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Meyer gegen Geyer: Duell der Trainer-Oldies auf dem Bökelberg

Ratlosigkeit vor dem "Abstiegs-Gipfel"

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Ratlos und frustriert: Gladbachs Trainer Hans Meyer (li.) und sein Cottbuser Kollege Eduard Geyer sind derzeit um ihre Jobs nicht zu beneiden.

Mönchengladbach/Cottbus - Borussia Mönchengladbach erlebt die schlimmste Krise in der Ära Hans Meyer, und Schlusslicht Energie Cottbus "kratzt" unter Trainer Eduard Geyer nach nur einem Sieg aus elf Saisonspielen verdächtig nahe an einem neuen Negativ-Rekord.

Vor dem "Bundesliga-Kellerduell" am Sonntag ist die Stimmung bei den Kontrahenten auf dem Tiefpunkt angelangt. Klar ist, dass es auch für einen der beiden Trainer bei einer weiteren Niederlage eng wird. Meyer gegen Geyer - auf den Verlierer kommen ganz schwere Zeiten zu.

Rasante Talfahrt in den Tabellen-Keller

Am Mönchengladbacher Bökelberg herrscht vor dem "Abstiegs-Gipfel" gegen das Bundesliga-Schlusslicht Ratlosigkeit pur. "Keine Ahnung, wie wir aus dem Loch wieder rauskommen", meinte Markus Münch und sprach damit stellvertretend für eine völlig verunsicherte Mannschaft.

Sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Partien und der erstmalige Sturz auf einen Abstiegsplatz dokumentieren die rasante Talfahrt der Borussia in den Tabellenkeller. Das jüngste 0: 5-Debakel im DFB-Pokal bei Schalke 04 offenbarte eine leblose Mannschaft und ließ stark an die Chaostage in der Abstiegssaison 1998/99 (2:8 gegen Leverkusen, 1:7 in Wolfsburg) erinnern.

"Jetzt hilft nicht Quatschen oder Straftraining"

"Wir sind in einer ganz kritischen Situation. Den Spielern fehlt das Selbstvertrauen, bei uns ist in allen Mannschaftsteilen Sand im Getriebe", analysierte Trainer Meyer zwar treffend, hatte bei der Suche nach einem Weg aus der Krise aber auch nur Durchhalteparolen parat: "Jetzt hilft nicht Quatschen oder Straftraining, sondern gegen Cottbus muss ein Sieg her."

Acht Mannschaften aus der Bundesliga gelang bislang ein Sieg gegen Cottbus. Zweimal holte "Energie" einen Punkt (gegen Leverkusen (1:1) und in Stuttgart (0:0) und nur einmal gewann die Geyer-Elf (in Hannover/3:1). Seit dem 30. März 2002 warten die Lausitzer auf einen Heimsieg - und dennoch schwört die Vereinsführung Treue zu Trainer Geyer: "Bevor wir den Coach rausschmeißen, gehen wir selbst", hatten Vorsitzender Dieter Krein und Manager Klaus Stabach immer wieder betont.

Meyer sucht nach einem Führungsspieler

Die Führung der Cottbuser beließ es nicht nur bei Ankündigungen, sondern krempelte den Kader zuletzt ordnetlich um. Mit Vilmos Sebök, Brasilia, Hamid Termina, Markus Feldhoff, Vasile Miriuta und Bruno Akrapovic mussten sechs Spieler gehen. Der erhoffte Erfolg blieb aus. Am Mittwoch kassierte die Geyer-Elf gegen Kaiserslautern im Pokal (0:1) eine erneute Niederlage. Zu allem Überfluss verletzte sich in dieser Partie der komplette Sturm. Paulo Rink zog sich eine Wadenverletzung zu, und Maro Topic erlitt einen Riss in der Lippe. "Beide werden bei Borussia Mönchengladbach wohl fehlen", meinte Trainer Geyer.

Die personellen Schwächen der Cottbuser könnte zur Chance für die Gladbacher werden, doch am Bökelberg will man nicht an einen Sieg glauben. Nicht aus dem Grunde, weil die Borussia gegen die Lausitzer in der Liga noch kein Spiel gewinnen konnte, als vielmehr vor dem Hintergrund, dass auf dem Platz ein Führungsspieler momentan händeringend gesucht wird. "Wir haben von der Psyche her keine starken Spieler", erklärte Meyer nach dem Debakel in der Arena AufSchalke.

Ein Problem, dass in Gladbach allerdings hausgemacht ist. Schwierige Spielertypen, die in Krisensituationen die Ärmel hockhrempeln, wurden vom Coach entweder aussortiert oder erst gar nicht verpflichtet. So verwundert es nicht, dass Gladbach seit dem Aufstieg 2001 noch keine Begegnung nach einem Rückstand umbiegen konnte.

Von Stefan Tabeling, sid - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 8. November 2002 12:40 von sab

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