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Wenn's durchkommt, ist es ein europaweites Novum:

Aldi prüft Bierverkauf in Plastikflaschen

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Sie gibt es bereits: Bierflaschen aus Kunststoff.

Essen/Kreuztal - Deutschlands Biertrinker greifen vielleicht bald zur Plastikflasche. Der Discounter Aldi überlegt nach dem Rauswurf der Dosen aus seinen Regalen, ob er künftig Bier in so genannten PET-Flaschen anbietet.

Aldi wolle weiterhin keine pfandpflichtigen Getränkedosen verkaufen, sagte eine Unternehmenssprecherin von Aldi-Nord und bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Dies sei aber noch keine endgültige Entscheidung. Derzeit prüfe Aldi als Ersatz auch einen Verkauf von Bier in so genannten PET-Flaschen. Vor Einführung des Dosenpfands hatte Aldi seine Dosenbestände verbilligt ausverkauft, um Kosten für die Rücknahme von Getränkedosen zu sparen.

Bislang nur in kleinen Mengen produziert

Ein Massenverkauf von Bier in Plastikflaschen wäre ein Novum im deutschen und europäischen Einzelhandel. Bislang wurde die Akzeptanz beim Verbraucher, die Haltbarkeit und die Logistik getestet. Bereits ein halbes Dutzend Brauereien habe Bier in Plastikflaschen verkauft, aber immer zeitlich begrenzt und in sehr geringen Mengen, hieß es in Industriekreisen. Der PET-Anteil am deutschen Biermarkt sei minimal und liege unter einem halben Prozent. Traditionell ist die Glasflasche der häufigste Griff für die deutschen Biertrinker. An der zweiten Stelle folgt beim Biereinkauf in Deutschland die Dose.

"Dadurch kann die PET-Geschichte explodieren"

Der Geschäftsführende Gesellschafter der Krombacher Brauerei, Bernhard Schadeberg, hält eine Einführung von Bier in Plastikflaschen bei Aldi für denkbar. "Dadurch kann die PET-Geschichte explodieren. Das ist die Variante, dass der Verbraucher das annimmt", sagte der Chef der größten deutschen Privatbrauerei auf dpa-Anfrage. "Es kann aber auch sein, dass der Verbraucher sagt, diese Innovation in der Verpackung kaufe ich Aldi nicht ab."

Allerdings würden nach der geplanten Reform der Verpackungsordnung auch PET-Einwegflaschen pfandpflichtig. Es soll dann grundsätzlich auf alle Einwegverpackungen Pfand erhoben werden. Ausnahmen sollen nur für ökologisch vorteilhafte Verpackungen wie Tetra-Packs und Schlauch-Beutel, Diät-Getränke sowie für Wein und Spirituosen gelten. Diese Reform war 2001 von den unionsregierten Bundesländern sowie Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz abgelehnt worden. Doch nach dem Inkrafttreten des vor fast zehn Jahren beschlossenen Dosenpfands und der Niederlage der Dosenlobby deutet sich ein Umschwenken dieser Länderregierungen an.

dpa

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Zuletzt geändert am 16. Januar 2003 16:18 von mwege

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