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Zweitliga-Aufsteiger Erzgebirge Aue will kein Fahrstuhlverein werden

Ein Bergvolk auf dem Weg nach oben

Dresden/Aue - Die 2. Fußball-Bundesliga darf sich auf ein selbstbewusstes und eigensinniges Bergvölkchen freuen. Die lila "Veilchen" von Erzgebirge Aue euphorisieren mit ihrem vorzeitigen Aufstieg eine ganze Region, und die Verantwortlichen wollen im ersten Profijahr der Vereinsgeschichte mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Der geplante Rekord-Etat des dreimaligen DDR-Meisters (1956, 1957 und 1959) in Höhe von 5,5 Millionen Euro lässt Spielraum für Verstärkungen. Einiges erinnert in Aue an den wundersamen Höhenflug von Energie Cottbus.

"Wir wollen zeigen, dass wir keine Fahrstuhl-Mannschaft sind. Wir wollen mitmischen und sind längst in der Planungsphase", sagt Uwe Leonhardt. Stolz fügt der Klubchef hinzu: "Wir haben bewiesen, dass es ohne fremde Hilfe geht. Es waren Einheimische, die den Verein nach oben gebracht haben."

In den 80er Jahren sogar im Europacup

Bereits vor dem perfekt gemachten Aufstieg lautete seine Devise: "Wir wollen zeigen, dass wir hier kein Abschaum aus dem Osten sind, sondern ordentliche Arbeit machen." Ein Sponsorenpool mit 103 Firmen sicherte den 2,2-Millionen-Euro-Etat ab, die Lizenz für das kommende Spieljahr gab es ohne Auflagen.

Im Volksmund - rund 7000 Anhänger waren zur Aufstiegsparty zum Dresdner SC mitgereist - heißt der Klub immer noch Wismut Aue. Der Vorgänger-Verein ist "ein Mythos", so findet nicht nur Aues Bürgermeister Heinrich Kohl. Als unterprivilegierte Betriebssportgemeinschaft schaffte Wismut in den 80er Jahren gegen den Willen der Staatsmacht sogar den Sprung in den Europacup.

Trainer Schädlich als Vater des Erfolgs

Der Schlachtruf der Fans spielt folgerichtig auf die Tradition an: "Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht - Wismut Aue, die neue Fußballmacht!". Zum Saisonabschluss am 8. Juni gegen die Amateure von Borussia Dortmund verspricht Leonhardt ein Volksfest in der einstigen Bergarbeiterstadt (19.000 Einwohner) mit dem schmucken Erzgebirgsstadion.

Ein "Vater des Erfolgs" ist Trainer Gerd Schädlich. Der 50-Jährige hatte schon 1994 den FSV Zwickau - den berühmten Trabi-Klub - in die zweithöchste Spielklasse geführt und für großes Aufsehen gesorgt. Das Rezept von Schädlich genau wie bei seinem Cottbuser Kollegen Eduard Geyer: Knallharte Arbeit, keine großen Sprüche und keine Extratouren. Dieser Weg führte die als Abstiegskandidat gehandelten "Veilchen" nun auf den Spitzenplatz in der Regionalliga Nord.

Region hofft auf wirtschaftlichen Aufschwung

"Als wir in dieser Saison angefangen hatten, vom Aufstieg zu sprechen, da waren wir prompt von der Rolle", so der Fußball-Lehrer: "Aber mit Disziplin, Moral und richtiger Einstellung haben wir es geschafft." Zwei Spieler aus der Oberliga sind für die nächste Saison bereits verpflichtet, vier weitere Akteure sollen noch dazukommen. Aus dem Aufstiegsteam wird es nur verletzungsbedingte Abgänge geben.

Politiker und lokale Wirtschaftskapitäne versprechen sich von dem Aufstieg eine enorme Steigerung des bundesweiten Bekanntheitsgrades. Im Erzgebirge selbst ist die Stimmung bereits riesig. "Das Selbstwertgefühl ist durch diesen Aufstieg gewachsen", meint Leonhardt. Auch der 44 Jahre alte Unternehmer hoffte auf positive Wirtschaftseffekte. Immerhin hat in der Region des ehemaligen Uranerzbergbau-Zentrums jeder Fünfte keinen Job.

Leonhardt will im Verein an seiner Strategie festhalten und weiterhin auf einen Manager verzichten: "Sicher ein Novum im bezahlten deutschen Fußball. Ich setze aber auf die bisherige Struktur - die bewährte Zusammenarbeit zwischen Präsidium, sportlicher Leitung und Geschäftsführung."

Von Torsten Teichert, sid


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Zuletzt geändert am 2. Juni 2003 14:49 von sab

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