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... Tango, Tempo und Temperament
Aber was heißt eigentlich Popstar? Rockig wie nie kommt die 24-jährige Kolumbianerin daher. Zum Intro "Welcome to the Jungle" von Guns 'n' Roses hatte sich der feuerrote Vorhang geöffnet, und unter ihren 20 Songs an diesem Freitagabend sind auch Coverversionen von Aerosmith und AC/DC.
Schleichkatze mit laszivem Hüftschwung
"Tour of the Mongoose" nennt Shakira Mebarak Ripoll ihre Welttournee durch 50 Städte in 30 Ländern. Mongoose - zu Deutsch Mungo - ist eine Schleichkatze. Als solche kommt das langmähnige Energiebündel an diesem Abend aber höchst selten daher. Mal probiert Shakira ihren lasziven Hüftschwung, mal rekelt sie sich fast nicht mehr jugendfrei am Boden, mal schreitet sie forsch nach vorn - aber sie ist immer in Bewegung.
...und dann die Kostüme!
Und als sei das nicht genug, ist zwischendurch immer noch Zeit für einen schnellen Kostümwechsel. In schwarzer Lederhose mit schwarzem Top, in Karohose und Schiebermütze, aber immer barfuß bewegt sich Shakira - was übersetzt so viel wie "Frau voller Anmut" heißt - über die große Bühne.
Von der Videoleinwand rieseln Friedensbotschaften
"Ich will heute Abend nicht über Politik oder Politiker sprechen", sagt die Sängerin irgendwann zwischen "Underneath your clothes" und "The One", ihrer jüngsten Auskoppelung aus dem Erfolgsalbum "Laundry Service". Aber von der riesigen Videoleinwand im Bühnenhintergrund wird das geneigte Auditorium häppchenweise mit Friedensbotschaften berieselt.
"Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet"
So werden in einem Clip Georg W. Bush und Saddam Hussein als Kontrahenten in einem Schachspiel gezeigt, die wenig später nur noch als Marionetten des Sensenmanns übers Brett geführt werden. Auch Jimi Hendrix kommt zu Wort: "Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, wird Frieden sein."
Zwei Stunden volles Musikspektakel
Den Aufruf Shakiras, den Nachbarn an die Hand zu nehmen und ihm zu sagen, dass man ihn liebe, übergeht das Publikum großzügig. Als nach zwei Stunden Musikspektakel das Licht in der Festhalle angeht, wagt niemand mehr eine Zugabe zu verlangen - Shakira hatte schon alles gegeben.
Oliver Teutsch, ddp
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