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Atomkraftgegner sorgen mit Blockaden für Verzögerungen:

Castor-Transport erreicht das Wendland

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Mit Blockadeaktionen zwangen AKW-Gegner den Zug mehrfach zu Zwischenstopps mit insgesamt mehrstündiger Wartezeit.

Lüneburg - Begleitet von Protesten der Atomkraftgegner ist der bislang größte Castor-Transport mit hochradioaktivem Müll am Mittwoch im Wendland angekommen.

Der 630 Meter lange Zug mit den zwölf Castoren für das Zwischenlager Gorleben verließ am Mittag Lüneburg und befand sich auf dem Weg zum 50 Kilometer entfernten Danenberg, wo die Fracht für die letzten 20 Kilometer auf Tieflader umgeladen werden sollte. Mit Blockadeaktionen zwangen AKW-Gegner den Zug mehrfach zu Zwischenstopps mit insgesamt mehrstündiger Wartezeit. Am Nachmittag kam es bei Hitzacker kurz vor Dannenberg zu einer ersten Konfrontation zwischen Polizei und rund 400 Demonstranten.

Schienenstück rausgeschnitten und wieder angeschweißt

Nach Einschätzung der Polizei, die rund 10.000 Beamte im Wendland zusammegezogen hatte, nahm die Zahl der Demonstranten erneut deutlich ab. In der Höhe von Hitzacker gelang es gleichwohl rund 400 Atomkraftgegnern, das Gleis in Richtung Dannenberg zu besetzen. Zuvor hatten Demonstranten den Castor-Zug drei Mal zum Halten gezwungen. Bereits am Dienstagabend hatten sich zwei AKW-Gegner in der Höhe von Mannheim an die Schienen gekettet. Südlich von Bremen besetzten dann am Mittwoch rund 20 Atomkraftgegner bei Hassbergen die Schienen und steckten Reifen in Brand. Auch bei Eystrup in Niedersachsen ketteten sich zwei Männer an die Gleise. Die Polizei musste daraufhin ein Stück Schiene rausschneiden und anschließend wieder anschweißen.

ICE zur Notbremsung gezwungen

Als den bis dahin "gefährlichsten" Zwischenfall stufte die Polizei allerdings eine Blockade der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg ein, durch die der ICE Helvetia auf dem Weg nach Süden zu einer Notbremsung gezwungen worden war. Er kam nur unmittelbar vor der Stelle zum Stehen, an der die Polizei kurz zuvor in einer "Rettungsaktion" 27 Demonstranten von den Gleisen geholt hatte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) appellierte am Mittwoch an die Demonstranten, ihren Protest nur friedlich zum Ausdruck zu bringen. GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg warnte ähnlich wie zuvor schon Polizeieinsatzleiter Hans Reime, gewalttätiger Widerstand habe "mit dem Demonstrationsrecht nichts zu tun".

Weitertransport erst am Donnerstag erwartet

Die zwölf Castor-Behälter enthalten Glaskokillen mit insgesamt 1320 Tonnen hochradioaktiven Abfalls. Es handelt sich um die dritte Rückführung von deutschem Atommüll in das Zwischenlager Gorleben seit der Wiederaufnahme der Transporte aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague im März 2001. Beim ersten Transport hatte es im Wendland massive Protestaktionen gegeben; vier Atomkraftgegner hatten den Castor-Zug mit einer spektakulären Ankett-Aktion 24 Stunden lang aufgehalten. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) verteidigte die Rücktransporte erneut. "Ein Verschieben des Mülls ins Ausland kommt für mich nicht infrage", sagte Trittin der "Berliner Zeitung".

Der Weitertransport der Castoren von Dannenberg über die Straße nach Gorleben wurde erst für Donnerstag erwartet, da die zwölf Castoren in der Umladestation Dannenberg mit erheblichem Rangieraufwand auf Tieflader geschafft werden müssen.

AFP


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Zuletzt geändert am 13. November 2002 15:30 von aj

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