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Ausländische Prostituierte vor allem von Promis gewünscht

Green Card für Liebesdienerinnen?

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Berlin - Deutschland soll auch im Bereich Prostitution nicht nur de facto, sondern auch de jure zum Einwanderungsland werden. Das fordert jedenfalls der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen.

"Eine Green Card nach dem Vorbild der IT-Branche wäre eine Möglichkeit, auch wenn sie nur befristet ist und die Frauen an einen Arbeitgeber bindet", schlug die Verbandsvorsitzende Stephanie Klee am Donnerstag in Berlin vor. Alle Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden, beispielsweise auch eine Aufenthaltserlaubnis "wie für Saisonarbeiter".

Formelle Hindernisse

Die Haupthindernisse für derartige Lizenzen zur Prostitution sind eher formell: Es müsse ein "wirtschaftlicher Bedarf" und ein "öffentliches Interesse" nachgewiesen werden. Zumindest für das Land Berlin ist Stephanie Klee in dieser Hinsicht zuversichtlich: "Im Gespräch mit der IHK Berlin sind wir sehr freundlich aufgenommen worden."

Grundsätzlich sollen ausländische Prostituierte in Deutschland nach Ansicht des Bundesverbandes mehr Rechtssicherheit bekommen. Das im Oktober 2001 beschlossene Prostitutionsgesetz biete diesbezüglich in der Praxis kaum Vorteile für die betroffenen Frauen. Die Politik sei gefordert, "Modelle für legale Arbeits- und Aufenthaltsregelungen" zu erarbeiten. Dies sei aus ihrer Sicht dringend erforderlich, weil es "nicht ausreichend deutsche Frauen" in diesem Gewerbe gebe.

Klee: Paragraphen und Razzien nützen nichts

Durch die Berichterstattung über den Fall Friedman sei das Thema "Migrantinnen als Prostituierte in Deutschland" wieder stärker einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, sagte Klee auf der Pressekonferenz weiter. Fakt sei: "Weder Menschenrechtsparagraphen noch Polizeirazzien" hätten verhindert, dass unverändert viele ausländische Frauen zum Zweck der Prostitution nach Deutschland kommen. Doch nicht nur die Politik tue sich schwer, diese gesellschaftliche Tatsache - ungeachtet aller moralischen Fragen - zur Kenntnis zu nehmen.

Die Berlinerin Felicitas Weigmann, die selber ein Etablissement betreibt, nannte es einen Irrtum zu glauben, dass die meisten ausländischen Frauen zur Prostitution gezwungen werden: "Weniger als fünf Prozent der ausländischen Frauen, die bei Razzien in legalen Bordellen aufgegriffen werden, sind unfreiwillige Prostituierte", berief sie sich auf polizeiliche Statistiken.

"Ein Recht auf Verschwiegenheit"

Weigmann berichtete, dass viele Freier "ausdrücklich ausländische Frauen" wünschten, die auch "möglichst kein Deutsch" sprechen und sich noch nicht lange in Deutschland aufhalten sollten. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass vor allem Prominente in Bordellen anonym bleiben wollen", sagte sie. Zumeist seien diese bekannten Männer verheiratet oder lebten in festen Beziehungen und fürchteten um ihre Karriere, falls ihre Bordellbesuche öffentlich bekannt werden.

Verständlich, dass Weigmann einfühlendes Verständnis für ihre Klientel zeigte und Diskretion forderte: "Auch diese Männer haben ein Recht auf Verschwiegenheit." Es gehe niemanden etwas an, was sie in ihrer Freizeit machen, so die Bordell-Chefin. Diese Verschwiegenheit werde in der Regel auch von den Medien respektiert. Ausnahmen wie vor Jahren im Fall des Sportreporters Rolf Töpperwien bestätigten nur die Regel.

"Eine kulturelle Identität vermitteln"

Die in Sachen käuflicher Liebe kundigen Damen der Bundesvereinigung präsentierten einen weiteren einleuchtenden Grund für den "hohen Bedarf an ausländischen Frauen". Schließlich seien auch die Freier längst Teil einer "multikulturellen Gesellschaft", wie es Stephanie Klee ausdrückte. Ausländische Männer wünschten sich häufig Frauen gleicher Herkunft, die ihnen "eine kulturelle Identität vermitteln" könnten, so die Verbandschefin.

ddp - Archivfoto: dpa


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Zuletzt geändert am 3. Juli 2003 15:36 von aj

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