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Nach vielen Verletzungen: Zehnkämpfer Frank Busemann macht Schluss

Der Körper spielt nicht mehr mit

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Karriere mit Höhen und vielen Tiefen: Zehnkämpfer Frank Busemann hört auf die Signale seines Körpers und beendet seine Laufbahn.

Düsseldorf - Der letzte große Kampf von Frank Busemann hat vier Wochen gedauert. "Ende Mai habe ich den Entschluss schon gefasst, meine Karriere zu beenden. Seitdem habe ich die Zeit genutzt, um alles zu verdauen, bevor ich es bekannt gebe", erklärte der 28 Jahre alte Olympia-Zweite im Zehnkampf von 1996.

Und: "Die Entscheidung ist einer der größten Siege meiner Karriere." Nach Überraschungs-Silber von Atlanta machten ihm Verletzungen immer wieder zu schaffen. Eine chronische Fuß-Blessur ließ den WM-Dritten von Stuttgart 1997 nun einen endgültigen Schlussstrich ziehen.

Schon wieder Schmerzen im Fuß

"Der Körper hat nicht mitgespielt und laut geschrien, dass es nicht mehr geht", sagte der Leverkusener. Nach einer elfmonatigen Pause hatte er im Mai wieder mit dem Training begonnen, aber beim Stabhochsprung erneut Schmerzen im linken Fuß (Knochenstauchung) verspürt. Wegen dieser Verletzung musste er schon auf die Europameisterschaft 2002 in München verzichten. Auch bei den WM- Titelkämpfen 1999 und 2001 durchkreuzte die Anfälligkeit seines Körpers weitere Erfolge. Nur bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gelang ihm als Siebter noch einmal ein passables Ergebnis.

"Ich habe immer gekämpft und die Zähne zusammengebissen, deshalb habe ich keinen Frust", meinte Busemann, "es sollte halt nicht sein." Selbst eine Ellenbogenverletzung im starken linken Arm 2001 stoppte ihn nicht: Er wechselte einfach den Wurfarm. Vorangetrieben hat ihn trotz aller Verletzungen der Gedanke, noch einmal seine Bestleistung von 8706 Punkten zu übertreffen. "Zum Happy End hat es leider nicht mehr gereicht", bedauerte Busemann, "aber ich habe aus jeder Niederlage gelernt."

"Sport besteht nicht nur aus 9000 Punkten"

Auch die 9000-Punkte-Barriere zu knacken, spukte lange als Last im Kopf des sympathischen Modellathleten herum. Wie eine Befreiung von einer Zwangsvorstellung wirkte dann der Weltrekord des Tschechen Roman Sebrle (9026) im Mai 2001. "Dies hat mir gezeigt, dass der Sport nicht nur aus 9000 Punkte besteht, sondern aus zehn Disziplinen, die unheimlich schön sein können", erinnert sich Busemann.

Der letzte Versuch in diesem Jahr, noch einmal den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen, scheiterte, half ihm aber herauszufinden, warum sein Körper nicht mitspielen wollte. Eine Heilpraktikerin, bei der er das vergangene halbe Jahr in Behandlung war, diagnostizierte eine Stoffwechselstörung als Ursache seiner Verletzungsanfälligkeit. "Das klang einleuchtend", sagte Busemann.

"Vielleicht kehre ich mit einem kleinen Busemann zurück"

Nach dem Ende seiner Karriere will er sich nun vor allem seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften und seiner Freundin Katrin widmen. Dass in zwei Monaten die Zehnkampf-Elite bei der WM in Paris auf Titeljagd geht, macht ihm nichts aus. "Ich war so oft nicht dabei, da macht es diesmal auch nichts mehr", meinte Busemann. Vom Sport wird er nun erstmal etwas Abstand gewinnen, doch ganz will er sich nicht aus den Arenen entfernen: "Ich habe 28 Jahre Sport getrieben, da kann ich die Finger nicht von lassen. Vielleicht kehre ich ja mit einem kleinen Busemann wieder zurück."

Von Andreas Schirmer, dpa - Foto: Archiv


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Zuletzt geändert am 23. Juni 2003 12:30 von sab

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