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Mo 30.06.2003

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Spieletester:

Ein Traumberuf für Computerfreaks

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Spieler mit Ausdauer gesucht: Spieletester brauchen einen langen Atem. Immer wieder kämpfen sie sich durch die gleichen Level, um zum Beispiel logische Fehler zu finden.

Sie kämpfen am Computermonitor gegen Terroristen, bringen Städte zu Pracht und Größe oder dirigieren ein Fußballteam - und bekommen auch noch Geld dafür:

Computerspieletester haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie beurteilen bei Zeitungen neue Spiele, helfen Altersbeschränkungen festzulegen oder geben Entwicklern Rückmeldung bei der Planung neuer Spiele. "Computerspieletester sind verrückt nach Spielen", beschreibt Jan Lenski, Leveldesigner und Spieletester beim Entwicklerbüro Limbic Entertainment in Dreieich (Hessen) sich und seine Kollegen.

Leidenschaft ist Voraussetzung

Leidenschaft ist für diesen Job Voraussetzung. "Es reicht nicht, wenn man sich abends eine Stunde zum Spielen vor den Rechner setzt", sagt Lenski. "Wir haben unsere Jugend dafür geopfert, sämtliche Wochenenden gespielt, die Nächte durchgezockt." Die Spiele der vergangenen fünf bis sieben Jahre sollten einem Tester bekannt sein. Nur so könne er sich schnell in einer neuen virtuellen Welt zurechtfinden und Fehler entdecken.

Jan Lenski spielt beruflich, damit die Käufer später Spaß haben. Sobald die Rohform eines neuen Spiels fertig ist, schaut er sich die Grafik an und prüft, ob alles wie gewünscht funktioniert. "Manchmal muss ein Tester immer wieder einen Hebel umlegen und prüfen, ob das gewünschte Ergebnis eintritt", sagt er. Denn nichts sei schlimmer als ein totes Ende: Der Punkt, an dem ein Spieler wegen eines Programmierfehlers nicht weiter kommt.

Testphase von zwei Wochen bis vier Jahre

Ist ein neues PC-Abenteuer fertig programmiert, spielen die Tester es auf unterschiedliche Weise durch. "Wir geben Rückmeldung, ob es Spaß macht", sagt Lenski. Dabei testen die Profispieler auch den Schwierigkeitsgrad eines Spiels. Schließlich sollen die Käufer herausgefordert werden, aber an den Aufgaben nicht scheitern.

Die Testphase dauert je nach Umfang zwischen zwei Wochen und vier Jahren. "Bei umfangreichen Spielen fängt die Testphase schon mit der Entwicklung an", sagt Michael Backhaus von Sunflowers Interactive Entertainment Software in Heusenstamm (Hessen). Anfangs säßen täglich nur ein oder zwei Tester an einem Spiel, in der Endphase vier Mal so viele. Kommt ein Spiel auf den Markt, werde es noch rund zwei Jahre lang nachbearbeitet.

"Irgendwann wird es einfach stupide"

Doch selbst fanatische Spieler verlieren bei einer so langen Testzeit den Spaß: "Irgendwann wird es einfach stupide", sagt Lenski. Ein guter Spieletester müsse folglich nicht nur in kurzer Zeit Fehler finden, sondern auch bereit sein, "viele Stunden das Gleiche zu machen ohne zu murren". In der Regel arbeiten Tester nebenberuflich. Erledigt ein Tester seinen Job zuverlässig, hat er laut Lenski aber gute Chancen, als Game-Designer oder Levelbauer übernommen zu werden.

Markus Schwerdtel und seine Kollegen können sich über mangelnde Abwechslung nicht beklagen: Als Tester beim in München erscheinenden Fachmagazin "Gamestar" beurteilen sie alle Spiele, die auf den Markt kommen. Sie nehmen die Steuerung unter die Lupe, begutachten Features und Grafiken. "Sind die schlecht, kann einem der ganze Spielspaß verloren gehen", erläutert er. Hinzu kommen subjektive Kriterien: Wie wird die Geschichte erzählt, macht das Spiel auch längere Zeit Spaß? In der Regel gibt es einen Haupttester, der das Genre gut kennt und die Vorgänger gespielt hat. "Wir lassen aber auch Leute testen, die sonst andere Spiele bevorzugen", erklärt Schwerdtel. "Die gucken, wie schwer das Spiel für Einsteiger ist."

"Mindestens zehn Jahre Spielerfahrung"

Tester bei Zeitschriften müssen sich innerhalb von zwei bis drei Stunden auch in komplexen Spielen zurechtfinden. Das setzt viel Erfahrung voraus: "Unsere Leute haben mindestens zehn Jahre Spielerfahrung", sagt Schwerdtel. Das sei wichtig, um Spiele einschätzen und vergleichen zu können.

Wenn Marek Brunner spielt, sucht er nach Gewalt, Pornografie oder verbotenen Inhalten. Brunner ist einer von drei Spieletestern bei der Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (usk) in Berlin. Das Gremium gibt Empfehlungen für die Altersfreigabe von Spielen ab. Seit der Änderung des Jugendschutzgesetzes am 1. April müssen alle Spiele geprüft werden, sonst dürfen sie nur an Erwachsene verkauft werden.

Moralisch-ethische Aspekte

Marek Brunner muss innerhalb kurzer Zeit möglichst viel von einem Spiel sehen. Er achtet auf moralisch-ethische Aspekte, aber auch auf Stressfaktoren und die Atmosphäre. "Manche Spiele sind inhaltlich kein Problem, die Darstellung wirkt aber beklemmend", erklärt er. "Das ist dann nichts für einen Zwölfjährigen." Brunner präsentiert seine Erlebnisse anschließend dem Gremium. "Die Gutachter müssen in 30 Minuten sehen, was ich in 15 Stunden erlebt habe", sagt er. Eine bloße Zusammenfassung reiche nicht.

Brunner liebt die Vielseitigkeit an seinem Job: Bei manchen Spielen musste er auf einer Matte tanzen, bei anderen an einer Angel kurbeln. "Von so etwas dürfen wir uns nicht erschlagen lassen", sagt er. In der Regel testet Brunner zwei bis fünf Spiele pro Woche, oft bis in die Nacht und am Wochenende. Trotzdem spielt er auch in der Freizeit weiter: "Es ist doch mein Hobby.".

gms - Foto: gms

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Zuletzt geändert am 30. Juni 2003 11:44 von aj

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