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Mi 30.07.2003

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   vom 30.07.03

Liebe in Brasilien: "Amores Possiveis"
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Brasilianische Komödie "Amores Possiveis" liefert gediegene Unterhaltung

Schelmenstück über die Liebe

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Was wäre wenn? Die immer wieder aktuelle Frage nach verpassten Gelegenheiten und alternativen Schicksalswegen hat die brasilianische Regisseurin Sandra Werneck zu einer amüsanten Sommerkomödie angeregt.

Ausgehend von einem versetzten Liebhaber spielt sie in parallel angeordneten Erzählungen drei Handlungsvarianten durch, die das beliebte Spiel mit den Irrungen und Wirrungen der Liebe heiter bis ironisch variieren.

Ein Kino in Rio de Janeiro. An einem verregneten Abend wartet der junge Carlos vergeblich auf die schöne Julia. Was wird er machen? Dreimal Schnitt auf einen Morgen im Bett 15 Jahre später. Carlos' Leben kreist wieder um Julia, doch jedes Mal anders. Einmal ist Carlos ein reicher Anwalt, den die selbstbewusste Kunsthistorikerin Julia aus seiner erstarrten Ehe mit Maria lockt.

Als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet

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Ein andermal lebt Carlos mit seinem schwulen Freund Pedro zusammen und entdeckt plötzlich wieder Gefühle für seine geschiedene Frau Julia. Schließlich ist Carlos ein eingefleischter Junggeselle und Playboy, der noch immer im Hotel Mama lebt und nach seiner Traumfrau sucht. Ist die leidenschaftliche Künstlerin Julia, der er per Dating-Service trifft, die Richtige?

Schon mit ihrem ersten Langfilm "Das kleine Buch der Liebe" hat Sandra Werneck vor einigen Jahren auf charmante Weise das Minenfeld der Geschlechterbeziehungen erkundet. Ihr zweites Opus führt das Thema in einer Art experimentellen Versuchsanordnung, die an Tom Tykwers "Lola rennt" erinnert, auf leichtfüßige Weise fort. Das hintersinnige Liebeskaleidoskop wurde auf dem renommierten Filmfestival von Sundance 2001 als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet.

Einfluss von Almodovars, Allen und Rohmer ist spürbar

Bei "Amores possiveis" lassen sich die Einflüsse etablierter Regiegrößen kaum übersehen. Die emotionalen Verwicklungen in den Filmen Pedro Almodovars, die Dialogfreudigkeit der Figuren bei Eric Rohmer oder die Ironismen des Liebesneurotikers Woody Allen, sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Und natürlich die in Brasilien allgegenwärtigen Seifenopern, an denen auch der Kameramann Walter Carvalho, immerhin der bekannteste des Landes und dazu der Ehemann der Regisseurin, mitgewirkt hat.

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Brasilianisches Starensemble

Auch wenn Werneck noch keinen eigenständigen Erzählton erreicht und die Verstrickungen der Figuren manchmal eine Spur zu beliebig wirken, so weiß sie doch heiter und ironisch zu unterhalten. Außerdem führt das brasilianische Starensemble zu glänzenden Leistungen: Schließlich bewältigen Murilio Benicio und Carolina Ferraz, die auch im wirklichen Leben ein Paar sind, sowie Emilio de Mello als Freund Pedro jeweils gleich drei sehr unterschiedliche Rollen mit Bravour.

Fazit: Eine sexy romantische Komödie, in der uns Werneck unaufdringlich lehrt, "dass Liebe Widersprüche überdauern kann". Und eine, die Appetit auf ihre Nachfolger macht.

Reinhard Kleber, ddp


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Zuletzt geändert am 30. Juli 2003 13:12 von mwege

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