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Nervenkrieg hat sich weiter verstärkt:

USA drängen UN zu Vorkehrungen im Irak

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Die UN-Inspektoren untersuchen weiter verdächtige Fabriken auf Massenvernichtungswaffen. Nach Angaben aus UN-Kreisen vom Montag hat sich Washington ausführlich über den Stand von Vorkehrungen der Vereinten Nationen zu humanitärer Hilfe im Irak erkundigt.

New York/London/Washington - Der Nervenkrieg zwischen den USA und dem Irak hat sich am Montag weiter verschärft. Die USA drängen die Vereinten Nationen, sich auf eine etwaige humanitäre Krise im Irak im Falle eines Krieges einzurichten.

Gleichzeitig lehnte Washington ein irakisches Angebot ab, Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA an den Waffeninspektionen im Land teilnehmen zu lassen. Die Beweislast liege allein bei Bagdad. Angesichts zunehmender Vorkehrungen der USA und Großbritanniens für einen möglichen Krieg sprach sich der Vatikan gegen einen einseitigen Präventiv- Angriff auf den Irak ohne Zustimmung der Vereinten Nationen aus.

UN: Vorkehrungen für alle Eventualitäten

Nach Angaben aus UN-Kreisen vom Montag hat sich Washington ausführlich über den Stand von Vorkehrungen der Vereinten Nationen zu humanitärer Hilfe im Irak erkundigt. Das vertrauliche Gespräch zwischen Vertretern der UN und der USA habe auf Initiative Washingtons am Freitag in New York stattgefunden. Die Vereinten Nationen hätten bestätigt, dass sie Mitte Dezember mit Vertretern von Geberländern zusammengekommen seien und Hilfe für die irakische Bevölkerung im Kriegsfall erörtert hätten. Bei den UN in Genf hieß es dazu, es sei normal, dass für alle Eventualitäten Vorkehrungen getroffen würden.

Angriff Ende Januar/Anfang Februar?

Die USA wollen nach Informationen der "Washington Post" im Januar weitere 50.000 Soldaten in die Golfregion entsenden, so dass ein Angriff Ende Januar oder Anfang Februar möglich wäre. Laut "New York Times" testen sie bereits mit Marschflugkörpern ausgerüstete "Predator"-Flugzeuge vor Ort über der südlichen Flugverbotszone. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz versicherte in einem Beitrag für die Zeitung jedoch, die USA versuchten, ihre Ziele mit friedlichen Mitteln zu erreichen, "weil wir die Risiken kennen, die mit jeder Gewaltanwendung verbunden sind".

Saddams Berater: Irak ist bereit

Saddam Husseins Berater General Amir al Saadi erklärte am Sonntag, der Irak sei bereit, jede Frage der USA und Großbritanniens zu dem rund 12.000 Seiten umfassenden irakischen Waffendossier zu beantworten. Weitere Dokumente über "Lücken" in der Erklärung, die UN-Waffeninspekteure festgestellt hatten, werde Bagdad dagegen nicht übergeben. "Wir haben nicht mehr."

Saadi wollte nicht auf Forderungen Washingtons eingehen, irakische Wissenschaftler außerhalb des Landes vor den Inspekteuren aussagen zu lassen. Er lud dagegen CIA-Mitarbeiter ein, Waffeninspekteure zu Orten zu führen, an denen vom CIA Produktionsstätten für Massenvernichtungswaffen vermutet würden. Ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington sagte jedoch dem britischen Sender BBC, die Beweislast, dass Bagdad keine Massenvernichtungswaffen herstelle, liege beim irakischen Präsidenten Saddam Hussein.

Lebensmittel für etwa 900.000 Flüchtlinge

Die Vereinten Nationen treffen unterdessen Vorkehrungen dafür, Lebensmittel für etwa 900.000 Flüchtlinge zu sammeln. Sie hätten Geberländer aufgerufen, rund 37 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Es werde befürchtet, dass bei einem Krieg die Infrastruktur des Irak stark beschädigt würde. Die UN-Hilfsorganisationen arbeiteten auch an Evakuierungsplänen für ihre Mitarbeiter im Irak.

Der vatikanische "Außenminister", Kardinalstaatssekretär Jean- Louis Tauran, sprach jedem Land das Recht ab, einseitig und ohne Absprache mit den Vereinten Nationen zu den Waffen zu greifen. "Wenn das so wäre, würde das ganze System internationaler Regelungen zusammenbrechen. Es bestünde die Gefahr, dass das Gesetz des Dschungels herrscht", sagte er in der der römischen Zeitung "La Repubblica".

Israel: Ziele für Vergeltungsangriff

Die israelische Armee hat nach einem Bericht der Tageszeitung "Maariv" Ziele für den Fall eines Vergeltungsangriffs gegen den Irak festgelegt. Generalstabschef Mosche Jaalon soll die Streitkräfte angewiesen haben, sämtliche Planungen für die Zivil- und die militärische Verteidigung des Landes bis zum Jahresende abzuschließen. Israel plant nur im Falle eines irakischen Angriffs mit Massenvernichtungswaffen einen Gegenschlag gegen Bagdad.

dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 23. Dezember 2002 15:46 von aj

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