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Mi 23.10.2002
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Ungleiches Paar reist durch Südafrika - Roadmovie "Malunde""Du bist ein cleverer kleiner Kaffer"
Ein Roadmovie mit Herz hat die Besucher mehrerer Filmfestivals berührt, das Spielfilmdebüt "Malunde" von Stefanie Sycholt. Die Geschichte um ein ungleiches Paar, das gemeinsam in Südafrika unterwegs ist, wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet und wird nun auch in ausgewählten deutschen Kinos gezeigt. "Du bist ein cleverer kleiner Kaffer", sagt Kobus (Ian Roberts) zu dem kleinen Wonderboy (Kagiso Mtetwa). Der schwarze Straßenjunge mit dem merkwürdigen Namen klebt wie eine Klette an ihm. Obwohl er ihn spüren lässt, dass er ihm gewaltig auf die Nerven geht, hat Wonderboy gerade die Kommissionsware des frisch gebackenen Vertreters vor Dieben gerettet. Der kleine Schwarze und der weiße Ex-Soldat
An einer Kreuzung in Johannesburg treffen die beiden aufeinander. Wonderboy versucht sich mit dem Waschen von Autoscheiben etwas Geld zu verdienen. Als der Lieferwagen des Weißen an der Reihe ist, stürmte plötzlich ein Gangster mit Pistole auf die beiden zu. Kobus glaubt an einen Überfall, braust mit Wonderboy davon und will ihn dann möglichst schnell wieder los werden. Denn für den Ex-Soldaten des inzwischen abgesetzten Apartheit-Regimes ist klar, dass der Junge nichts taugen kann. Täglicher Überlebenskampf läuft mit Humor
Auf einer dunklen Landstraße wirft Kobus ihn aus dem Wagen, mutterseelenallein steht Wonderboy nun in der Weite der einsamen Landschaft. Die wenigen Menschen, an die er sich wenden kann, schlagen ihm die Tür vor der Nase zu und er hat nichts als die Sachen, die er am Leib trägt. Niemand interessiert sich für sein Schicksal. Doch Wonderboy trägt seinen täglichen Überlebenskampf mit Humor, außerdem hat er einige erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. So erweist er sich etwa als echtes Verkaufstalent und ist auch in dieser Hinsicht Kobus Rettung. Versöhnung funktioniert nur aus der Nähe Das ungleiche Paar muss auf dem gemeinsamen Weg niederschmetternde Wahrheiten verkraften, und von einem Hollywood-Ende ist "Malunde" weit entfernt. Die Filmemacherin Sycholt kommt ohne Melodramatik und erhobenen Zeigefinger aus, während sie ihre Botschaft vermittelt: "Versöhnung verfeindeter Gruppen und unterschiedlicher Rassen funktioniert nur auf einer persönlichen Ebene." Sycholt weiß, wovon sie spricht, denn sie ist die Tochter deutscher Einwanderer und während der Zeit des Apartheit-Regimes in Südafrika aufgewachsen. Empfehlenswerte Alternative zum Blockbuster-Kinoeinerlei Authentizität spürt man auch im Spiel des 12-jährigen Mtetwa, obwohl "Malunde" sein erster Film ist und er selbst kein Straßenkind war, sondern aus einfachen Verhältnissen in Soweto stammt. Finanzielle Unterstützung erhielt die Filmemacherin, die an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film studiert hat, für ihr Projekt mit südafrikanischen Themen nur in Deutschland, nicht in Südafrika. Die Begründung: Der internationale Markt interessiere sich nicht dafür. Dabei ist Sycholts Debüt eine empfehlenswerte Alternative zum Blockbuster-Kinoeinerlei. Silke Weiss, dpa [?] |
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Zuletzt geändert am 23. Oktober 2002 09:38 von to |
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