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Do 09.01.2003
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Die "Superstars" sind kämpferisch:"Wir lassen uns nicht verkohlen"Hamburg - Es ist der Traum vieler Teenager, einmal auf der Bühne oder in Konzertsälen Karriere zu machen. Für sieben Kandidaten der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" ist die Chance noch da, am 8. März in der Finalshow in Köln vom Publikum zu Deutschlands beliebtestem Nachwuchskünstler gekürt zu werden. Die sieben verbliebenen Teilnehmer reagierten mit Trotz auf das Ausscheiden der 21-jährigen Judith, die am vergangenen Wochenende ihren Rücktritt vom Wettbewerb erklärte, weil sie dem seelischen Druck nicht mehr standhalten könne. Entweder Superstar oder Kindergärtner Mit unterschiedlichen Mitteln kämpfen die Kandidaten, die sich jeden Samstag den TV-Zuschauern stellen müssen, gegen den zunehmenden Stress. "Ich würde auch aussteigen, wenn ich zur Erkenntnis käme, ich sei noch nicht reif genug für den Wettbewerb", sagt die bereits als Musical-Profi tätige 22-jährige Juliette Schoppmann aus Hamburg, die zum engeren Favoritenkreis zählt. "Man muss den ganzen Stress als Spiel und Spaß empfinden und nicht als Belastung", ist der Weg des 17-jährigen Daniel Küblböck aus dem bayrischen Eggenfelden. Küblböck, neben Juliette, Vanessa, Alexander, Gracia, Nicole und Daniel Lopes einer der sieben letzten von früher 10.000, ist wegen seiner nach außen gezeigten Naivität beim Publikum beliebt. Doch er selbst definiert mittlerweile diese Naivität als "eine Art Schutz". Er sei nicht wirklich naiv, sondern nur, wenn er naiv sein wolle. Der junge Mann konzentriert sich noch nicht auf eine Solokarriere. Er könne auch ohne sie leben. "Wenn ich kein Superstar werde, gehe ich zurück in meinen Kindergarten." Im Ort Pfarrkirchen hat Küblböck, der gerne schräge Krawatten und Second-Hand-Kleidung trägt, einen Ausbildungsplatz als Kinderpfleger. "Die Firmenbosse sind von uns abhängig"
Dass sie alle möglicherweise nur ein Rädchen im großen PR-Rummel und in der Vermarktungsmaschine der gnadenlosen Musikindustrie werden könnten, weisen die Kandidaten von sich. "Wir sind alle eigene Persönlichkeiten", sagt der 26-jährige Daniel Lopes aus Schloß Holte bei Bielefeld. "Nicht nur für uns geht es um die Karriere - auch die Firmenbosse sind wiederum von uns abhängig." Der gebürtige Brasilianer, der vor elf Jahren nach Deutschland kam, hatte bereits einen Plattenvertrag - eine in den USA produzierte CD erschien jedoch nie, weil die US-Hörer nach dem 11. September lieber Balladen als Pop hören wollten, heißt es. Erfinder der Show lässt sich nicht blicken Vom Ideengeber der Show, Simon Fuller, der durch die Vermarktung der Sendung in den USA und in Großbritannien Millionen Euro verdiente und angeblich aus jeder sich bietenden Gelegenheit Profit zieht, haben alle schon einmal etwas gehört. Begegnet sind sie ihm noch nicht. "Wir leben in einer Scheinwelt, deswegen habe ich auch keine Angst vor ihr", sagt Daniel Küblböck. "Verkohlen lassen wir uns auf jeden Fall von niemandem." Carsten Rave, dpa - Fotos: dpa (Combo: Red.) |
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Zuletzt geändert am 9. Januar 2003 14:22 von mwege |
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