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Wortstark: Teil Eins der Lebenserinnerungen von Gabriel García Márquez

Die Entdeckung Macondos

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"Leben, um davon zu erzählen": Marquez

Während der Literatur- Nobelpreisträger Gabriel García Márquez schreibt, sitzt ihm - so hat es der "Spiegel" formuliert - "der Tod im Nacken". Doch bevor ihn der Krebs besiegt, will der 74- Jährige sein letztes Werk beenden - seine Erinnerungen. Ein Drittel dieses Weges hat er zurückgelegt: "Leben, um davon zu erzählen" beschreibt die ersten 27 Lebensjahre des Schriftstellers - ein Meisterwerk.

Zahlen, Daten, Fakten? Der kolumbianische Autor Gabriel García Márquez benennt in seinem Erinnerungsband Wegmarken, Wendepunkte, Schlüsselerlebnisse, die dem Leser in der Tat helfen, die Romane des großen Kolumbianers zu entschlüsseln. Wortgewaltig und bildhaft wie sein ganzes Werk, das zum literarischen Brennglas eines ganzen Kontinents wurde.

Welt voller Gewalt, Trauer und Magie in Bücher gegossen

Mit "Gabo" signierte der Kolumbianer jahrelang seine Zeitungskolumne, als Gabo ist er seinen Landsleute bekannt. Gabo hat mit "Hundert Jahre Einsamkeit" einen neuen Romantyp geboren, eine ganze Welt voller Gewalt, Trauer und Magie in Bücher gegossen. Doch so weit ist der Gabo des ersten Erinnerungsbandes noch nicht.

Jung ist er, rast-, ziel- und orientierungslos. Das ungeliebte Jura- Studium hat er abgebrochen und damit den Vater maßlos enttäuscht. Für ein Taschengeld schreibt er kettenrauchend Zeitungsartikel, nach langen Trinkgelagen nächtigt er mal auf Parkbänken, mal schlüpft er einige Monate bei einer Prostituierten unter. Ein unglaubliches Sprachtalent hat der Mann - und Freunde, die das erkennen und fördern.

Vor allem versorgen ihn die Freunde mit Literatur, die er verschlingt und die ihm - wie etwa der "Ulysses" von Joyce und Kafkas "Verwandlung" - neue Horizonte eröffnet. Als er dann die Mutter zum ehemaligen Familienanwesen in der vergessenen Welt der alten Bananenplantagen begleitet, schließen sich gleich zwei Kreise: García Márquez hat sein "Macondo" entdeckt, Schauplatz späterer Romane. Und Gabo weiß, dass er diese Welt in Worte fassen, dass er Schriftsteller werden muss.

Klima der "violenca" vergiftet sein Land

Dem Kolumbianer stehen noch allerhand bittere Lebenserfahrungen bevor. Der Mord an einem oppositionellen Präsidentschaftskandidaten gegen Ende der 1940er- Jahre stürzt zunächst die Hauptstadt Bogotá in ein blutiges Chaos. Die "violencia" (Gewalt) als Reaktion der Machthaber wird fortan das gesellschaftliche Klima des gesamten Landes vergiften.

Als Auslandskorrespondenten ins europäische Exil

Gabo wird Reporter, weil Reportage und Roman "Kinder derselben Mutter sind". Und es ist nicht mehr weit, bis das Interview mit einem über Bord gespülten Marinesoldaten ("Bericht eines Schiffsbrüchigen") ihn nach Todesdrohungen selbst außer Landes spülen wird - als Auslandskorrespondenten ins europäische Exil.

So weit erzählt Gabriel García Márquez diesmal. Und sollte er einmal aufhören zu erzählen, wird das ein unersetzlicher Verlust sein.

Joachim Knapp

Gabriel García Márquez: "Leben, um davon zu erzählen". Kiepenheuer & Witsch, 704 S., 24,90 Euro.

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Zuletzt geändert am 9. Januar 2003 09:03 von to

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