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Di 23.09.2003
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Banderas und Hayek in Robert Rodriguez' "Irgendwann in Mexico"Depp zieht an allen Spaß-Fäden
Noch bevor Johnny Depp für den "Fluch der Karibik" zum exzentrischen Piratenkapitän wurde, gönnte er sich einen anderen Filmspaß. Am Set von "Irgendwann in Mexico" erschien er mit einem T-Shirt, auf dem in kleinen Buchstaben "Cleavage Inspection Agency" (Busen-Inspektionsagentur) und darüber ganz groß die Abkürzung "CIA" zu lesen war.
"Natürlich haben wir den Gag umgehend eingebaut", erzählt Robert Rodriguez. In dem neuen Film des Kultregisseurs ("From Dusk Till Dawn") spielt Depp einen schrägen CIA-Agenten, wechselt dauernd sein Outfit und stellt Antonio Banderas, den Haupthelden, in den Schatten. In den USA erwies sich "Irgendwann in Mexico" - trotz einiger kaum schmeichelhafter Kritiken - als Hit. Schwung im müden Kino-Spätsommer Rodriguez brachte mit dem dritten Teil seiner Mexiko-Trilogie nach "El Mariachi" und "Desperado" richtig Schwung in den müden Kino-Spätsommer. Auf Anhieb eroberte "Once Upon a Time in Mexico" den ersten Platz der US-Filmcharts. Ob sich der Erfolg in den deutschen Kinos fortsetzt, wird sich ab Donnerstag (25. September) zeigen. Rodriguez holt ganze Riege von Stars vor die Kamera
Neben Depp und Banderas - wiederum in der Rolle des Gitarre spielenden und wild um sich schießenden Mariachi - holte Rodriguez eine ganze Riege von Stars vor seine Kamera. Unter ihnen Salma Hayek ("Frida"), Willem Dafoe ("Spider-Man") und Mickey Rourke ("Angel Heart"). Schwierig war das nicht, denn mit dem erst 35 Jahre alten Kultfilmer zu arbeiten, gilt vielen in Hollywood längst als echtes Vergnügen. Kultfilmer macht alles allein "Robert lässt uns sehr viele Freiräume, er fordert Improvisation und Mitdenken", berichtet Salma Hayek. Als eine Art Ein-Mann-Filmindustrie muss Rodriguez außer auf seine Schauspieler auf kaum jemanden Rücksicht nehmen. Drehbuch, Regie, Kamera, Filmschnitt, Produktion, ja selbst die Musik - alles hat das Multitalent wie schon bei seinem Erstling "Mariachi" wieder fast allein gemacht. Atemberaubende Mischung aus Action, Mord und Totschlag Möglich wurde das freilich auch dadurch, dass Rodriguez auf das aufwendige Zelluloidfilmen verzichtete und ausschließlich Digitalkameras einsetzte. "Das befreite uns von Zwängen", sagt er. "Wir konnten Szenen durchdrehen, konnten auch was riskieren. Der Riesenvorteil war, dass wir eine Szene sofort anschauen und gemeinsam entscheiden konnten, ob wir sie mochten. Das Schneiden war ein Kinderspiel." Herausgekommen ist eine oft atemberaubende Mischung aus Action, Mord und Totschlag sowie zynisch-unterkühlten Witzen. Es gibt etliche Anklänge an Sergio Leones Italo-Western. Genau wie der spielt Rodriguez bei Schießerei-Szenen mit der Zeitlupe und bringt die angespannten Gesichter der Ballermänner gern im Großformat. Selbst der Soundmix aus flüsternden Flamencos und Heavy Metal erinnert irgendwie an Ennio Moricone. Banderas wieder als Sänger mit Maschinengewehr im Gitarrenkasten Banderas - wieder als fahrender Sänger mit dem Maschinengewehr im Gitarrenkasten - tritt vor der Kulisse der farbenprächtigen Kolonialstadt San Miguel De Allende gegen alle möglichen Arten von Schurken an. Eigentlich will er Rache nehmen an seinem Erzfeind, dem faschistoiden General Marquez, der des Sängers schwangere Frau (Hayek) ermordet hat. Damit hat Banderas den Drogenboss Barillo (Dafoe) gegen sich, der mit Marquez' Hilfe den mexikanischen Präsidenten stürzen, den wiederum Banderas - mit Hilfe des Latino-Pop-Sängers Enrique Iglesias - beschützen will. Handlung? Logik? Völlig nebensächlich! Depp zieht als CIA-Agent an allen Fäden, will eine neue Regierung einsetzen und dann alle hilfreichen Marionetten beseitigen. Rodriguez hat sich beim Drehbuchschreiben in zu viele Seitengassen hineinziehen lassen, um seinen modernen Burrito-Western am Ende in 97 Minuten einigermaßen übersichtlich erzählen zu können. Die Handlung ernsthaft verfolgen zu wollen, ist ein Unterfangen, das der Zuschauer am besten an der Kinokasse aufgibt. Thomas Burmeister, dpa [?] [?] |
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Zuletzt geändert am 23. September 2003 16:00 von to |
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