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Mo 17.02.2003
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Top-Favorit Sven Hannawald fährt ganz gelassen zur WM"Einfach nur das geile Fluggefühl spüren"
Val di Fiemme - Der große deutsche Goldfavorit Sven Hannawald hat vor der Nordischen Ski-WM nur Angst vor einem Krieg. "Ich habe Angst, dass jemand auf den roten Knopf drückt oder eine blöde Biowaffe zündet. Aber ich versuche, das zu verdrängen", sagte der Skisprung-Star vor den am Dienstag beginnenden Titelkämpfen in Val di Fiemme: "Für mich hat der Wettkampf Priorität, alles andere steht nicht in meiner Macht." Im Bereich seiner Möglichkeiten liegt aber der erste Einzel-Titel bei einer Nordischen Ski-WM, und nur darauf versucht sich Hannawald zu konzentrieren. Nach einem Fünfsatzsieg in einem Tennismatch in Hinterzarten gegen Pizzabäcker Franco bereitet sich Hannawald seit Freitag bei minus 25 Grad und strahlendem Sonnenschein in St. Moritz auf die WM vor. "Die Konkurrenz schläft nicht" Der Gesamtweltcup-Spitzenreiter musste im Gegensatz zu seinen deutschen Teamkollegen nur ab und zu auf der Normalschanze antreten, weil seine Form schlichtweg überragend ist. Trotzdem wiegelt Hannawald in gewohnter Manier ab: "Momentan stehe ich in der Sonne und werde als Nummer 1 gehandelt. Aber die Konkurrenz schläft nicht, und Gold kann man nicht planen. Ich will einfach nur das geile Fluggefühl erleben." "Ich komme aus dem Staunen nicht raus" Die größte deutsche Goldhoffnung versucht, die WM wie einen ganz simplen Weltcup zu behandeln: "Bloß, weil sich das WM schimpft, werde ich nicht alles ändern." Schließlich hat er als Team-Weltmeister, Skiflug-Weltmeister und Team-Olympiasieger schon fast alles erreicht und thront in dieser Saison mit sechs Weltcup-Siegen über allen: "Ich komme aus dem Staunen nicht raus, was ich da hingezaubert habe." Schließlich musste der 28-Jährige nach seiner Knieoperation im Frühjahr die erste ernsthafte Verletzung seiner Karriere auskurieren. Das Pech war aber letztlich die Grundlage für die spektakulären Erfolge. "Ich habe im Aufbau komplett anders trainiert und musste Gummi geben, bis ich voll am Ende war", erzählt Hannawald: "Der Unterschied ist riesig. Jetzt fühle ich mich zwar nach jedem Wettkampf immer noch durchgeschlaucht, bin aber im Gegensatz zu den Vorjahren ruckizucki wieder fit." "Schanze liegt mir grandios" Deswegen sieht er den drei Entscheidungen auf den Schanzen von Predazzo auch optimistisch entgegen, obwohl er dort noch nie auf dem Podest springen konnte: "Ich hatte im Sommer sehr gute Sprünge in Predazzo. Das ist eine Schanze wie in Lillehammer, und die liegt mir grandios." In St. Moritz sucht Hannawald vor allem die Ruhe vor dem Sturm, denn auch die Materialsuche hat er längst beendet. Bei der WM wird er mit seinem Ski vom Olympiasieg 2002 fliegen und höchstens auf einen der eigens für die WM gefertigten neuen Anzüge zurückgreifen. Trotz seines gigantischen Vertrauens in die eigene Stärke sind für Hannawald Janne Ahonen (Finnland), Adam Malysz (Polen), Simon Ammann und die Österreicher die WM-Favoriten. Von Lars Becker, sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 17. Februar 2003 15:23 von sab |
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