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Wirtschaftsverbände blicken pessimistisch auf 2003 - Umfrage:

Stimmung auf Zehn-Jahres-Tief

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Köln/Berlin - Die Stimmung bei den deutschen Wirtschaftsverbänden ist auf Zehn-Jahres-Tief:

Die Perspektiven würden so pessimistisch eingeschätzt wie zuletzt zu Beginn der Rezession 1992/1993, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für 2003. Vor allem die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung und die hohen Abschlüsse der diesjährigen Tarifrunde sorgten laut IW für Katerstimmung. Etwas optimistischer blickt hingegen der Mittelstand in das kommende Jahr.

Nur Stahl und Chemie zuversichtlicher

Während 18 von 44 befragten Wirtschaftsverbänden für das kommende Jahr mit sinkenden Produktions- und Umsatzzahlen rechneten, gingen 19 von einer Stagnation aus, berichtete das IW. Besonders kritisch sahen demnach das mittelständisch geprägte Handwerk und das tief in der Krise steckende Baugewerbe ihre Situation. Auch bei der Tourismusbranche und der Gastronomie trübe sich das Klima merklich ein. Nur die Wirtschaftsvereinigung Stahl und die Chemische Industrie blickten etwas zuversichtlicher in die Zukunft.

Fast alle rechnen mit weiterem Stellenabbau

Mit einem weiteren Stellenabbau rechnen laut IW fast alle Branchen: 38 der 44 befragten Verbände gaben an, voraussichtlich nicht um die Streichung weiterer Jobs herumzukommen. Kein einziger Wirtschaftszweig will sein Personal aufstocken. Flaute herrscht auch bei den Investitionen: 26 Sektoren gaben an, hier mit Kürzungen zu rechnen.

Ein optimistischeres Bild ergab eine Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. Danach erwarten zumindest 38 Prozent der befragten Unternehmen im kommenden Jahr ein besseres Geschäft, weitere 35 Prozent schließen zumindest eine Verschlechterung aus. Mehr als jedes zweite Unternehmen gab an, keine Mitarbeiter entlassen zu wollen. Neueinstellungen und Personalabbau hielten sich mit jeweils 24 Prozent die Waage.

Produktion im Ausland?

Fast jedes zehnte Unternehmen plant laut Verbandspräsident Mario Ohoven, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Für 70 Prozent kommt dies jedoch auf keinen Fall in Frage. Vier Prozent planten sogar, ihren Betrieb völlig aufzugeben, 78 Prozent lehnten dies kategorisch ab. Ohoven sah darin ein positives Signal: "Der Mittelstand nimmt seine gesamtgesellschaftliche Verantwortung für Wachstum und Beschäftigung ernst", betonte er.

"Spürbare Zurückhaltung bei Investitionen"

Sorge bereitet auch dem Mittelstandspräsidenten die "spürbare Zurückhaltung bei den Investitionen". Mit 44 Prozent wolle fast die Hälfte der Unternehmer die Investitionen im kommenden Jahr zurückfahren, nur 26 Prozent wollten mehr investieren. Hier sei ein "radikaler Kurswechsel" der Bundesregierung nötig, betonte Ohoven. Sie müsse die Betriebe durch Steuer- und Abgabensenkungen in die Lage versetzen, wieder Investitionen tätigen zu können.

AFP


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Zuletzt geändert am 27. Dezember 2002 14:12 von aj

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