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Das "Mekka" muss leiden: Auch am Nürburgring lässt der Boom nach

Organisatoren hoffen auf "schwarze Null"

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Schumi-Fans auf dem Nürburgring: Im Vergleich zum Vorjahr wollen jedoch weniger Zuschauer die Formel-1-Stars sehen.

Nürburgring - Der Negativtrend in der Formel 1 macht auch vor dem deutschen Motorsport-Mekka nicht Halt. Zwar strömen auch an diesem Wochenende mehr als 300 000 PS-Fans an den Nürburgring, um Michael Schumacher und Co. zu huldigen. Doch der Strom der Menschen in die Eifel ist im Vergleich zu 2002 spürbar abgeebbt.

Mit 30 000 Zuschauern weniger als im vergangenen Rekordjahr, als noch 350 000 Fans den Großen Preis von Europa sehen wollten, rechnet Ring-Chef Walter Kafitz für das Rennen am Sonntag.

Diesmal keine Zusatztribünen nötig

Ein Rückgang auf hohem Nivau, wie der Geschäftsführer der Nürburgring GmbH betont. Immerhin hat das Rennen noch eine Zuschauerauslastung von 90 Prozent, andere Rennstrecken träumen davon. Zusatztribünen, die die Kapazität von 120 000 auf 150 000 erhöht, müssen diesmal nicht aufgebaut werden. Kafitz wäre in diesem Jahr froh, wenn in der aktuellen Bilanz eine "schwarze Null" steht.

"Wir sind in die Schere gekommen zwischen einer leicht zurückgehenden Nachfrage und steigenden Kosten", so Kafitz und fügte beinahe trotzig hinzu: "Man darf aber nicht vergessen, das ist immer noch die mit Abstand größte Sportveranstaltung Deutschlands, ob live vor Ort oder am Fernseher. Es gibt ja auch weniger Fernsehzuschauer bei der Formel 1, aber es sind immer noch über zehn Millionen. Das ist im Vergleich zum Fußball mit Sechskommasoundsoviel Millionen noch immer bombastisch."

Auch Edelplätze von Firmen bleiben frei

Doch klar ist auch, dass die Boom-Jahre der Formel 1 vorerst vorbei sind. Das bekommen die Betreiber der Rennstrecken zu spüren. Selbst der Nürburgring ist betroffen, wenn auch nicht in dem Maße wie andere. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sitzt das Geld bei Kartenpreisen von 200 bis 300 Euro bei den Fans nicht mehr so locker. Auch viele Firmen sparen und spendieren ihren Geschäftskunden keinen Platz mehr im so genannten Paddock-Club im Wert von 2500 bis 6000 Euro für das Wochenende. Zuletzt war dies in Monaco sichtbar, als viele der Edelplätze frei blieben.

Das große Problem nicht nur für den Nürburgring ist die Gebühr für das Fahrerfeld, die an Formel-1-Chef Bernie Ecclestone entrichtet wird. Sie ist vertragsgemäß gestiegen und "der mit Abstand größte Kostenfaktor", wie Kafitz betonte. Für die Streckenbetreiber bleiben nur die Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Geld aus Sponsoring, Merchandising und Hospitality fließen in die Formel 1.

"Wenn man keine Formel 1 hat, ist man nicht mehr Erste Liga"

Dennoch kann und will Kafitz nicht auf die Formel 1 verzichten. "Die Formel 1 ist mit dickstem Abstand die wichtigste Veranstaltung. Sie strahlt nicht nur auf alle Veranstaltungen ab, sondern auch auf alle anderen Geschäftsbereiche wie Rennstreckenvermarktung, Verkehrssicherheit sowie Freizeit und Event", betonte der Geschäftsführer. "Wenn man keine Formel 1 hat, ist man nicht mehr Erste Liga. Egal, wie erfolgreich man sonst ist." Deshalb hofft er, bis Ende des Jahres oder spätestens Anfang des kommenden Jahres den 2004 auslaufenden Vertrag mit Ecclestone zu verlängern. Der Brite hat bereits signalisiert, auch in Zukunft den Nürburgring als Formel-1- Standort zu behalten: "Bernie weiß, was er an uns hat."

Auch für die Region wäre eine Vertragsverlängerung wichtig. Die Strecke ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gegend. Immerhin werden im Umkreis des Nürburgrings von 50 km allein am Formel-1- Wochenende 70 Millionen Euro umgesetzt, die Netto-Wertschöpfung liegt zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Von der Strecke sind direkt oder indirekt über 3000 Arbeitsplätze abhängig.

Von Claas Hennig, dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 27. Juni 2003 14:59 von sab

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