sponsoren dazu."

    sid - Foto: Thomas Frey


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    Zuletzt geändert am 20. Oktober 2002 13:40 von aj

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