[?]
... Pechstein Zweite hinter Hughes
Deutschlands Rekord-Winterolympionikin zollte offenbar dem Kräfteverschleiß aus dem 1000-m-Rennen vom Vormittag (4. in 1:19, 11) Tribut. "Ich bin nicht ganz so schnell angegangen, aber am Ende war es trotzdem schwer", meinte die 30-Jährige: "Hughes war einfach schneller."
Inzellerin fällt ein "Stein vom Herzen"
Anni Friesinger schlug nach dem Zieleinlauf sichtlich erleichtert die Hände vor ihr Gesicht. "Ein Stein ist mir vom Herzen gefallen. Ich hatte richtig viel Schiss, weil ich nicht wusste, wo ich stehe. Die große Unsicherheit ist jetzt weg", meinte die 25-Jährige, die in 4:10,15 Minuten zwischenzeitlich den Bahnrekord verbessert hatte: "Ein Duell kann es erst geben, wenn beide mit dem selben Niveau ins Rennen gehen. Und das ist frühestens im Januar der Fall." Am Ende lag sogar die Erfurterin Daniela Anschütz in 4:09,62 Minuten als Vierte mit ihrer bislang besten Weltcup-Platzierung vor Friesinger.
Trainer wollte ein konstantes Rennen
"Das war genau das was wir wollten, ein konstantes Rennen. Die maximale Form kommt erst", kommentierte Trainer Markus Eicher die Leistung der 1500-m-Olympiasiegerin und -Weltrekordlerin, über deren Spezialstrecke es am Sonntag zum erneuten Vergleich mit Pechstein kommt. "Das ist gar nicht meine Strecke", meinte die Berlinerin, die in dieser Saison erstmals einen Gesamt-Weltcup gewinnen will.
Im in Erfurt erstmals ausgetragenen "Kleinen Vierkampf" hat die Berlinerin nur noch geringe Chancen auf den Sieg. Die 3000-m-Olympiadritte Cindy Klassen verbesserte über 1000 m den Bahnrekord der Erfurterin Sabine Völker aus dem Vorjahr um drei Zehntelsekunden auf 1:16,47 Minuten und hatte nach Platz drei über 3000 m in 4:06,87 Minuten ein dickes Polster auf Claudia Pechstein, die nach drei der vier Disziplinen auch die US-Amerikanerin Jennifer Rodriguez kaum noch einholen kann und auf Rang drei zusteuert.
Mehrkampf in der Kritik: Nach diesem System zu anstrengend
Der neu ins Programm aufgenommene Mehrkampf war am Samstag weiterhin Zielscheibe der Kritik. "Nach diesem System macht dieser Vierkampf keinen Sinn. Die 1000 und 3000 m an einem Tag sind zu anstrengend", meinte Pechsteins Trainer Joachim Franke, dessen Schützling wegen der ausgeschriebenen Bonuspunkte für die Weltcup-Wertung mitmachte. Anni Friesinger, Gesamt-Weltcupsiegerin der vergangenen Saison über 1500 m sowie auf der Langstrecke (3000/5000 m), hatte nach ihrer Erkrankung von vornherein auf die Teilnahme am Vierkampf verzichtet.
Deutsche Herren unter "ferner liefen"
Die deutschen Herren landeten wieder einmal unter "ferner liefen". Bester war noch Anni Friesingers Bruder Jan als 15. über 1500 Meter in 1:50,43 Minuten. Olympiasieger Derek Parra aus den USA lief in 1:47,48 Minuten ebenso Bahnrekord wie Pechstein über 3000 und Klassen über 1000 m. Parra führte damit nach drei Disziplinen des Kleinen Vierkampfs vor den abschließenden 5000 m am Sonntag klar.
Christiana Mansfeld, sid
|