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Martin Schmitt will versöhnliches Ende einer verkorksten Saison

Außenseiter hofft auf ein Wunder

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Ein grübelnder Martin Schmitt: In dieser Saison lief es bislang alles andere als rund für den 25-Jährigen.

Val di Fiemme - Er hat zwei Titel zu verteidigen und ist trotzdem nur krasser Außenseiter: Skispringer Martin Schmitt kämpft bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Val di Fiemme um den versöhnlichen Abschluss einer verkorksten Saison. Nach der Knieoperation im September 2002 ist der erfolgreichste deutsche WM-Skispringer bisher nicht wieder in Topform gekommen und hofft nur noch insgeheim auf ein Wunder.

"Ich bin einfach mal Optimist und sage: Das wird für mich eine gute WM", sagt Schmitt, der am Dienstag mit der deutschen Mannschaft im Teamquartier einzog: "Ein Platz unter den besten Zehn wäre gut. Damit wäre ich in der momentanen Situation zufrieden, wenn mir dabei im Wettkampf brauchbare Sprünge gelingen. In der Teamentscheidung wollen wir natürlich um die Medaillen mitkämpfen."

Hannawald: "Martin kommt wieder"

Das große Ziel Titelverteidigung hat der 25-Jährige aus Furtwangen zumindest offiziell abgehakt. Zu groß erscheint der Rückstand zu Teamkollege Sven Hannawald, der Schmitt wie viele andere Konkurrenten im Saisonverlauf weit überlegen war und mit sechs Saisonsiegen auch weltweit das Maß aller Dinge darstellt. "Ich bin überzeugt davon, dass Martin wiederkommt. Der hat seinen Sprung genauso im Kopf wie ich und wird es schaffen, ihn wieder abzurufen", sagt Hannawald.

Pleite in Willingen als gutes Omen?

Ob das allerdings auf der von Schmitt in die Kategorie der gut zu springenden Schanzen eingeordneten Anlage in Predazzo gelingt, wo er im Dezember 1998 einen Weltcup gewann und 1999 Zweiter wurde, scheint fraglich. Die WM-Generalprobe beim Weltcup in Willingen ging jedenfalls daneben. "Das war aber 2001 auch so. Da bin ich in Willingen vorzeitig ausgeschieden und dann in Lahti Weltmeister geworden", meint Schmitt.

Bundestrainer Reinhard Heß nahm sich vor dem letzten Trainingslager in St. Moritz seinen früheren Musterschüler zur Brust und erklärte dessen verzweifelte Suche nach dem optimalen Material ("Ich muss mir die Frage stellen, ob manches, was ich probiert habe, unnötig war") für beendet. "Der Junge ist endlich wieder mit klarem Blick die Schanze hoch geklettert. Er hat sich auf seine Technik konzentriert und Fortschritte gemacht", meint Heß: "Wenn er im ersten WM-Training vorn dabei ist und das Selbstvertrauen zurückkomt ist vieles möglich."

Gedanke an vergangene Erfolge soll beflügeln

Mittlerweile greift der Team-Olympiasieger von Salt Lake City wieder auf jene Sprunglatten zurück, mit denen er in den Winter gestartet war. Pünktlich zur WM soll er außerdem einen neuen Anzug erhalten. "Aber der wird sich nicht wesentlich von den zuletzt verwendeten unterscheiden", sagt Schmitt: "Ich habe viel Zeit gebraucht, um mich auf den neuen Schnitt umzustellen. Der Anzug ist okay, aber man muss die durch den tieferen Schritt entstandene größere Fläche auch optimal einsetzen."

In St. Moritz und zuvor beim Spezial-Training in Hinterzarten hat sich Schmitt darauf konzentriert, seine "irgendwo in mir schlummernde" Sprungtechnik wiederzufinden: "Ich denke auch oft an meine vier gewonnenen WM-Titel zurück. Das kann mir in meiner Situation nur helfen."

Von Peter Stracke, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 18. Februar 2003 12:04 von sab

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