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Di 16.09.2003

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"Identität": Thriller mit doppeltem Boden
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"Identität": Chronik eines angekündigten Serienmords

Thriller mit doppeltem Boden

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Schwärzeste Nacht, Unwetter, alle Telefonleitungen sind tot und das abgewrackte Motel liegt auf einem indianischen Begräbnisfeld. Für Erzähler von Horrorgeschichten ist das ein idealer Ort, um die zehn dort Gestrandeten in Serie geheimnisvoll umkommen zu lassen.

Dieses "Poltergeist trifft Agatha-Christie"-Szenario mutet zu konventionell an für Regisseur James Mangold, der für sein Polizeidrama "Copland" die besten Kritiken und Zuschauerzahlen bekam. So hat der Thriller "Identität" auch einen doppelten Boden, der dem Zuschauer bis zum Finale verborgen bleibt.

Unglückliche Umstände, raffiniert inszeniert, verwickeln den Chauffeur und Ex-Cop Ed (John Cusack) und seine Chefin, eine arrogante B-Schauspielerin, in einen schweren Unfall mit einer Kleinfamilie. Die Gruppe sucht im nächstgelegenen Motel Hilfe, in dem auch eine Prostituierte, hysterische Jungvermählte und ein Polizist mit einem Gefangenen stranden. Das überdurchschnittliche Darsteller- Ensemble macht die nun abgespulten Standardsituationen sehenswert.

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Enthauptete Tote im Wäschetrockner

Der erste Mord, eine enthauptete Tote im Wäschetrockner, ist Auftakt einer grausigen Serie, in der zumindest einige falsche Fährten gelegt werden. In der Rahmenhandlung entdeckt ein Gerichtspsychologe in der Nacht vor der Hinrichtung eines Mörders Hinweise auf die Schuldunfähigkeit seines Patienten. Eine nächtliche Konferenz beim zuständigen Gouverneur soll neu entscheiden, während der Häftling in seinem Gefangenentransport sich verspätet. Die Verbindung zu den Motel-Morden klärt sich spät und bildet den Clou und Wendepunkt des Films. Regisseur Mangold vergleicht den erzielten Effekt mit "diesem schaurigen Gefühl bei einem Albtraum, wenn man den Eindruck hat, es würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen".

Gemischte Reaktionen bei Kritikern

Die Wende in "Identität" zieht allerdings auch der Geschichte eher den Boden unter den Füßen weg, als einen doppelten Boden einzuziehen. Anders als etwa bei "Die üblichen Verdächtigen", "Fight Club" und "The Sixth Sense" schafft die Umdeutung der in letzter Minute der vorangegangen Story nicht zusätzlichen Reiz, sondern lässt sie überflüssig erscheinen. Neben meist verhalten positiven und einigen begeisterten Urteilen reagierten auch manche US-Kritiker erbost auf die Wende, die der Zuschauer nicht erahnen kann.

"Die Spielregeln können nicht mittendrin geändert werden", schrieb der "Hollywood- Reporter", "das ist so, als ob der Autor und nicht der Butler der Mörder ist". Für den Regisseur ist "Identität" auch eine cineastische Fingerübung: James Mangold bearbeitete in seinem bisher fünf Spielfilmen stets unterschiedliche Genres, darunter die Liebeskomödie "Kate und Leopold" mit Meg Ryan und das Teenagerdrama "Durchgeknallt".

Von Nina Lepsius, dpa

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Zuletzt geändert am 16. September 2003 10:24 von to

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