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Ausbildungsoffensive soll Jugendlichen Lehrstellen sichern:

Clement: "Wir werden Klinken putzen"

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Angst vor einem Mangel an Ausbildungsplätzen an allen Orten: Mehr als 300 junge Leute haben am Dienstag in Kassel gegen Kürzungen bei der Jugendberufshilfe demonstriert.

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) setzt zur Behebung des Lehrstellenmangels vor allem auf persönlichen Einsatz.

"Wir werden Klinken putzen", kündigt der Minister am Dienstag in Berlin nach dem Ausbildungsgipfel der Bundesregierung mit Spitzenvertretern von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften an. Ziel der Ausbildungsoffensive 2003 sei, allen jungen Menschen, die ausgebildet werden wollen und können, ein Ausbildungsplatzangebot zu machen.

Neue Runde vor der Sommerpause

In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sich alle Beteiligten, für mehr Lehrstellen zu werben und gezielt auf Ausbildungsplätze hinzuweisen. Neben dieser Kampagne bilden die Schaffung neuer Ausbildungsprogramme sowie Maßnahmen zur Erleichterung der Ausbildung für Betriebe weitere Schwerpunkte der Ausbildungsoffensive. Vor der Sommerpause wolle die Runde nochmals zusammentreffen und dann die Vertreter vor allem der ostdeutschen Länder hinzuziehen, sagt Clement.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) setzt vor allem auf die Aussetzung der Ausbildungseignerverordnung. Dadurch könne künftig theoretisch jeder Betrieb ausbilden, bislang besitze nur jedes zweite Unternehmen die Erlaubnis, überhaupt Lehrlinge einzustellen. Regionale Ausbildungsverbünde sowie die vermehrte Einführung von nur zweijährigen Ausbildungsberufen sollen ebenfalls der Lehrstellenlücke entgegenwirken.

"Theoretische Lücke" von 140.000 Ausbildungsplätzen

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DGB-Chef Michael Sommer warnt, ohne schnelles Eingreifen drohe in diesem Jahr eine "theoretische Lücke" von 140.000 Ausbildungsplätzen. Um die "gesellschaftspolitische Zeitbombe" fehlender Ausbildungsplätze zu entschärfen, setzen die Gewerkschaften vor allem auf eine Ausbildungsplatzabgabe der Unternehmen. Dies sei ein "vernünftiges Instrument", sagt Sommer.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnt diese Abgabe hingegen "ganz entschieden ab", da sie Zwangsbürokratie bedeute. Entscheidend für die Zahl der Ausbildungsplätze seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hundt ruft die Regierung deshalb auf, einen "wachstumswirksamen Kurswechsel einzuleiten".

Hundt: Ausbildung soll vor Übernahme gehen

Für den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, benötigen die Unternehmer vor allem Planungssicherheit bei Steuern und Abgaben. Er verweist zudem darauf, dass viele Übernahmeklauseln in den Tarifverträgen die Unternehmer davon abhielten, Auszubildende einzustellen. Hundt ergänzt, Ausbildung müsse vor Übernahme gehen. Zudem müsse auf Lohnerhöhungen verzichtet werden, da Ausbildung ein "beträchtlicher Kostenfaktor" sei.

Hundt fordert auch von den Jugendlichen selbst mehr Engagement. Da es an Interesse, schulischen Voraussetzungen oder der Bereitschaft zur Mobilität mangele, könne etwa im Neckarraum jeder dritte Betrieb Lehrstellen nicht wie gewünscht besetzen, berichtet er aus einer Umfrage. Jugendliche sollten als Chance nutzen, dass es in vielen Branchen mehr Ausbildungsplätze als Bewerber gebe, betont Hundt. Das klingt wie ein Aufruf, es dem Minister Clement gleich zu tun - und Klinken zu putzen.

ddp - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 29. April 2003 15:50 von aj

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