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Gunter Sachs ist reif fürs Museum: Große Retrospektive in Hamburg

Ein Paradiesvogel des Jet-Sets

Hamburg - Er war der Darling des Jet-Sets der 50er und 60er Jahre: charmant, reich, schön und begabt. Gunter Sachs, Industriellensohn und Erbe eines Millionenvermögens, beherrschte damals die Klatschpresse mit seinem Paradiesvogel-Dasein, der spektakulären Ehe mit Sexsymbol Brigitte Bardot und ausschweifenden Partys an den angesagtesten Orten der Welt. Mit seiner ungezwungenen Lebensweise wurde er zum Sinnbild einer neuen Jugend.

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Eine Besucherin betrachtet im Hamburger Museeum für Kunst und Gewerbe zwei Andy Warhol- Bilder mit Brigitte Bardot und Tisch und Stuhl (Vordergrund) von Allan Jones aus dem Wohnzimmer von Gunter Sachs.

Doch Sachs wollte Anerkennung auch auf anderem Gebiet und fand sie als Fotograf sowie Wegbereiter und Sammler der Avantgarde. Seit über 25 Jahren gehört er zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie unserer Zeit. In einer großen Retrospektive blickt das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg jetzt zurück auf Kunst und Lebenskunst des heute 70-Jährigen.

Und immer wieder Claudia Schiffer

Knallbunt und voller Überraschungen präsentiert sich die Gunter-Sachs-Schau vom 1. August bis 21. September. Überdimensionale, kühl komponierte Fotos, die ihn berühmt machten, zeigen leicht bekleidete oder nackte Frauen. Mal grüßen sie martialisch im Army-Look, mal richten sie zur Formation aufgestellt Pfeil und Bogen aufeinander.

Die erste Nacktaufnahme aus der französischen "Vogue" - ein amerikanisches Model in der Kalahari-Wüste - ist ebenso zu sehen wie seine den großen Surrealisten nachempfundenen Fotografien "Natascha" und "Kein Matt dem Schützen". Und immer wieder Claudia Schiffer - mit wehenden Tüchern oder im lasziven Brigitte-Bardot-Look, als Dornröschen und als Nonne. "Es ist mir ein Bedürfnis, Claudia Schiffer für ihre Mitarbeit an den Bildern 'Heldinnen' und 'Die vier Jahreszeiten' zu danken. Wo sie ist und photographiert, zieht der Genius vorbei", schreibt Sachs auf einer eigens nachträglich eingelegten Seite zum Ausstellungskatalog.

Reste aus dem Pop-Zimmer des Palace Hotels zusammengetragen

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Im Hintergrund des Friedel-Münch-Motorrads aus dem Besitz des einstigen Playboys hängt eine von Sachs angefertigte Fotografie, die das Supermodel Claudia Schiffer zeigt.

Knallbunt geht es nicht nur in seinen Fotografien zu. Auch die ausgestellten Kunstwerke aus dem Privatbesitz des eifrigen Sammlers der Pop-Art sprühen vor Farbe. Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Allen Jones und Tom Wesselmann fanden schon früh Eingang in die Kunstsammlung von Gunter Sachs.

Natürlich hatte Freund Warhol auch von ihm und Ehefrau Brigitte Bardot seine berühmten Siebdruck-Porträts angefertigt. Sie hängen nun in Hamburg im Zentrum eines skurrilen Kunst-Objekts: der Raum-Installation mit den Resten der legendären Pop-Wohnung im Turm des Palace Hotel in St. Moritz. "In großem zeitlichem Abstand ist hier erstmals wieder zusammengekommen, was einst zusammengehörte", sagte Sachs-Weggefährte Christian Diener.

Mittendrin steht ein Motorrad

1969 ließ Sachs den Turm des Hotels von Künstlerfreunden als "modern art happening" der Sixties gestalten: Roy Lichtenstein das Badezimmer, Warhol die Küche, Allen Jones die Möbel. 1991 wurden sämtliche Unikate in Kisten verpackt und eingelagert. Den Besuchern in Hamburg wird jetzt erstmals die Möglichkeit gegeben, Ausschnitte aus der Pop-Wohnung zu sehen, über die Lichtenstein-Badewanne zu staunen und die Wahrhol-Kücheninstallation zu bewundern. "Ein lebendes Stück Kunst-Zeitgeschichte und ein Dokument des Lebensgefühls der 60er Jahre ist hier vereint", sagte Diener.

Was den Fotografen und Sammler Sachs sonst noch inspirierte, ist ein gewaltiges Friedel-Münch-Motorrad. Das legendärste Motorrad seiner Zeit fasziniert ihn bis heute so sehr, dass er es mit in die Ausstellung brachte - umgeben von Surrealisten wie Giorgio de Chirico, Salvador Dali und Yves Tanguy.

Show wird nur im Hamburger Museum zu sehen sein

Die gesamte Schau, die Sachs selbst eröffnen wird, wurde eigens für das Hamburger Museum zusammengestellt und wird auch nur dort zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein gebundener, 160 Seiten starker Katalog mit 110 Abbildungen zum Preis von 58 Euro.

Angelika Rausch, ddp - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 31. Juli 2003 18:15 von mwege

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