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"Friedensgipfel" Pevenage/Godefroot bislang ohne Ergebnis

Ullrich-Rückkehr wird zur Hängepartie

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Wie einmal vor einer ungewissen Zukunft: Jan Ullrich.

Brüssel - Der Weg von Jan Ullrich zurück zu seinem früheren Arbeitgeber Telekom erweist sich als offensichtlich steiniger als erwartet.

In einem Gespräch zwischen den zerstrittenen Walter Godefroot, Telekom-Manager, und Rudy Pevenage, Ullrich- Betreuer und Sportchef seines bisherigen Rennstalls Bianchi, in einem Café im Flughafen Brüssel kam es vorerst zu keinem Ergebnis. "Wir verhandeln weiter. Es gibt noch nichts zu vermelden - das kann noch dauern", sagte Ullrich-Manager Wolfgang Strohband.

Suche nach Wegen aus der Zwickmühle

  Der 60-jährige Godefroot hatte noch vor Tagen seinen bekannten Standpunkt aus Verärgerung über Pevenages abrupten Abgang kurz vor dem Jahreswechsel 2003 wiederholt: "Nie mehr mit Pevenage." Auf der anderen Seite will Ullrich auf seinem weiteren sportlichen Weg auf keinen Fall auf seinen Mentor verzichten. Dem Vernehmen nach ist Godefroot von seiner Überzeugung nicht abgewichen. "Das könnte so laufen, dass Pevenage aus der roten und Godefroot aus der blauen Ecke kommen und Strohband den Ringrichter gibt", vermutete Telekom- Teamsprecher Olaf Ludwig den möglichen Ablauf der "Annäherung" zwischen beiden Streithähnen.

  Ein Weg aus der Zwickmühle könnte im Falle einer Telekom- Verpflichtung Ullrichs Pevenages zukünftiges Betätigungsfeld als persönlicher Trainer oder Betreuer des Olympiasiegers sein, der dann auch nur von seinem Schützling bezahlt werden würde. Ullrichs langjähriger Berliner Coach Peter Becker ist ohnehin schon seit längerem kaum noch für die sportlichen Belange des gebürtigen Rostockers zuständig. "Ich kann mir eine offizielle Betätigung Pevenages im T-Mobile-Team als Angestellter der Godefroot GmbH nicht vorstellen", hatte Ludwig am Dienstag in Palma de Mallorca vor dem Treffen der Drei erklärt.

Ullrich will sich in den nächsten Tagen entscheiden

  Zu den brisanten Details der Verhandlungen wollte sich auch im Vorfeld keiner der Beteiligten äußern. An dem Treffen nimmt neben den beiden Belgiern auch Strohband teil. Der Wahl-Schweizer Ullrich, um den sich seit Ende der Tour de France das Wechsel- Karussell dreht, blieb an seinem Wohnsitz am Bodensee. Die "Bild am Sonntag" hatte in der Vorwoche gemeldet, Ullrich seien von Telekom für die kommenden drei Jahre pro Saison 2,5 Millionen Euro geboten worden.

  Neben der wahrscheinlich attraktivsten und sichersten Telekom- Offerte hat Ullrich noch mindestens zwei weitere Angebote. Allerdings scheint sein alter Arbeitgeber, dessen Tochter T-Mobile ab 2004 Hauptsponsor im Profi-Radsport wird, jetzt die besten Karten zu haben. "In den nächsten Tagen entscheide ich mich", hatte Ullrich am Sonntag auf seiner Homepage ein Ende der monatelangen Pokerpartie um seine Dienste angekündigt.

  Seit 1995 fuhr Ullrich für Telekom und verbuchte unter dem schwarzen T 1997 mit dem ersten Tour-Sieg eines deutschen Rad-Profis seinen größten Erfolg. Nach seiner positiven Doping-Analyse kündigte das Bonner Unternehmen den Ullrich-Vertrag im Sommer 2002. Danach begann für Ullrich eine Odyssee. Im Januar 2003 unterschrieb er beim finanziell auf zu schwachen Füßen stehenden Rennstall Coast einen vermeintlich hoch dotierten Vertrag. Kurz vorher hatte Pevenage Telekom verlassen, um Ullrich weiter zu betreuen.

Bianchi: Bislang vergebliche Suche nach Co-Sponsor

  Coast durfte nur rund einen Monat unbehelligt im Konzert der großen Teams mitspielen. Dann intervenierte der Weltverband, Bianchi sprang für die bankrotte Coast-Mannschaft ein und rettete so die Starterlaubnis für die Tour. Hier feierte Ullrich nach 14 Monaten Inaktivität wegen zwei Knie-Operationen und der Doping-Affäre ein sensationelles Comeback. Trotzdem gelang es Bianchi offensichtlich nicht, finanzstarke Partner zu finden, die eine Weiterbeschäftigung des fünffachen Tour-Zweiten und zweifachen Zeitfahr-Weltmeisters garantiert hätten.

  Kommt der Kontrakt mit Telekom zu Stande, dürfte ein Großteil seines bisherigen Bianchi-Teams vor der Arbeitslosigkeit stehen. Außer Tobias Steinhauser, den Ullrich als persönlichen Helfer und Motivator mitbringen dürfte. Im "Paket Ullrich" stecken neben Pevenage und Steinhauser noch sein Bruder Stefan als Team-Mechaniker und eine Physiotherapeutin.

Von Andreas Zellmer, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 30. September 2003 16:59 von sab

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