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Ex-Minister Krause zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt

Betrug und versuchte Steuerhinterziehung

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Verurteilt: Ex- Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU).

Rostock - Das Landgericht Rostock hat den ehemaligen Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Krause habe sich der Untreue, des Betruges und der versuchten Steuerhinterziehung schuldig gemacht, stellte das Gericht am Montag fest. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und zehn Monate Haft, die Verteidigung Freispruch gefordert. Der 49 Jahre alte Krause hatte sich nach seinem Rücktritt als Bundesminister im Mai 1993 als Unternehmer in der Baubranche versucht.

Schaden: Sechs Millionen Euro

Nach Ansicht des Gerichts steckte Krause 1993 als Geschäftsführer einer eigenen Baufirma einen für Bautätigkeiten gewährten Kredit der Bayerischen Landesbank in zweifelhafte Finanzgeschäfte in der Schweiz und veruntreute damit Firmengelder. Der Schaden betrage rund sechs Millionen Euro. Außerdem soll der Ex-Minister 1994 und 1995 dem Finanzamt gegenüber zu geringe Einnahmen angegeben haben, was als versuchte Steuerhinterziehung in zwei Fällen bewertet wurde. 1998 bürgte Krause als Privatmann für Schulden seiner Firma, ohne die Bürgschaften einzulösen. Damit sei der Straftatbestand des Betruges erfüllt, so das Gericht.

Krause nahm das Urteil ohne äußerliche Regungen auf. Seine Verteidiger dürften voraussichtlich Revision einlegen. In dem seit April laufenden Prozess waren 36 Zeugen gehört worden. Krause hatte unter anderem geltend gemacht, er sei Opfer einer "gut organisierten kriminellen Veranstaltung" geworden. Seine Verteidigung sprach von einem für Krause nachteiligen "politischen Anstrich" des Prozesses.

Einigungsvertrag maßgeblich mit ausgehandelt

Krause handelte als Staatssekretär der letzten DDR-Regierung 1990 den Einigungsvertrag maßgeblich mit aus. 1990 wurde er Bundesverkehrsminister. Nach diversen Affären um Umzugskosten und Putzfrau-Honorare trat er 1993 als Minister zurück. Danach versuchte er sich als Bau-Unternehmer, wofür er unter anderem von der Bayerischen Landesbank Kredit bekam. Er wollte preiswerte "Volkshäuser" bauen. 1997 war seine Firma Pleite. Im vergangenen Jahr musste Krause einen Offenbarungseid leisten und das Anwesen seiner einstigen Ehefrau Heidrun in Börgerende bei Rostock, das als Banksicherheit gedient hatte, wurde für 1,7 Millionen Euro versteigert. Seine Ex-Frau hatte im Prozess gegen Krause ausgesagt.

AFP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 23. Dezember 2002 15:26 von aj

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